Regierungspartei entschuldigt sich
Luftangriff im Südosten der Türkei
publiziert: Donnerstag, 29. Dez 2011 / 15:51 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 29. Dez 2011 / 17:56 Uhr

Diyarbakir - Die türkische Luftwaffe hat bei einem Angriff im Grenzgebiet zum Irak offenbar 35 kurdische Schmuggler getötet, statt PKK-Rebellen. Die Regierungspartei AKP entschuldigte sich für den wahrscheinlichen Irrtum.

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Laut ersten Informationen seien Schmuggler getötet worden, und nicht wie beabsichtigt separatistische Rebellen, sagte Hüseyin Celik, Vize-Präsident der Regierungspartei AKP.

Die Behörden der Provinz Sirnak im äussersten Südosten der Türkei bezifferten die Zahl der getöteten Dorfbewohner auf 35. Der Gouverneur von Sirnak, Vahdettin Özkan, sagte, Ermittlungen seien eingeleitet worden.

Der Generalstab der Streitkräfte erklärte, der nächtliche Angriff habe mutmasslichen kurdischen Kämpfern gegolten. Diese hätten versucht, aus dem Nordirak, «wo die wichtigsten Lager der PKK liegen und wo keine Zivilisten leben», auf türkisches Gebiet vorzudringen.

Von früheren Anschlägen sei bekannt, dass die PKK Lasttiere benutze, um schwere Waffen, Munition und Sprengstoff zu transportieren. Die Gruppe, die sich am Mittwochabend auf die türkische Grenze zubewegt habe, sei von einem unbemannten Aufklärungsflugzeug entdeckt worden, hiess es.

Daraufhin sei ein Einsatz der Luftwaffe befohlen worden und das Ziel sei unter Feuer genommen worden. Auch die Armee bestätigte, dass Ermittlungen im Gange seien.

Kurden sprechen von «Massaker»

Kurdische Politiker warfen der Armee Fehlverhalten vor. Der Chef der türkischen Kurdenpartei BDP, Selahattin Demirtas, warf der Armee ein «Massaker» vor. Alle Getöteten seien Zivilisten.

Der BDP-Abgeordnete von Sirnak, Hasip Kaplan, sagte, die Behörden wüssten, dass die Bewohner aus der Grenzregion ihren Lebensunterhalt durch Schmuggel verdienten und regelmässig die Grenze überquerten, um im Irak günstig Treibstoff und Zucker zu besorgen.

Auch Dorfbewohner sagten der türkischen Nachrichtenagentur Dogan, bei den Opfern habe es sich um Schmuggler gehandelt, die mit Maultieren Dieselkraftstoff befördert hätten.

Auch Anhänger der verbotenen Kurdenpartei PKK überqueren oft die Grenze. Die PKK bekämpft seit 1984 den türkischen Staat. In dem Konflikt sind bisher rund 45'000 Menschen ums Leben gekommen. Die PKK wird von der Türkei, der Europäischen Union und den USA als terroristische Vereinigung angesehen.

(bg/sda)

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