Literatur-Nobelpreis geht an Harold Pinter
publiziert: Donnerstag, 13. Okt 2005 / 17:30 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 13. Okt 2005 / 18:39 Uhr

Stockholm - Der britische Dramatiker Harold Pinter hat überraschend den Nobelpreis für Literatur zugesprochen erhalten.

Mit «Der Hausmeister» erlangte Harold Pinter Weltruhm.
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Schwedische Akademie
Die Biographie von Harold Pinter.
nobelprize.org/literature/laureates/2005/pinter-bibl-d.html

Er sei schlicht überwältigt, gestand der Autor der vor seinem Haus versammelten Presse.

Pinter habe mit seinen Dramen den «Abgrund unter dem alltäglichen Geschwätz freigelegt», begründete die Stockholmer Jury ihren Entscheid. Der Ständige Sekretär des Gremiums, Horace Engdahl (56), lobte ausserdem, dass sich der späte Pinter «immer mehr politisch begründetem Leiden zugewandt» habe.

«Zorniger, alter Mann»

Der linksliberale Autor wird oft als «zorniger, alter Mann» apostrophiert. So attackierte er immer wieder vehement die Irak-Politik von US-Präsident George W. Bush und des britischen Premiers Tony Blair. Einen ganz persönlichen Kampf führt er seit drei Jahren gegen Kehlkopfkrebs.

Der als Sohn eines jüdischen Schneiders aus kleinen Verhältnissen im Londoner East End stammende Bühnen-, Hörspiel- und Drehbuchverfasser gehört spätestens seit seiner Heirat mit der Historikerin Lady Antonia Fraser 1980 zur britischen «High Society».

Gemischte Reaktionen

Pinter war im Vorfeld der Wahl nicht als Kandidat gehandelt worden. Kenner rechneten mit einem der längst «fälligen» US-Romanciers wie Philip Roth oder Thomas Pynchon. Auch dem syrisch-libanesischen Lyriker Adonis und seinem schwedischen Kollegen Tomas Tranströmer waren zum wiederholten Mal Chancen eingeräumt worden.

Die Reaktionen auf Pinters Auszeichnung waren gemischt. Die österreichische Literaturkritikerin Sigrid Löffler nannte ihn «démodé», und auch Franz Wille vom Branchenblatt «Theater heute» bemängelte, Pinters letzten Stücke seien längst nicht mehr auf alter Höhe gewesen.

Seine 29 Stücke seien nur noch selten auf den Spielplänen zu finden, ergänzte Wille. In der Schweiz etwa hat ihn von den grossen Bühnen bisher nur die «Comédie de Genève» auf dem Programm. Dort beschliesst Pinters Erfolgsstück von 1978 «Betrayal» («Trahisons») unter der Regie von Philippe Mentha im Frühling die Saison.

(bert/sda)

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