Neuer Risikoausgleich bei Krankenkassen
Linke und FDP wollen verfeinerten Risikoausgleich durchbringen
publiziert: Montag, 18. Jun 2012 / 20:15 Uhr / aktualisiert: Montag, 18. Jun 2012 / 20:36 Uhr
Der Risikoausgleich soll weiter verfeinert werden.
Der Risikoausgleich soll weiter verfeinert werden.

Bern - Für die Krankenkassen soll die Jagd nach gesunden Versicherten nicht mehr attraktiv sein. Trotz des Neins zur Managed-Care-Vorlage wollen SP, FDP und Grüne den Risikoausgleich weiter verfeinern. SVP und CVP hingegen zeigen sich zurückhaltend.

4 Meldungen im Zusammenhang
Die Verfeinerung des Risikoausgleichs war eines der unbestrittenen Elemente der Managed-Care-Vorlage. Die Massnahme war im Parlament einzig gegen den Willen der SVP gutgeheissen worden. Mit dem Nein zur gesamten Vorlage verwarf das Stimmvolk am Sonntag aber auch die bundesrätliche Kompetenz, den Risikoausgleich weiter auszubauen.

FDP und SP haben allerdings vorgesorgt: Bereits im vergangenen September reichte SP-Nationalrätin Jacqueline Fehr (ZH) eine parlamentarische Initiative ein, um den Risikoausgleich auch bei einem Nein zu Managed Care im Gespräch zu halten. Vergangene Woche doppelte FDP-Nationalrat Ignazio Cassis mit der parlamentarischen Initiative «Wirksamer Risikoausgleich schnell einführen» nach.

Die Waadtländer FDP-Nationalrätin Isabelle Moret hofft nun, dass die Frage des Risikoausgleichs in der Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit des Nationalrates (SGK) als dringlich betrachtet wird, wie sie am Montag gegenüber der Nachrichtenagentur sda sagte. Die SGK, in der auch Moret sitzt, tagt das nächste Mal Ende Juni.

Neben FDP und SP wollen sich auch die Grünen für einen verfeinerten Risikoausgleich einsetzen, wie Nationalrat Christian van Singer (Grüne/VD) auf Anfrage sagte. Damit ergäbe sich im Parlament bereits eine knappe Mehrheit.

«Übertriebene Erwartungen»

CVP und SVP hingegen zeigten sich am Tag nach der Abstimmung zu Managed Care zurückhaltend. Nationalrat Guy Parmelin (SVP/VD) sagte, nun sei alles wieder offen. Auch halte er die Erwartungen an einen verfeinerten Risikoausgleich für übertrieben, insbesondere was die Kosteneinsparungen betreffe.

Mit dem Risikoausgleich erhalten Krankenkassen mit vielen teuren Versicherten Ausgleichszahlungen von Krankenkassen mit «guten Risiken». Seit Anfang 2012 gelten als Kriterien nicht nur Alter und Geschlecht der Versicherten, sondern auch die Anzahl Tage, welche Versicherte im Vorjahr in einem Spital oder Pflegeheim verbrachten.

Ein nochmals verfeinerter Risikoausgleich würde zusätzlich die sogenannte Morbidität berücksichtigen. Damit ist gemeint, dass auch der Medikamentenbedarf der Versicherten miteinbezogen wird. Wie es beim Bundesamt für Gesundheit auf Anfrage hiess, würde es rund zwei Jahre dauern, bis der Morbiditätsfaktor umgesetzt werden könnte.

 

(fest/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
1
Forum
Machen Sie auch mit! Diese news.ch - Meldung wurde von einer Leserin oder einem Leser kommentiert.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Versicherungen Bern - Die Krankenkassenprämien steigen im kommenden Jahr zwischen zwei und ... mehr lesen
2010 waren die Prämien um 8,7 Prozent gestiegen, 2011 um 5,6 Prozent. (Symbolbild)
Bern - Bundesrat und Parlament kassieren in der Gesundheitspolitik eine schallende Ohrfeige: Die Schweizerinnen und Schweizer ... mehr lesen 6
santésuisse ist ernüchtert über den Ausgang der Managed-Care-Vorlage.
Zum...
Glück muss man, wenn man Schwarzarbeit machen muss aus Notwehrrechtsgründen, weder Krankenkasse, Steuern etc. bezahlen. Daher bleibt mit Schwarzarbeit viel mehr Geld übrig für private und dazu noch bessere Versicherungen. Hinzu kommt dass mit Schwarzarbeit viel mehr verdient werden kann als mit "normaler" Arbeit. Somit interessiert diese Managed-Care wenig bis gar nicht.
Akupunktur, Tuina, Massage, Laserakupunktur, Taping
Hypnose und Hypnosetherapie in Baden / Aargau
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 16
Das Berner Inselspital stellt die Proben für mehrere Forschungsprojekte und einem grösseren Forscherkreis zur Verfügung.
Das Berner Inselspital stellt die Proben für mehrere ...
Medizinische Forschung  Bern - Das Inselspital nimmt mit der «Liquid Biobank Bern» das derzeit modernste Tiefkühllager für Blut und andere flüssige Bioproben in der Schweiz in Betrieb. Die Biobank soll zur wichtigen Forschungsressource für massgeschneiderte Medizin werden. mehr lesen 
Wegen Zika - Acht Wochen nur geschützt  Genf - Touristen sollen nach ihrer Heimreise aus Zika-Gebieten mindestens acht Wochen auf ungeschützten Sex verzichten. Das riet ... mehr lesen
Zika wird hauptsächlich durch Mückenstiche verbreitet.
Experten: Europa muss sich auf die Zika-Epidemie vorbereiten Kopenhagen - «Die Zeit ist nicht auf unserer Seite. Das Zika-Virus zeigt nicht nur sein ...
Das Zika-Virus kann auch bei Erwachsenen schwerwiegende neurologische Erkrankungen auslösen.
16 Personen in der Schweiz Zika-infiziert Bern - In der Schweiz sind seit Einführung der Meldepflicht Anfang März 16 Fälle von Infektionen mit dem ...
In 60 bis 80 Prozent der Fälle verläuft eine Infektion unbemerkt. (Symbolbild)
Titel Forum Teaser
Massagepraxis in Zürich-Oerlikon
Medizin Jobs und Jobs Gesundheitswesen
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Sa So
Zürich 18°C 25°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen Wolkenfelder, kaum Regen
Basel 20°C 25°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen Wolkenfelder, kaum Regen
St. Gallen 17°C 24°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen Wolkenfelder, kaum Regen
Bern 18°C 24°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen Wolkenfelder, kaum Regen
Luzern 18°C 24°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen Wolkenfelder, kaum Regen
Genf 20°C 24°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft Wolkenfelder, kaum Regen
Lugano 21°C 27°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft vereinzelte Gewitter
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten