Lückenfüller Teletext bald Alteisen?
publiziert: Dienstag, 7. Jun 2005 / 08:56 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 1. Mrz 2006 / 22:57 Uhr

Das analoge TV-Signal bietet zusätzlichen Platz für Datenübermittlung wie z.B. für den Teletext. An der Technik und an den sich darum herum organisierten Medien nagt aber der Zahn der Zeit.

Die Digitalisierung macht Teletext zum Auslaufmodell.
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2 Meldungen im Zusammenhang
Weiterführende Links zur Meldung:

Die Ideen der SRG SSR Idee suisse zu SWISS TXT
Medienmitteilung der SRG zu Swissinfo und Teletext, SWISS TXT
www.srg.ch/de/home/de_textarchiv_220305.html

Wikipedia: Videotext
Beschreibung der Technik und Geschichte des Teletext, Videotext
de.wikipedia.org/wiki/Videotext

25 Jahre Videotext im Ersten:
ARD-Jubiläum zu 25 Jahre Videotext
www.ard-text.de/videotext/index.html?tafel=850

Die Austastlücke des analogen Fernsehsignals ist eine technische Notwendigkeit, damit der Elektronenstrahl Zeit hat, von der unteren rechten zur linken oberen Ecke der Bildröhre zu springen, wenn er die Bilder auf die Bildfläche zeichnet. Die Austastlücke ist aber auch ein Versteck für die Übermittlung von Daten, die es für das TV-Bild nicht braucht.

Eine Idee der BBC

In den 1970er-Jahren entwickelten britische Ingenieure Verfahren, um in dieser Austastlücke Informationen zu übermitteln. Da die Bandbreite mit 600 bps, also etwa 75 Buchstaben pro Sekunde, relativ beschränkt war, waren Text-Anwendungen die ersten Projekte. Um die Informationen zu verstehen, brauchte es ein kompatibles Empfangsgerät. Erst in den 1990er-Jahren war die grosse Mehrheit der TV-Geräte mit einem Decoder ausgerüstet, der den Empfang der mittlerweile etablierten Anwendung Teletext erlaubte.

Anfang Juni feierte die ARD das 25-jährige Bestehen ihres Teletext-Dienstes. Die SRG hatte den deutschsprachigen Dienst 1984, den französischen und italienischen in den folgenden Jahren eingeführt. Bis vor kurzem war der Teletext eine eigentliche Erfolgsgeschichte. Laut Swiss TXT – die SRG-Unternehmenseinheit (UE) in Biel, die den Teletext produziert – rufen täglich 1,3 Millionen Menschen Textseiten auf.

Swiss TXT soll schliessen

Wenn es nach dem Willen der SRG-Bosse geht, soll Swiss TXT in der heutigen Form aber im Rahmen einer grösseren Umstrukturierung verschwinden. Die Teletext-Seiten sollen nach wie vor produziert werden, aber von viel kostengünstigeren Teil-Organisationen in anderen UEs.

Ähnlich betroffen von dieser Umstrukturierung wäre auch die SRG-UE für den internationalen Internet-Auftritt, SwissInfo. Die wehrt sich aber mit allen Mitteln dagegen und hat einige politische Unterstützung erhalten. Die Umstrukturierung ist also noch keine beschlossene Sache.

Internet in der Austastlücke

Der Teletext wird uns für einige Jahre erhalten bleiben – so oder so. Interessant ist aber auch, dass die Austastlücke für andere Anwendungen genutzt wurde, ja sogar neue kürzlich eingeführt wurden. Bis zum Konkurs im September 2001 übertrug R@dio.MP3 Songs auf diesem Weg.

Noch weiter ging das ZDF: In Zusammenarbeit mit Intel bot es eine Einweg-Internet-Verbindung, das so genannte Intercast. Zum Empfang einer vorgegebenen Auswahl von Webseiten war eine spezielle Hardware mit entsprechender Software nötig, aber es gab keine Verbindungskosten. Der Dienst wurde im März 2000 eingestellt.

Seit kurzem nutzt Swisscom Fixnet Bluewin die Austastlücke im Signal der SRG-Sender zur Übertragung von elektronischen Programmdaten (EPG, electronic program guide), welche für den Harddisk-Rekorder BluewinTV 300 nötig sind. Es können sogar individuelle Programmierung des Rekorders übertragen werden, welche vom Nutzer im Internet gemacht wurden.

Ende Feuer wegen Digitalfunk

Im Rahmen der Umstellung von analogen auf digitale TV-Signale der nächsten Jahre werden die Übertragungstechnologien verschwinden, welche auf der Austastlücke basieren. Natürlich ist digitaler TV-Funk vielseitiger und leistungsstärker und wird deshalb programmbegleitende Textinformationen weiterhin ermöglichen. Die Auswechslung von Basistechnologien ist selbst für relativ wenig komplexe Medien wie Teletext und deren Organisationen aber keineswegs ein Kinderspiel.

Auf die inhaltlichen, technologischen und auch politischen Veränderungen in den nächsten Jahren betreffend Austastlücke dürfen wir also gespannt sein.

(lg/news.ch)

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