Lugo spricht von «Gross-Lateinamerika»
publiziert: Dienstag, 22. Apr 2008 / 16:26 Uhr

Asunción - Nach dem historischen Machtwechsel in Paraguay hat der neu gewählte Präsident Fernando Lugo seine Vision von einem Wandel Lateinamerikas entworfen. Er wolle ein «grosses Lateinamerika, integriert und respektiert, ohne Grenzen.»

Fernando Lugos Wahlsieg kam eher überraschend.
Fernando Lugos Wahlsieg kam eher überraschend.
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Für Paraguay strebe er eine wichtige Rolle in einem vereinten Kontinent an, sagte der 56-jährige ehemalige Bischof und Befreiungstheologe der Nachrichtenagentur AFP am Montag in Asunción.

Er träume von einem geachteten Paraguay in einer geachteten «grossen Heimat» Lateinamerika.

Paraguay ist das jüngste lateinamerikanische Land, in dem bei Wahlen rechte politische Kräfte entmachtet wurden.

«Ich träume mit den Völkern Lateinamerikas», sagte Lugo und nannte Ecuador, Chile, Uruguay, Bolivien, Argentinien sowie Venezuela und Nicaragua.

Ausschliesslich linke Regierungen

Nach seinem Amtsantritt am 15. August wolle er sich unter die linksgerichteten Führer Lateinamerikas einreihen.

Nach Lugos Sieg besteht die von Paraguay, Uruguay, Venezuela, Argentinien und Brasilien gebildete südamerikanische Wirtschaftsgemeinschaft Mercosur nun ausschliesslich aus Ländern mit linken Regierungen.

«Wir werden Beziehungen knüpfen, die zukünftig ganz positiv sein werden», kündigte er an. «Paraguay kann keine Insel für sich sein, sondern muss sich an den übrigen Kontinent anbinden.»

Lugo kündigte «eine neue Ära der paraguayischen Politik» an. Mit der Niederlage der seit mehr als sechs Jahrzehnten regierende Colorado-Partei habe sich ein historischer Wandel vollzogen.

(rr/sda)

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