Kommunalwahlen Frankreich
Linke führen in Paris - Bürgerliche landesweit stark
publiziert: Sonntag, 11. Mrz 2001 / 22:10 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 11. Mrz 2001 / 22:47 Uhr

Paris - Bei den Kommunalwahlen in Frankreich hat sich in der Hauptstadt Paris ein Sieg der Linken abgezeichnet. Landesweit lagen dagegen die bürgerlichen Parteien leicht vorn, wie aus Hochrechnungen vom Sonntagabend hervorgeht.

In Paris stimmten den Hochrechnungen zufolge gut 32 Prozent für den sozialistischen Spitzenkandidaten Bertrand Delanoë, der als Favorit ins Rennen gegangen war. 14 Prozent entfielen auf den Grünen-Politiker Yves Contassot.

Im rechten Lager vereinte Philippe Séguin, der gaullistische Spitzenkandidat der RPR-Partei von Staatschef Jacques Chirac, rund 23 Prozent der Stimmen auf sich, 17 Prozent entfielen auf den Skandal-umwitterten amtierenden Stadtpräsidenten Jean Tiberi. Die rechtsextremen Listen kamen auf total knapp 7 Prozent.

Damit kann sich die Linke erstmals seit fast einem Vierteljahrhundert Hoffnung darauf machen, den Stadtpräsidenten von Paris zu stellen. Dies wäre gleichbedeutend mit einer schweren Niederlage für den neogaullistischen Präsidenten und langjährigen Pariser Stadtpräsidenten Jacques Chirac bedeuten. Eine endgültige Entscheidung dürfte erst bei der Stichwahl in einer Woche fallen.

Rechtsextreme verlieren

Landesweit lag die Rechte nach jüngsten Hochrechnungen mit 48,4 Prozent vor den Parteien des linken Regierungslagers von Premierminister Lionel Jospin (42,2 Prozent). Unentschieden war die Lage noch in Toulouse und Lyon; dort war mit einem Sieg der Linken gerechnet worden.

Die Rechtsextemen, die 1995 noch vier Städte erobert hatten, erreichten landesweit nur noch gut drei Prozent. Sie verloren auf jeden Fall die Hochburg in der südfranzösischen Hafenstadt Toulon, wo der amtierende Bürgermeister Jean-Marie Le Chevallier nicht einmal 10 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen konnte.

Auch in Marseille blieben die Rechtextremen weit hinter den demokratischen Parteien zurück. Der Front National kam nur auf rund 6,4 Prozent, der abtrünnige Rechtsextreme Bruno Mégret blieb unter 10 Prozent. Klarer Sieger mit über 42 Prozent war der bürgerliche Kandidat Jean-Claude Gaudin.

Quotenregelung

Die Wahlbeteiligung lag landesweit etwas unter 70 Prozent und damit etwa so hoch wie bei den Kommunalwahlen 1995. Rund 40 Millionen Wahlberechtigte waren aufgerufen, landesweit eine halbe Million Stadt- und Gemeinderäte neu zu bestimmen.

Erstmals kam bei dem Wahlgang die vergangenes Jahr beschlossene Quotenregelung zum Tragen, wonach alle Parteien ihre Listen mit gleich viel Männern und Frauen besetzen mussten. Die Frauen werden damit künftig deutlich stärker in der französischen Kommunalpolitik vertreten sein.

Viele Minister geschlagen

Zahlreiche Minister und Staatssekretäre der Regierung Jospin waren in der Provinz und in bisherigen rechten Hochburgen angetreten. Allerdings erlitten Arbeitsministerin Elisabeth Guigou in Avignon und die grüne Umweltministerin Dominique Voynet im ostfranzösischen Dôle schwere Niederlagen.

Auch Transportminister Jean-Claude Gayssot im südfranzösischen Béziers und Erziehungsminister Jack Lang in Blois an der Loire blieben hinter ihren bürgerlichen Konkurrenten zurück.

Die frühere Arbeitsministerin Martine Aubry hingegen setzte sich im nordfranzösischen Lille durch und dürfte dort Bürgermeisterin werden. Im Tulle im Zentrum des Landes wurde Sozialistenchef François Hollande in der ersten Runde gewählt.

(kil/sda)

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