Luzerner Kriminalgericht verurteilt Selbstjustiz
publiziert: Mittwoch, 2. Mrz 2005 / 16:36 Uhr

Luzern - Rache wird in einem zivilisierten Rechtsstaat nicht geduldet. Aus diesem Grund verurteilte das Kriminalgericht Luzern einen 20-jährigen Schweizer zu 18 Monaten Zuchthaus bedingt.

Den angebliche Sexualtäter war mit Faustschlägen und Elektroschocks gequält worden.
Den angebliche Sexualtäter war mit Faustschlägen und Elektroschocks gequält worden.
Der junge Mann hatte an einem angeblichen Sexualtäter Selbstjustiz geübt. Er wird unter Schutzaufsicht gestellt und muss sich therapieren lassen.

Gemäss Urteil machte sich der Verurteilte der Entführung unter erschwerten Umständen und der mehrfachen Widerhandlung gegen das Waffengesetz schuldig. Die Probezeit beträgt vier Jahre.

Gemäss Anklageschrift wollte sich der Verurteilte rächen, weil sich ein Mann am minderjährigen Freund seiner Schwester sexuell vergriffen haben soll. Gegen diesen Mann ist ein Ermittlungsverfahren hängig.

Der Angeklagte hatte zusammen mit einem Komplizen den angeblichen Sexualtäter verfolgt, überfallen, gefesselt und ins Auto gezerrt. Dort traktierten sie ihn mit Faustschlägen und quälten ihn mit Elektroschocks. Der Angeklagte hatte bis anhin ein untadeliges Leben geführt.

(bert/sda)

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