Loïc Burkhalter: Als «Vollstrecker» geboren
publiziert: Mittwoch, 18. Jan 2006 / 14:34 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 18. Jan 2006 / 14:53 Uhr

Schafft es Arno Del Curto, nachdem er andere «vermeintliche Problemspieler» mit Riesentalent in der Vergangenheit zu Topniveau führte, dies nun auch bei Loïc Burkhalter zu bewirken? Mit dem Ex-Tiger in Topform hat er eine neue Herausforderung, bei welcher sich dieser Einsatz lohnen kann.

Der HC Davos hat mit dem neuen Stürmerstar Loïc Burkhalter einen der talentiertesten Schweizer Torjäger der Gegenwart seit Januar neu im Kader. Loïc Burkhalter, gedraftet von den Phoenix Coyotes, galt vor seinem Wechsel im Jahre 2003 von Ambri nach Langnau als bester Schweizer Center mit Torriecher der Gegenwart. Seine 47 Punkte in 47 Spielen für Ambri vor zweieinhalb Jahren sind bereits Legende. Doch dann fiel er in ein Leistungsloch, gemeinsam mit seinem damaligen neuen Verein, den SCL Tigers.

Dass dies jetzt beim HC Davos nicht passiert, dafür sprechen einige Gründe: Burkhalter kommt nicht als hochbezahlter Superstar mit Vorschusslorbeeren zum HCD, sondern muss sich zunächst als Ergänzungsspieler bewähren und wieder an seine Bestform heran arbeiten. Wie schon in früheren Jahren, scheute Arno Del Curo nicht, einen sogenannten «Problemspieler», eine «Hockey-Diva», ins Team zu holen, um ihn hockeytechnisch perfekter zu schleifen und ihn in ein Team zu betten, bei welchem er seine Fähigkeiten voll ausschöpfen kann.

Und wehe, wenn er dazu in der Lage ist, dann wird der HCD eine grosse Freude an ihm haben. Und Del Curto hat einmal mehr ein solches «Experiment» erfolgreich abgeschlossen.

Erster Checkup am Spengler Cup positiv

Der Transfer Burkhalters zum HCD war keine Überraschung. Die SCL Tigers sind nach wie vor die beliebtesten Fischgründe des passionierten Anglers Arno del Curto. Nach den von Arx-Brüdern, Peter Guggisberg, Oskar Ackeström und manch einem anderen Ex-Tiger holte er sich nun auch Loic Burkhalter ins Boot. Ein erster Checkup am Spengler Cup zeigte schon mal seine «HCD-Kompatibilität».

Nun soll er in der NLA-Meisterschaft dem HCD die nötige Effektivität und Produktivität vor dem Tor erhöhen. Am Spengler Cup 2005 war er in zwei Partien bereits eine echte Verstärkung und hier haben auch beide Seiten, die sich zuvor schon «beschnupperten», Lunte gerochen.

Im «richtigen Team» zu alter Stärke…

Loïc Burkhalter hat zwei eher schwierige Saisons in Langnau hinter sich. Gehandelt als der Schweizer Topskorer der Zukunft mit dem gewissen besonderen Flair für Torsituationen, kam er zusammen mit seinem besten Freund und Linienkollegen Vitaly Lakhmatov aus einer äusserst erfolgreichen Ambri-Zeit ins Emmental. Eigentlich erfolgte der Wechsel von der Leventina ins Emmental aus dem genau gleichen Grund wie der jetzige vom Emmental ins Landwassertal: «Ich sah, wie man bei den SCL Tigers eine Mannschaft der Zukunft aufbaute und einige wichtige Veteranen holte. Da wollte ich meine Chance nutzen», sagte er bei seinem Wechsel 2002/03.

Burkhalter, ein 92 Kilo-Muskelprotz (in trainiertem Zustand…) bei 183 cm Körpergrösse, wurde bei den Tigers aber nie wirklich glücklich. Und mit der miserablen sportlichen Situation in Langnau wuchs nicht nur sein Missmut sondern auch sein Gewicht: Seine Leistungen liessen zu wünschen übrig. Burkhalter fühlte sich «am falschen Platz» und sah die Chancen auf sportlichen wie auch persönlichen Erfolg schwinden. So wie sein Kollege Thibaut Monnet, ähnlich bullig und torhungrig wie Burkhalter, es einige Monate zuvor mit dem Wechsel von den Tigers zum SC Bern vorgemacht hatte, wollte Loïc Burkhalter seiner Karriere den dringend notwendigen Umschwung geben. «Ich bin desillusioniert worden. In Langnau kann ich nie Meister werden. In Davos aber schon.»

Eishockey.ch- Scouting Report Loïc Burkhalter

JW. - Notengebung 1 bis 7 gemäss einem international anwendbaren Notenschlüssel.
7 = herausragend/Weltklasse, 6= Internationale Klasse, 5= NLA-Spitze, 4= NLA-Durchschnitt, 3= Rollenspieler, 2= NLA-würdig aber mit Mängel, 1= NLA-unwürdig

Technik/Skating: 5
Mentale Stärke: 4,5
Physis: 5
Kondition: 4,5
Disziplin: 4
Taktisches Verständnis: 5
Schusstechnik: 5,5
Killer Instinkt: 6
Belastbarkeit: 4,5
Zukunftsaussichten: 5,5

Total: Note 4,9

(Joël Wüthrich, Working Press Basel-Montreal/eishockey.ch)

 
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