Luzerner Stimmbürger sagen Nein zur Schulharmonisierung
publiziert: Sonntag, 28. Sep 2008 / 13:41 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 28. Sep 2008 / 16:08 Uhr

Luzern - Im Kanton Luzern sollen die Kinder nicht bereits als Vierjährige eingeschult werden und ein zweites Kindergartenjahr besuchen müssen. Die Stimmberechtigten haben den Beitritt zum HarmoS-Konkordat mit 41'399 zu 65'882 Stimmen klar abgelehnt.

Regierungsrat Anton Schwingruber schaut sich die Abstimmungsresultate von HarmoS an.
Regierungsrat Anton Schwingruber schaut sich die Abstimmungsresultate von HarmoS an.
3 Meldungen im Zusammenhang
Die Stimmbeteiligung betrug 43,99 Prozent. Nur die Stadt Luzern und Meggen sprachen sich für den Beitritt zur Interkantonalen Vereinbarung über die Harmonisierung der obligatorischen Schule (HarmoS) aus. Bis auf die SVP hatten alle Parteien HarmoS unterstützt.

Das Referendum war wegen des um neun Monate vorverlegten Schuleintritts und des damit verbundenen zweiten Kindergartenjahres ergriffen worden. Im Kanton Luzern ist im Gegensatz zu anderen Kantonen das zweite Kindergartenjahr nicht sehr verbreitet. Die Gegner von HarmoS sprachen von «Schulzwang» und einer «Entmündigung aller Eltern».

Das Komitee «HarmoS ist nicht harmlos» ist vom deutlichen Nein der Luzerner Stimmberechtigten zum Schulkonkordat überrascht worden. Im Kanton Luzern müssten sich Regierung und Parlament fragen, ob sie noch nahe beim Volk politisierten.

Der Luzerner Regierungsrat hat mit Bedauern vom Nein der Stimmberechtigten Kenntnis genommen. Nun gelte es, die unbestrittenen Neuerungen umzusetzen, teilte er mit.

Freiwilliges zweites Kindergartenjahr bleibt

Der Regierungsrat geht davon aus, dass der Beitritt zur Interkantonalen Vereinbarung über die Harmonisierung der obligatorischen Schule (HarmoS) am obligatorischen zweiten Kindergartenjahr und der damit zusammenhängenden Vorverlegung des Schuleintritts auf vier Jahre gescheitert ist. An einem freiwilligen zweiten Kindergartenjahr will er festhalten.

Trotz des Neins will die Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK) das Ratifizierungsverfahren in den Kantonen fortsetzen. Es gelte, den Verfassungsauftrag fortzuführen, teilte sie mit.

Luzern ist der erste Kanton, der in einem Referendum über HarmoS abstimmte. Abstimmungen in fünf weiteren Kantonen (TG, GR, SG, ZH, NW) folgen im Winter. Bislang sind sechs Kantone (SH, GL, VD, JU, NE, VS) dem Konkordat beigetreten, in Bern läuft die Referendumsfrist. HarmoS tritt in Kraft, wenn sich ihm zehn Kantone angeschlossen haben.

(fest/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Die Jusos wollen qualitative Bewertungen statt Noten.
Liestal - Die JungsozialistInnen ... mehr lesen
Bern - Auch im Kanton Bern soll das ... mehr lesen 9
Die Kritik richtet sich vor allem gegen die frühe Einschulung.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Zwischen Bodensee und Säntis ist eine Landesausstellung geplant.
Zwischen Bodensee und Säntis ist eine Landesausstellung geplant.
Abstimmung am 5. Juni  Bern - Neben den fünf eidgenössischen Abstimmungsfragen entscheiden am 5. Juni die Stimmberechtigten über zahlreiche kantonale Vorlagen. In den Kantonen St. Gallen und Thurgau wird über das Schicksal der Expo2027 befunden. mehr lesen 
Laut Umfrage  Zürich - Die Zustimmung für die Pro-Service-public-Initiative schmilzt laut einer Umfrage. Doch die ... mehr lesen  
Mehr Bürger als noch im April lehnen die Pro-Service-public-Initiative ab.
Künftig mindestens 500'000.-- und die ganze Schweiz inklusive: SwissPass, der schon bald mal GACH heissen könnte.
Etschmayer Durch ungeschickte Avancen von SBB- und Post-Chefs, droht die Service-Public-Initiative tatsächlich angenommen zu werden. Von bürgerlicher Seite her solle ... mehr lesen  
Wahlen 2015  Bern/Lausanne - Die SVP hat ihr gutes ... mehr lesen
Migration, Asyl und Flüchtlinge galten bei der Wählerschaft als wichtigstes Problem. (Symbolbild)
Titel Forum Teaser
  • melabela aus littau 1
    es geht nicht nur um homosexuelle ich bin eine frau und verheiratet mit einem mann. leider betrifft es ... So, 14.08.16 13:18
  • Pacino aus Brittnau 731
    Kirchliche Kreise . . . . . . hatten schon immer ein "spezielles" Verhältnis zu ... Do, 09.06.16 08:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • Pacino aus Brittnau 731
    Demokratie quo vadis? Wenn die Demokratie den Stacheldraht in Osteuropa-, einen Wahlsieg von ... Mo, 06.06.16 07:55
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Es... muss darum gehen, die Kompetenz der Kleinbauern zu stärken. Das sorgt ... Do, 02.06.16 13:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Kindeswohl egal! Es geht doch vor allem um die eigenen Kinder der Betroffenen. Die ... Do, 02.06.16 08:10
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Verlust der Solidarität: Verlust der Demokratie! Vollständig und widerspruchsfrei beantworten lässt sich das wohl nicht. ... Mi, 01.06.16 00:18
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Unterstützung "Deshalb sind für die Sozialhilfe 267 Millionen Franken mehr und für ... Di, 31.05.16 10:38
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Do Fr
Zürich 2°C 6°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wolkig, aber kaum Regen
Basel 3°C 7°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt wolkig, aber kaum Regen
St. Gallen 1°C 4°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich Schneeregenschauer
Bern 0°C 6°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt wolkig, aber kaum Regen
Luzern 2°C 6°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wolkig, aber kaum Regen
Genf 2°C 8°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
Lugano 6°C 13°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt trüb und nass
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten