Frauen verdienen ein Fünftel weniger
Lohnungleichheit nimmt wieder zu
publiziert: Donnerstag, 4. Mrz 2010 / 13:08 Uhr

Bern - Wenn Frauen und Männer je fünf Tage die Woche arbeiten, werden Frauen von ihren Arbeitgebern für vier Tage bezahlt - im Durchschnitt. Frauen wehren sich seit jeher gegen diese Ungerechtigkeit. Ohne viel Erfolg für ihr Portemonnaie.

Seit Inkrafttreten des Gleichstellungsgesetzes hatte sich der Lohnunterschied stetig verkleinert.
Seit Inkrafttreten des Gleichstellungsgesetzes hatte sich der Lohnunterschied stetig verkleinert.
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Und dies trotz fast 30-jährigem Verfassungsartikel, der gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit zusichert. Und trotz Gleichstellungsgesetz, das 1996 in Kraft getreten ist und jegliche Art von Diskriminierung verbietet.

«Es gibt kaum ein Gesetz, das derart krass missachtet wird wie das Gleichstellungsgesetz», sagte Franziska Teuscher, Nationalrätin der Grünen, vor den Medien in Bern. Ausserdem überlasse es den betroffenen Frauen, ihr Recht für gleichen Lohn für gleiche Arbeit einzufordern.

Beschämende Differenz

Seit Inkrafttreten des Gleichstellungsgesetzes hatte sich der Lohnunterschied stetig verkleinert. «Eindrückliche Sprünge waren jedoch nicht zu verzeichnen, und die Differenz blieb immer beschämend hoch», resümierte Christina Werder, Zuständige für Gleichstellungspolitik beim Schweizerischen Gewerkschaftsbund, die Zahlen der vergangenen Jahre.

Betrug die Lohndifferenz 2006 18,9 Prozent, hat sie sich aber gemäss Bundesamt für Statistik seither wieder erhöht und zwar auf 19,3 Prozent im Jahr 2008. Die Analyse der Zahlen hat nun ergeben, dass vor allem die Lohnunterschiede bei Kadern und Bonizahlungen die Schere öffnen.

Bei Versicherungen und im Handel betrügen die Lohnunterschiede im mittleren und oberen Kader bis zu 29 Prozent, führte Corinne Schärer von der Gewerkschaft Unia aus. Im Bankensektor sei von 2006 bis 2008 die Lohndifferenz in den obersten Etagen von 15,9 auf 23,7 Prozent angestiegen.

Die Banken fallen auf

Ausserdem fördern Sonderzahlungen wie Boni, also flexible Lohnbestandteile, die ungleiche Verteilung der Löhne. «Sonderzahlungen werden nicht geschlechtsneutral verteilt», analysierte Schärer.

Auch hier fallen die Banken auf: Der Anteil Boni am Gesamtlohn eines Bankers beträgt 34 Prozent, so Schärer. Bei Bankerinnen beträgt der Anteil 15 Prozent.

Auch der öffentliche Sektor, der doch eigentlich eine Vorbildfunktion übernehmen sollte, mache keine gute Falle, sagte Michela Bovolenta vom Verband des Personals öffentlicher Dienste, vpod. Die Lohndifferenz blieb auf Bundesebene stabil bei 12,9 Prozent.

(pad/sda)

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