Lösegeldzahlung im Fall Erkel - Teilsieg der Niederlande
publiziert: Montag, 14. Jul 2008 / 13:18 Uhr / aktualisiert: Montag, 14. Jul 2008 / 17:44 Uhr

Lausanne - Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen muss den Niederlanden 270'000 Euro an das Lösegeld zur Freilassung des MSF-Mitarbeiters Arjan Erkel bezahlen. Das Bundesgericht hat die Beschwerde aus Den Haag teilweise gutgeheissen.

Ärzte ohne Grenzen leistet in aller Welt Hilfe für Menschen, die keinen ausreichenden Zugang zu medizinischer Versorgung haben.
Ärzte ohne Grenzen leistet in aller Welt Hilfe für Menschen, die keinen ausreichenden Zugang zu medizinischer Versorgung haben.
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Der Niederländer Erkel war im August 2002 während seines Einsatzes für die Schweizer Sektion von Ärzte ohne Grenzen/Médecins sans Frontières (MSF) in der südrussischen Republik Dagestan entführt worden. Nach 600 Tagen wurde er gegen eine Lösegeldzahlung seines Heimatlandes von einer Million Euro freigelassen.

2004 reichte die niederländische Regierung in Genf Klage gegen die Schweizer MSF-Sektion ein. Sie verlangte die Rückerstattung des Lösegelds, das nur auf Bitten der Hilfsorganisation gezahlt worden sei. Die Genfer Justiz wies die Klage jedoch ab.

Unverständnis über Urteil

Das Bundesgericht hat die Beschwerde der Niederlande nun teilweise gutgeheissen und MSF verpflichtet, 270'000 Euro (440'000 Franken) zu zahlen, plus fünf Prozent Zinsen seit 2004. Das Urteil liegt erst im Dispositiv vor, die Begründung folgt später.

MSF äusserte sich enttäuscht und beunruhigt über die Konsequenzen, welche dieser Entscheid für die Arbeit der humanitären Organisationen haben werde. «Wir verstehen das Urteil des Bundesgerichts nicht», sagte MSF-Generaldirektor Christian Captier gegenüber dem Westschweizer Radio RSR.

Das Urteil täusche über die Verantwortlichkeit eines Staates hinweg. Capitier bedauerte, dass eine demokratische Regierung eine Nichtregierungsorganisation juristisch angreife.

(tri/sda)

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