Massenproteste
Lukaschenko siegt deutlich
publiziert: Sonntag, 19. Dez 2010 / 08:44 Uhr / aktualisiert: Montag, 20. Dez 2010 / 07:50 Uhr
Neuwahl von Alexander Lukaschenko.
Neuwahl von Alexander Lukaschenko.

Minsk/Moskau - Weissrusslands Präsident Alexander Lukaschenko ist nach Angaben der Wahlkommission am Sonntag deutlich wiedergewählt worden. Der 56-Jährige habe 79,67 Prozent der Stimmen erhalten, zitierten russische Nachrichtenagenturen die Kommission in der Nacht zum Montag.

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Die im ersten Wahlgang nötige absolute Mehrheit für seine Wiederwahl hat er damit klar erreicht. Die Wahlbeteiligung lag demnach bei 90,66 Prozent.

Lukaschenkos Sicherheitskräfte waren am Sonntagabend gewaltsam gegen Tausende Demonstranten vorgegangen, die sich in der Hauptstadt Minsk versammelt hatten und der Regierung Wahlbetrug vorwarfen. Zahlreiche Personen, darunter vier Oppositionsführer, wurden verhaftet.

Andrej Sannikow, Nikolai Statkewitsch, Rigor Katusew und Vitali Rimanschewski seien von Sicherheitskräften abgeführt worden, hiess es. Sannikow sei dabei heftig geschlagen worden. Sie hatten zusammen mit mehreren Tausend Demonstranten vor einem Regierungsgebäude gegen das Ergebnis protestiert.

Aus Spitalbett abgeführt

Unbestätigten Medienberichten zufolge wurde auch Wladimir Nekliajew aus seinem Spitalbett abgeführt - er war bei einer ersten Demonstration unmittelbar nach Schliessung der Wahllokale von Sicherheitsbeamten spitalreif geprügelt worden.

Die EU kritisierte den Übergriff als «schändlich und empörend». «Dieser Vorfall wirft das schlechtmöglichste Licht auf die Präsidentschaftswahlen», sagte der Präsident des Europaparlaments, Jerzy Buzek, in einer am Sonntag in Brüssel verbreiteten Mitteilung. Er rief Lukaschenko auf, die Polizeikräfte von solchen Aktionen abzuhalten und die Verantwortlichen zu bestrafen.

Proteste

Trotz eines Verbots hatten am späten Abend zehntausende Menschen in der Hauptstadt gegen die Wiederwahl Alexander Lukaschenkos protestiert. Sie warfen ihm Wahlfälschung vor. Eine Gruppe versuchte, den Regierungssitz zu stürmen, in dem auch das Parlament und die Wahlkommission untergebracht sind.

Ein Grossaufgebot der Polizei ging mit Schlagstöcken und Tränengas gegen die Menge vor. Hunderte Demonstranten wurden festgenommen.

(fkl/sda)

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