Liverpool und Chelsea mit knappem Vorsprung
publiziert: Montag, 9. Mrz 2009 / 21:55 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 10. Mrz 2009 / 00:07 Uhr

Die englischen Topklubs Liverpool und Chelsea gehen mit einem 1:0-Vorsprung in die Achtelfinal-Rückspiele der Champions League. Liverpool hat den Vorteil, dass es gegen Real Madrid zuhause antritt. Chelsea muss die Führung bei Juventus verteidigen.

Seit Guus Hiddink bei Chelsea das Zepter schwingt, siegte das Team fünfmal in Folge.
Seit Guus Hiddink bei Chelsea das Zepter schwingt, siegte das Team fünfmal in Folge.
Seit Guus Hiddink an der Stamford Bridge das Zepter schwingt, überliess Chelsea der Konkurrenz nicht einmal mehr die Brosamen. Fünf Siege in Folge fuhr das Team unter dem holländischen Trainer ein.

Doch Euphorie will sich deswegen bei den «Blues» nicht breit machen. Hiddink, der nur bis zum Saisonende bei Chelsea bleiben soll und nebenbei auch Nationalcoach Russlands ist, hat das teure Ensemble mit harter Führung wieder flott gemacht.

Pro und contra Hiddink

Zu hart offenbar für einzelne Persönlichkeiten. Gemäss dem «Sunday Express» sollen Captain John Terry und Aussenverteidiger Ashley Cole bereits ihren Abgang für den kommenden Sommer angekündigt haben, falls der «holländische General», wie die Presse Hiddink nennt, längerfristig in West-London arbeitet. Auch der Portugiese Deco, unter Hiddink oft nur Reservist, will offenbar aus seinem gut dotierten Vertrag aussteigen.

Doch solange Chelsea gewinnt, hat Hiddink die Argumente auf seiner Seite. Während ein Teil der Führungsspieler mit ihm nicht klar kommen will, sind andere von der Arbeitsweise des Holländers fasziniert. «Er hat einen guten Charakter und grossartiges Charisma. Jetzt haben wir wieder eine gute Disziplin in der Mannschaft», lobte der Deutsche Michael Ballack.

Ranieri will Serie brechen

In Turin will ein Coach die Serie von Hiddink beenden, der Chelsea einst selber trainiert hat und der von Roman Abramowitsch nach acht Monaten vor die Tür gesetzt worden ist.

Claudio Ranieri war zwischen Sommer 2003 und Frühling 2004 der erste Trainer in der Ära des russischen Oligarchen. Heute betreut der 57-Jährige mit beachtlichem Erfolg die Juve und führte die Turiner nach dem «Calcioskandal» und dem Wiederaufstieg 2007 rasch wieder an die (erweiterte) europäische Spitze.

Der Weg der Jugend

Den Weg, den die Juventini unter Ranieri beschritten haben, ist durchaus unüblich für einen italienischen Grossklub. Die Turiner setzen vermehrt auf junge Einheimische und haben mit dieser Politik Erfolg.

Während Milan mit einer routinierten, aber auch überalterten und vom Erfolg gesättigten Squadra die zweite enttäuschende Saison in Folge absolviert, wurden Ranieris junge Wilde im letzten Jahr Dritte, überstanden die Vorrunde der Champions League ohne Niederlage als Gruppensieger und sind in der Serie A mit sieben Punkten Rückstand der einzige verbliebene Rivale von Inter.

Juve schon soweit?

Ob die Mannschaft indes schon bereit ist, ein Schwergewicht wie Chelsea aus dem Weg zu räumen, ist fraglich. In solchen Spielen entscheidet oft die Erfahrung. Das Hinspiel offenbarte, dass die der Juve noch abgeht. In der Startviertelstunde wusste sich das Team dem Ansturm der Engländer kaum zu erwehren und handelte sich in dieser Phase auch das Handicap ein.

Im Rückspiel, der zum wichtigsten Rendez-vous der Saison erklärten Begegnung, ruhen die Hoffnungen vor allem auf zwei älteren Jahrgängen. Die Stürmer Alessandro Del Piero (1974) und David Trezeguet (1977) sollen die Tore zur Wende herbeiführen.

Die beiden werden erstmals seit dem Champions-League-Startspiel gegen Zenit St. Petersburg im letzten September zusammen in der Startformation stehen. Trotz dieser halbjährigen Zwangspause weisen die beiden eindrückliche Torquoten auf. Zusammen erzielten sie für die Juve bisher 415 Treffer.

Reals Achtelfinal-Trauma

Um Leben und Tod gehe es im Rückspiel in Liverpool, sagte Real Madrids Trainer Juande Ramos. Die Spanier blicken nach der Hinspiel-Niederlage dem fünften Achtelfinal-Out in Serie entgegen; wahrlich die «Bilanz eines dem Tod Geweihten» -- zumindest nach königlichem Selbstverständnis.

14 Tage nach der Heimpleite können die Iberer an der Anfield Road darauf hoffen, dass Liverpool weiterhin Formschwankungen unterworfen ist und der soliden Leistung in Madrid nun ein schwaches Spiel im Heimstadion folgen lässt. Die Engländer haben in diesem Jahr nur fünf von 14 Partien gewonnen. Drei dieser Siege realisierten sie gegen wenig glamouröse Gegner wie Preston, Sunderland und Portsmouth.

Zwei Spitzenspiele in vier Tagen

Allerdings waren die «Reds» in den letzten Jahren (fast) immer dabei, wenn die Champions League in die entscheidende Phase trat. Zwischen 2005 und 2008 verpassten sie nur einmal die Qualifikation für die Halbfinals (2006). Ihr spanischer Trainer Rafael Benitez schaffte es immer wieder, in den grossen Spielen die richtige Taktik auszutüfteln. So hielt er auch diesmal vor dem Rückspiel den Ball verbal flach. «Wir dürfen nicht glauben, es sei schon vorbei. Es wird nicht einfach.»

Mehr Mühe hat Benitez jeweils, wenn es darum geht, sein Team nach den grossen (europäischen) Auftritten zu motivieren. So verlor Liverpool drei Tage nach dem Sieg im Bernabeu gegen das abstiegsgefährdete Middlesbrough 0:2. Nach dem Rückspiel dürfte es diese Probleme im FC Liverpool für einmal nicht geben. Am Samstag steht in der Premier League das Spitzenspiel bei Leader Manchester United an.

Dienstag, 10. März, 20.45 Uhr:

Bayern München - Sporting Lissabon (Hinspiel: 5:0) Panathinaikos Athen - Villarreal (1:1) Juventus Turin - Chelsea (0:1) FC Liverpool - Real Madrid (1:0)

Mittwoch, 11. März, 20.45 Uhr:

Porto - Atletico Madrid (2:2) FC Barcelona - Lyon (1:1) Arsenal - AS Roma (1:0) Manchester United - Inter Mailand (0:0)

UEFA-Cup. Achtelfinals. Donnerstag, 12. März:

Bremen - St. Etienne Marseilla - Ajax Amsterdam Dynamo Kiew - Metalist Charkiw ZSKA Moskau - Schachtjor Donezk Hamburg - Galatasaray Istanbul Paris St-Germain - Braga Udinese - Zenit St. Petersburg Manchester City - Aalborg

(fest/Si)

 
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