Lungenliga stösst sich an Text im Abstimmungsbüchlein
publiziert: Freitag, 10. Aug 2012 / 00:07 Uhr / aktualisiert: Freitag, 10. Aug 2012 / 10:11 Uhr
Sie stören sich daran, dass laut Bundesrat bei Annahme der Initiative auch in Einzelbüros das Rauchen verboten wäre. (Archivbild)
Sie stören sich daran, dass laut Bundesrat bei Annahme der Initiative auch in Einzelbüros das Rauchen verboten wäre. (Archivbild)

Bern - Die Urheber der Volksinitiative «Schutz vor Passivrauchen» kritisieren den Text im offiziellen Abstimmungsbüchlein zu ihrem Begehren. Sie stören sich daran, dass laut Bundesrat bei Annahme der Initiative auch in Einzelbüros das Rauchen verboten wäre.

5 Meldungen im Zusammenhang
Mit der Volksinitiative «Schutz vor dem Passivrauchen» will die Lungenliga die Regeln zum Rauchverbot schweizweit verschärfen und vereinheitlichen. Am 23. September entscheidet das Stimmvolk unter anderem, ob Arbeitsplätze im Innern von Gebäuden generell rauchfrei werden sollen, wie es die Initiative fordert.

Dazu schreibt der Bundesrat im Abstimmungsbüchlein, das er am Donnerstag veröffentlicht hat: Auch wer einen Einzelarbeitsplatz habe, werde dort nicht mehr rauchen dürfen, falls die Initiative angenommen werde.

Soweit wollten die Initianten aber gar nicht gehen, wie Barbara Weber von der Lungenliga und der Allianz «Schutz vor Passivrauchen» auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte. Sie seien der Meinung, «dass am Einzelarbeitsplatz weiterhin geraucht werden darf, sofern keine Dritten durch Passivrauchen geschädigt werden».

Fehlinterpretation mit langer Geschichte

Die Initianten baten den zuständigen Bundesrat André Berset (SP), diese «Fehlinterpretation», die bereits in der bundesrätlichen Botschaft zu Initiative zu lesen war, im Abstimmungsbüchlein nicht zu verwenden, wie Weber sagte. Mindestens solle die Position der Lungenliga erwähnt werden.

Bersets Departement, welches das «Nein» von Bundesrat und Parlament zur Initiative zu vertreten hat, entschied anders und rückte das Argument ins Büchlein. «Es ist stossend, dass der Bundesrat den Willen des Initiativkomitees falsch darstellt», sagte Weber.

Das Departement vertrete eine andere Interpretation als die Initianten, sagte Bersets Sprecherin Nicole Lamon der sda. In den Parlamentsdebatten zur Initiative sei immer selbstverständlich gewesen, dass es keine Ausnahmen vom Rauchverbot gäbe, sagte sie. Und auch das Bundesamt für Justiz sei in einer angeforderten Stellungnahme zu diesem Schluss gekommen.

Parlament entscheidet

Sollte die Initiative aber beim Volk auf Zustimmung stossen, läge der Ball beim Parlament. Es müsste im Ausführungsgesetz entscheiden, ob das Rauchen in Einzelbüros gestattet bliebe.

Für ein «Nein» zur Initiative plädieren Bundesrat und Parlament, weil sich aus ihrer Sicht das erst seit Mai 2010 geltende Bundesgesetz zum Passivrauchen bewährt hat und eine Änderung verfrüht wäre. Die Volksinitiative verbietet im Gegensatz zum Bundesgesetz auch bediente Fumoirs.

(knob/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Basel - Das seit 2010 in der Schweiz geltende Rauchverbot macht Gastronomie-Servicepersonal gesünder: Eine ... mehr lesen
Seit der Einführung des Rauchverbots sind die Serviceangestellten gesünder.
Der Bundesrat und das Parlament halten den bestehenden Schutz für ausreichend. (Symbolbild)
Bern - Gesundheitsminister Alain Berset hat am Dienstag vor den Medien für ein Nein zur Volksinitiative «Schutz vor ... mehr lesen 8
Bern - Die Initiative «Schutz vor Passivrauchen» stösst auf breiten Widerstand. Politikerinnen und Politiker von rechts bis links setzen ... mehr lesen 61
Heute gelten in 15 Kantonen bereits strengere Regeln als die nationale Gesetzgebung vorschreibt.
Bern - Am 23. September können die Stimmberechtigten über zwei Volksinitiativen und einen Bundesbeschluss entscheiden. Der Bundesrat hat die Vorlagen für das übernächste eidgenössische Abstimmungswochenende festgelegt. mehr lesen 
Manager verdienen dank Abzocker-Initative weniger. (Archivbild)
Manager verdienen dank Abzocker-Initative weniger. ...
Generalversammlungen  Bern - Aktionäre dürften bald über tiefere Managersaläre und Boni sowie klarer abgefasste Vergütungsberichte befinden. Der Zuger Vermögensverwalter zCapital erwartet als Folge der Abzocker-Initiative umfassende Veränderungen in den Statuen von Aktiengesellschaften. 
SVP-Basis war klar für Abzocker-Initiative Bern - Eine grosse Mehrheit der SVP-Basis hat für die Abzocker-Initiative und damit gegen die Empfehlung der ...
Die Abzocker-Initiative fand bei der SVP-Basis grosse Zustimmung.
SAV gegen 1:12-Initiative Bern - Der Schweizerische Arbeitgeberverband (SAV) bringt sich gegen geplante Regulierungen auf ...
Abzocker-Regeln sollen ab Januar gelten Bern - Justizministerin Simonetta Sommaruga hat den Zeitplan zur vorläufigen ...
Glencore-Chef droht Schweiz wegen 1:12-Initiative mit Abzug Baar ZG - Glencore-Chef Ivan Glasenberg stellt sich klar gegen die 1:12-Initiative der Juso. ... 63
Firmentafel mit Aussenansicht der Zuger Rohstoffhandelsfirma Glencore am Hauptsitz in der Baarermatte.
Titel Forum Teaser
  • zombie1969 aus Frauenfeld 1557
    Scheingefecht ! "Schweizer Asylpraxis im Fokus von Amnesty" Falscher Fokus! Der Fokus ... heute 13:17
  • frusti aus Kirchdorf 18
    Ist das denn relevant? Ob ein Bundesrat vom Volk oder vom Parlament gewählt wird ist nicht so ... heute 12:52
  • mcdale aus St. Gallen 102
    Scho recht Aber mit 1:12 können Sie das nicht verhindern. Schlichtweg nicht ... heute 07:24
  • Midas aus Dubai 3025
    Quälende Frage bei 1:12 Wie können wir darauf vertrauen dass der staatliche Geheimdienst bei ... heute 01:18
  • Midas aus Dubai 3025
    Liebe Genossen Unsere Sozialisten und Kommunisten werfen sich ja wieder mächtig in's ... heute 00:58
  • thomy aus Bern 3811
    1 zu 12-Intiative heisst ..., Nur, damit ich mir das zu Gemüte führen kann. Am Beispiel eines, einer ... gestern 22:20
  • keinschaf aus Henau 1519
    Das nächste Mal... ...bitte etwas auf die Rechtschreibung schauen, JB;-) Wenn schon der ... gestern 19:14
  • Kassandra aus Frauenfeld 740
    Sehr kurze "gute Zeit"! Gerade einmal 12 Minuten! gestern 16:15
Wettbewerb
   
Jetzt mitmachen und gewinnen.
eGadgets Tim Burtons FRANKENWEENIE basiert auf einem Live Action Kurzfilm des Regisseurs aus dem Jahre 1984, den er mit seiner berühmten schwarz-weiss Technik und seinem ... mehr lesen
Fitness für die Lachmuskeln ist garantiert.
Mitmachen und gewinnen  Freitag, 31. Mai und Samstag, 1. Juni. Das sind die Daten welche man sich unbedingt merken muss. Denn dann tritt Dieter Nuhr, einer der erfolgreichsten ...
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
DO FR SA SO MO DI
Zürich 3°C 7°C leicht bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen
Basel 3°C 7°C leicht bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen
St.Gallen 4°C 10°C leicht bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen
Bern 6°C 13°C leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
Luzern 7°C 13°C bewölkt, Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
Genf 7°C 14°C leicht bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen
Lugano 12°C 20°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
mehr Wetter von über 6000 Orten