Lohnschere öffnet sich weiter
publiziert: Montag, 20. Jun 2005 / 12:39 Uhr / aktualisiert: Montag, 20. Jun 2005 / 15:47 Uhr

Bern - Die Chefetage von Konzernen in der Schweiz hat 2004 kräftig zugelangt. Die meisten Angestellten mussten bei den Löhnen dagegen eine Nullrunde hinnehmen.

Manager werden weiterhin zu teuer bezahlt.
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Damit hat sich die Lohnschere weiter geöffnet, wie eine Studie von Travail.Suisse zeigt. In 21 der 25 untersuchten Firmen ging die Lohnschere - das Verhältnis des durchschnittlichen Lohnes eines Mitglieds der Konzernleitung zum Tiefstlohn im Unternehmen - auf, wie die Studie der Gewerkschaft zeigt.

In zehn Fällen öffnete sich die Schere gegenüber dem Vorjahr um mehr als 20 Prozent, in sechs Fällen waren es 10 bis 20 Prozent. So verdiente etwa bei der Grossbank UBS ein Konzernleitungsmitglied 2004 im Durchschnitt 230 mal mehr als der Angestellte mit dem tiefsten Lohn. Im Vorjahr war das Verhältnis noch bei 188 zu 1.

Bei der Credit Suisse waren es 2004 180 zu 1 (Vorjahr 140 zu 1). Und beim Basler Pharmariesen Novartis betrug das Verhältnis 98 zu 1, nach 74 zu 1 im Vorjahr. Dass es auch anders geht, zeigen die Beispiele Helvetia Patria (16 zu 1) oder Zschokke (10,4 zu 1).

Nur bei vier Unternehmen hat sich die Lohnschere wieder geschlossen. Bei Swisscom, Batigroup und Swiss Life waren es zwischen 4 und 10 Prozent, bei Clariant sogar um mehr als 20 Prozent. Untersucht wurden 23 börsenkotierte Firmen verschiedener Branchen in der Schweiz sowie die Grossverteiler Migros und Coop.

Das Verhältnis des Mindesteinkommens eines Arbeitnehmenden zum Lohn des Chefs der Geschäfstleitung sei in der Schweiz in den letzten zehn Jahren explodiert, sagte Travail.Suisse-Präsident Hugo Fasel vor den Medien in Bern. Die exorbitanten Entschädigungen in der Führungsetage seien das Resultat von Marktversagen.

"Hier spielt kein Markt, sondern es handelt sich um eine Privilegienwirtschaft, in der man sich kennt und sich gegenseitig zu Mandaten und Gehaltserhöhungen verhilft", monierte er. Ein positives Unternehmensergebnis sei aber nicht allein das Verdienst einiger weniger Topmanager, sondern der ganzen Belegschaft.

Der Wille zu mehr Transparenz auf politischer Ebene sei indes ein halbherziger: Das Parlament wolle keine individuelle Offenlegungspflicht, Transparenzvorschriften sollen nur für börsenkotierte Unternehmen gelten und der Generalversammlung werde das letzte Wort zur Höhe der Entschädigung von Verwaltungsrat und Geschäftsleitung verwehrt.

(fest/sda)

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