Luc Frieden gegen Kauf von Bankkundendaten
publiziert: Dienstag, 4. Sep 2012 / 18:00 Uhr
Luc Frieden, Justiz-, Finanzminister von Luxemburg.
Luc Frieden, Justiz-, Finanzminister von Luxemburg.

Bern - Luxemburgs Finanzminister Luc Frieden kritisiert in einem Interview zum Steuerstreit der Schweiz und Deutschlands den Diebstahl und Kauf von Bankkundendaten. Er rate niemandem, Daten zu stehlen, und er empfehle niemanden, gestohlene Daten zu erwerben.

8 Meldungen im Zusammenhang
Im in der Schweiz und in Deutschland umstrittenen Steuerabkommen seien die beiden Länder «sehr stark aufeinander zugegangen», sagte Frieden in dem am Dienstag in der Online-Ausgabe der «Handelszeitung» publizierten Interview. «Das kann ich nur begrüssen.»

Für ihn als Freund beider Seiten sei «alles andere als der Dialog für gute Beziehungen zwischen zwei Staaten nicht wünschenswert». Der Kauf gestohlener Daten könne nicht die Art und Weise sein, wie Rechtsstaaten miteinander umgingen.

Luxemburg und auch Österreich stellen sich gegen den von Gegnern des Steuerabkommens geforderten automatischen Informationsaustausch auf EU-Ebene: «Der automatische Informationsaustausch ist nicht mein bevorzugtes Modell», bekräftigte Frieden.

Schutz der Privatsphäre

Sehr viele Staaten hätten im Innern ein Quellensteuersystem eingeführt und nicht den Informationsaustausch, begründete Frieden seine Haltung. «Für mich ist der Schutz der Privatsphäre im Bereich der Vermögensverwaltung etwas Wichtiges.»

Es brauche ein System, das das Bezahlen der Steuern sicherstelle. Dafür sei die Quellensteuer ein adäquates Instrument. Frieden wünscht sich, «dass wir in Europa über diese Themen sachlicher diskutieren können».

Das Steuerabkommen der Schweiz und Deutschlands basiert auf der Abgeltungssteuer. Mit ihr muss die Schweiz ihr Bankgeheimnis nicht aufgeben, und Ausländer müssen in der Schweiz angelegtes Vermögen im Heimatland nicht offenlegen. Dafür ziehen die Banken den Kunden einen pauschalen Betrag ab, der ins Heimatland überwiesen wird.

(fest/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Das geplante Steuerabkommen zwischen der Schweiz und Deutschland geht dem früheren Bundeskanzler Gerhard Schröder zu ... mehr lesen
Gerhard Schröder versteht nicht, dass die Schweiz ihre Strategie beim Bankgeheimnis nicht ändert.
Sabine Leutheusser-Schnarrenberger
Berlin - Die deutsche Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger stösst mit ihrem Plan, den Ankauf von Steuer-CDs ... mehr lesen
Düsseldorf - Die deutsche Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger will den Ankauf und die Auswertung von Steuer-CDs durch ein Gesetz gegen Datenhehlerei künftig verhindern. Dies sagte die FDP-Ministerin der Zeitung «Rheinische Post» (Samstagsausgabe) in Düsseldorf. mehr lesen 
Düsseldorf - Der Ankauf von Steuersünder-Dateien aus der Schweiz wird für den nordrhein-westfälischen Finanzminister Norbert ... mehr lesen
Der nordrhein-westfälische Finanzminister Norbert Walter-Borjans. (Archivbild)
Weitere Artikel im Zusammenhang
Bern - Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf sieht keine Anzeichen ... mehr lesen
Die Schweiz werde gemäss Bundesrätin Widmer-Schlumpf keine Amtshilfe bei Gesuchen leisten, die auf geklauten Daten basierten.
Nordrhein-Westfalen hat gemäss Norbert Walter-Borjans bislang einen «einstelligen Millionenbetrag» ausgegeben.
Mainz - Norbert Walter-Borjans, der Finanzminister des deutschen ... mehr lesen 6
Bochum - Nach dem angeblichen Kauf von CDs mit Schweizer Bankdaten durch nordrhein-westfälische Steuerfahnder ermittelt ... mehr lesen
Von wem die Daten sind, wollte man nicht bekanntgeben. (Symbolbild)
Raiffeisen wählt die Kategorie 3 - jene Kategorie, welche beweisen kann, dass sie nicht gegen US-Gesetze verstossen.
Raiffeisen wählt die Kategorie 3 - jene Kategorie, welche beweisen kann, ...
Steuerstreit  St. Gallen - Raiffeisen wählt Kategorie 3 des US-Programms zur Bereinigung des Steuerstreits. Ende letzten Jahres hatte die Bankengruppe noch gezögert und mitgeteilt, sich entweder für Kategorie 3 oder Kategorie 4 anzumelden. 
Bankgeheimnis  Bern - Wer Bankkundendaten verkauft, kann künftig härter bestraft werden. Nach dem Nationalrat hat auch der ...  
Die Befürworter der Verschärfung erhoffen sich davon eine abschreckende Wirkung.
Die Credit Suisse hatte zugegeben, dass sie reichen Amerikanern bei der Steuerhinterziehung geholfen habe.
2,6 Mrd. Franken und Schuldeingeständnis  Zürich - Ein halbes Jahr, nachdem sich die Credit Suisse (CS) mit den US-amerikanischen Behörden ...  
Titel Forum Teaser
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
DO FR SA SO MO DI
Zürich 6°C 8°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Basel 6°C 8°C leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
St.Gallen 4°C 7°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Bern 8°C 9°C leicht bewölkt leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
Luzern 8°C 10°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Genf 8°C 12°C stark bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
Lugano 8°C 10°C bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
mehr Wetter von über 6000 Orten