Luzern in Lausanne aus der NLA verabschiedet
publiziert: Sonntag, 28. Apr 2002 / 18:59 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 28. Apr 2002 / 19:44 Uhr

Bern - Neun Jahre nach dem NLA-Aufstieg verabschiedete sich Luzern mit einer 0:1-Niederlage wieder in die Zweitklassigkeit. Den Waadtländern ist der Ligaerhalt hingegen kaum mehr zu nehmen.

Wils Aufstieg steht kurz bevor, um den verbleibenden Platz duellieren sich vorab die nur durch einen Zähler getrennten Teams aus Aarau (4./18) und Thun (5./17).

Zum elften Mal in Folge haben die Wiler ihr eigenes Terrain ungeschlagen verlassen und sich mit dem 3:1 gegen Delémont eine vorzügliche Ausgangslage geschaffen, erstmals seit der Vereinsgründung vor 102 Jahren der Schweizer Elite : Die Reserve auf das fünftklassierte Thun, das Neuchâtel beim 2:0 die erste Niederlage zufügte, beträgt vier Punkte.

Aarau wahrte sich den Platz über dem Trennstrich nach zuletzt drei Heimniederlagen mit einem problemlosen 3:0 gegen Winterthur. Nach einer knapp stündigen Anlaufzeit überwand Lewan Chomeriki die massierte Defensive der offensiv inexistenten Gäste auf Vorarbeit Patrick De Napolis ein erstes Mal. Tarone schoss nach einem weiteren Pass von De Napoli den zweiten Treffer Aaraus, Okpalas 3:0 war Kosmetik.

Der Blick auf das Schlussprogramm (Thun trifft in den letzten beiden Runden indes auf die gleichen Gegner) wird in erster Linie die Ostschweizer nicht sonderlich beunruhigen. Dem Gastspiel am nächsten Samstag beim klar distanzierten Tabellenletzten Winterthur -- mit einem Sieg wäre die Promotion gewiss -- folgt vor eigener (Fest-)Kulisse die lösbare Aufgabe gegen das ebenso ambitionslose Luzern. Aarau spielt noch in Delémont und empfängt beim Saisonschluss das seit geraumer Zeit «gerettete» Xamax.

Weichen in Wil gestellt

Wil verdiente sich den Heimsieg gegen Delémont mit einer engagierten, bemerkenswert konzentrierten Leistung. Bei den Jurassiern genügte im Prinzip nur Goalie Alain Portmann, der vorab in der Anfangsphase mit spektakulären Paraden ein frühzeitiges Debakel verhinderte; der Rest war vom Tempo der entschlossenen Gastgeber überfordert. Den entscheidenden Doppelschlag des Ghanaers Felix Mordeku (48./67.) vermochte aber auch Portmann nicht mehr zu verhindern.

Auch wenn sich der Erfolgstrainer Heinz Peischl noch nicht zum Aufstieg gratulieren lässt, die Weichen sind gestellt; daran zweifelt in Wil längst niemand mehr. Das offiziell bei 2,5 Millionen fixierte Budget planen die Ostschweizer auf 4 Millionen zu erhöhen. Sollte die Stadtbehörde der Sanierung des Kleinstadions zustimmen, würde wohl auch in der NLA mehrheitlich im Bergholz gespielt. Das Gros des Kaders wird bleiben. «Steigen wir auf, werden wir uns aber auf zwei bis drei Positionen verstärken», kündigte Präsident Andreas Hafen an.

Exzellent waren die Thuner zur «Mission Aufstieg» gestartet, nach sechs Spieltagen lag die Equipe an der Spitze, ehe sie sich vier Niederlagen in Serie und zuletzt ein 0:0-Remis in Delsberg einhandelte. Nun stoppten die Berner Oberländer den Absturz ausgerechnet gegen das zuvor ungeschlagene Xamax. Roger Küffer ermöglichte dem Heimteam mit einem herrlichen Volleyschuss die Führung, der gebürtige Kosovo-Albaner Milaim Rama entschied die einseitige Partie mit seinem 22. Saisontreffer in der 55. Minute.

Abstieg als Vollzugsmeldung

Luzerns NLA-Abschied überraschte nun wirklich niemanden mehr, war vielmehr eine Vollzugsmeldung. Die 22. Niederlage in der 34. Meisterschaftspartie war endgültig eine zuviel. In Lausanne wehrte sich Raimondo Pontes Team, in welchem der Nigerianer Ike Shorunmu auf der Bank sass, zwar ansprechend, zu mehr reichte es ohne den verletzten Regisseur Gocha Jamarauli nicht. Der Brasilianer Leandro verwertete in der 61. einen an ihm von Schwegler verschuldeten Foulpenalty zum siegbringenden 1:0.

Eine Notiz am Rande: Leandro war mit vier Treffern in den letzten drei Partien massgeblich an den drei Siegen Lausannes beteiligt, obschon er doch nach seiner «Spuck-Attacke» gegen GC-Verteidiger Marc Hodel gesperrt gewesen wäre. Weil es die Nationalliga bislang aber nicht für nötig befand, den aufschiebenden Lausanner Rekurs zu behandeln, erhöhte der Südamerikaner sein Torkonto auf 9 Treffer.

(kil/sda)

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