Petition aus dem Tessin
Losone wehrt sich gegen eventuelle Asylunterkunft
publiziert: Freitag, 5. Okt 2012 / 16:43 Uhr
Der Gesetzesartikel zu den Unterkünften für renitente Asylsuchende muss noch ausgearbeitet werden.
Der Gesetzesartikel zu den Unterkünften für renitente Asylsuchende muss noch ausgearbeitet werden.

Bern - Die Tessiner Gemeinde Losone befürchtet, dass in der alten Kaserne ein Zentrum für renitente Asylsuchende eingerichtet werden könnte. Gemeindevertreter haben am Freitag in Bern eine Petition dagegen eingereicht.

Plan ist ein unabhängiges Hilfswerk, das sich weltweit für benachteiligte Kinder und deren Familien stark macht.
4 Meldungen im Zusammenhang
Lanciert hat die Petition der Tessiner SVP-Grossrat Eros Mellini. Gemeinsam mit Gemeindevertretern aus Losone deponierte er am Freitagnachmittag bei der Bundeskanzlei mehr als 6000 Unterschriften.

Die meisten stammten aus der 7000-Einwohner-Gemeinde Losone, sagte Mellini. Die Bürgerinnen und Bürger wollten kein Asylzentrum - und schon gar nicht eines für renitente Asylsuchende.

Museum geplant

Grund ist laut Mellini nicht nur die Furcht vor Kriminalität. Die Gemeinde habe eigene Pläne für die Kaserne, erklärte der SVP-Grossrat. Geplant sei nämlich ein Museum. Abgesehen davon beherberge der Kanton Tessin schon genügend Asylsuchende.

Laut Mellini hat sich auch der Tessiner Regierungsrat eingeschaltet. Er habe diese Woche in einem Brief an den Bundesrat deutlich gemacht, dass er die Museumspläne der Gemeinde Losone unterstütze. Es eile, sagte Mellini, denn der Bundesrat entscheide möglicherweise bereits kommende Woche darüber, ob er in der alten Kaserne von Losone renitente Asylsuchende unterbringe.

«Derzeit kein Thema»

Beim Bundesamt für Migration (BFM) versteht man die Aufregung nicht. Losone sei lediglich eine von zahlreichen Gemeinden mit Armeeunterkünften, deren Umnutzung geprüft werde, sagte BFM-Sprecher Michael Glauser auf Anfrage. «Wir prüfen viele Objekte, denn es fehlen immer noch mehrere hundert Plätze. Losone ist im Moment kein Thema.»

Das Bundesamt betont im Übrigen, dass es nach wie vor auf Kooperation mit den Gemeinden und Kantonen setzt. Dies trotz des Dringlichkeitsrechts, das ihm erlauben würde, Armeeunterkünfte ohne Einwilligung der Gemeinden in Asylunterkünfte zu verwandeln.

Was die Unterkünfte für renitente Asylsuchende betrifft, dauert es laut Glauser voraussichtlich noch Wochen, bis geklärt ist, wie der entsprechende Gesetzesartikel rechtlich und praktisch umzusetzen ist. Offen ist etwa, wie viel Bewegungsfreiheit die Bewohner eines solchen Zentrums hätten und wer sie bewachen würde. Zur Diskussion steht auch, anstelle eines Zentrums in verschiedenen Zentren spezielle Zimmer für renitente Asylsuchende einzurichten.

(bert/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
1
Forum
Machen Sie auch mit! Diese news.ch - Meldung wurde von einer Leserin oder einem Leser kommentiert.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Alpnach OW - Der Bund will das Truppenlager Kleine Schliere in Alpnach als Bundeszentrum für Asylsuchende nutzen. Dies teilte ... mehr lesen 1
Asylunterkunft. (Symbolbild)
Der Bundesrat soll die neuen Asylverfahren testen können.
Bern - Die dringlichen Änderungen des Asylgesetzes sind unter Dach und ... mehr lesen 1
Bern - Renitente Asylsuchende dürften schon bald in speziellen Zentren untergebracht werden. Die Idee, diese Massnahme für ... mehr lesen 1
Dringliche Änderung des Asylgesetzes im Ständerat umstritten.
Das Gesetz kann sofort geändert werden: Spezielle Zentren können dann eingerichtet werden.
Bern - Einige der geplanten Änderungen des Asylgesetzes sollen für dringlich erklärt werden. Nach dem Nationalrat hat sich auch ... mehr lesen 1
Genau !
"wie viel Bewegungsfreiheit die Bewohner eines solchen Zentrums hätten"
Das bestimmen die "Bewohner" nach wie vor und überall immer noch selber. Oder glaubt man wirklich, irgendwelche Einschränkungen in der Bewegungsfreiheit werden auch nur ansatzweise ernst genommen von "Asylbewerbern".
Gemeinnützige internationale Hilfsorganisation
Plan ist ein unabhängiges Hilfswerk, das sich weltweit für benachteiligte Kinder und deren Familien stark macht.
Die Zahl der Menschen in der Schweiz, die einfachste Texte nicht verstehen, wird deutlich unterschätzt. (Symbolbild)
Die Zahl der Menschen in der Schweiz, die einfachste ...
Illettrismus  Bern - Es gibt mehr Menschen, die nicht richtig lesen und schreiben können, als Schweizer annehmen - und zwar deutlich mehr. 
Zahlreiche Busse  Wien - Zahlreiche Flüchtlinge, die über Tage in Ungarn festgesessen hatten, sind in ... 2
Grosszügige Hilfe  Real Madrid spendet eine Million Euro für die Aufnahme von Flüchtlingen in Spanien. Der Verein will Menschen unterstützen, die auf der Flucht vor Krieg und Tod ihre Heimat verlassen mussten.  
Titel Forum Teaser
Reto Knutti ist Professor für Klimaphysik an der ETH Zürich.
ETH-Zukunftsblog Hat die Klimaerwärmung nur scheinbar pausiert? Der Befund, dass es auf der Erde in den ...
Wettbewerb
Unvergessliche Momente auf der OCHSNER SPORT CLUB Fanbank.
Hautnah dabei  OCHSNER SPORT CLUB bringt dich hautnah an die Stars der Super League.
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
SA SO MO DI MI DO
Zürich 8°C 11°C leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
Basel 8°C 13°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
St.Gallen 9°C 14°C bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
Bern 12°C 17°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Luzern 12°C 16°C leicht bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
Genf 11°C 18°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Lugano 15°C 22°C sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
mehr Wetter von über 6000 Orten