Lobrede auf das 125-jährige Telefonbuch
publiziert: Donnerstag, 10. Nov 2005 / 21:00 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 10. Nov 2005 / 21:44 Uhr

Bern - Das Telefonbuch verkörpert alle Elemente der Aufklärung. Darum hielt Moritz Leuenberger dem Werk eine Lobrede.

Eine Marktstudie zeigt, dass 70 Prozent der Schweizer Bevölkerung das Telefonbuch regelmässig nutzen.
Eine Marktstudie zeigt, dass 70 Prozent der Schweizer Bevölkerung das Telefonbuch regelmässig nutzen.
Weiterführende Links zur Meldung:

Directories im Internet
Die Nummern des Telefonbuchs Directories können auch im Internet abgerufen werden.
www.directories.ch/

Das 125-Jahre-Jubiläum des Telefonbuchs wurde in feierlichem Rahmen im Museum für Komunikation in Bern begangen. In seiner Ansprache erinnerte Moritz Leuenberger, als Vorsteher des Eidg. Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) sozusagen oberster Hüter des Verzeichnisses, an die zahlreichen parlamentarischen Vorstösse bezüglich des Werkes.

So verlangte etwa ein Tessiner Abgeordneter, der Bundesrat solle dafür sorgen, dass auch über 20-Jährige das Buch lesen könnten. Die enorme Popularität des Telefonbuches machten das UVEK zum Gegenstand von Übernahmegelüsten, wie sie gerade jetzt wieder aufträten.

Diese Versuche seien zwar als «unfriendly» - da «hintenherum» - zu bezeichnen, in der Politik aber normal - wenigstens seit zwei Jahren, sagte Leuenberger laut Redetext.

Verkörperung der Aufklärung

Indessen sei das Telefonbuch ein Werk, das allen Respekt verdiene. Der Samichlaus habe dem Knaben Leuenberger seine Sünden aus einem Buch vorgelesen, einer «Art Bibel». Beim Lüpfen des Samichlausen-Bartes habe sich der «eindrückliche Schinken» dann aber als Telefonbuch entpuppt. Leuenberger sei dabei der Respekt für den Rotgewandeten geschwunden - und damit auch der Glauben an den Osterhasen.

In der Tat verkörpere das Telefonbuch alle Elemente der Aufklärung. Es stehe für das Menschenrecht auf Bildung und Information, verkörpere Kontinuität im Wandel und stehe für das gebildete Bürgertum, denn niemand könne sich seiner ohne Kenntnis des Alphabets bedienen.

Heute druckt Swisscom Directories, seit 1999 der Verleger der aktuell 25 Telefonbuchbände für die ganze Schweiz, jährlich eine Auflage von rund 5 Millionen Büchern. Eine Marktstudie von Directories zeigt, dass 70 Prozent der Schweizer Bevölkerung das Telefonbuch regelmässig nutzen.

(bert/sda)

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