Luzerner Theater: «Romeo und Julia» getanzt
publiziert: Dienstag, 2. Okt 2012 / 10:39 Uhr
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Wie tanzt man eine Geschichte? Matjash Mrozewski gelingt mit Prokofiews Romeo und Julia eine feinfühlige und Charakterstarke Inszenierung des Shakespearschen Stoffes.

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Die Geschichte

Die beiden jungen Liebenden Romeo und Julia, die wegen der unerbittlichen Fehde ihrer Familien nicht offen ihre gegenseitige Liebe leben können, kämpfen gegen ihr Schicksal. Romeos Versuch, der feindlichen Partei freundschaftlich die Hand zu reichen, endet im Tod seines Freundes Mercutio. Romeo wird nun selbst zum rächenden Mörder und muss fliehen. Das Unglück nimmt seinen schicksalhaften Lauf und gönnt den Liebenden allein die Vereinigung im Tod.

Hintergrund

Das Schicksal Romeo und Julias hat, seit William Shakespeare ihre Geschichte 1597 auf die Bühne hob, unzählige Künstler zu Neudeutungen und ­Übertragungen in andere Genres angeregt. Und so verwundert es fast, dass Sergej Prokofjews Komposition von 1935 das erste abendfüllende Ballett über den Stoff ist. Seine meisterhafte Verbindung von melodischer Vielfalt und psychologischer Klarheit macht das Werk zu einer der grossartigsten Ballettmusiken des 20.?Jahrhunderts, wobei ihre enorme rhythmische Komplexität eine ständige Herausforderung für Orchester und Tänzer darstellt.

Matjash Mrozewski

Der Kanadier Matjash Mrozewski zeichnet sich vor allem durch seine choreografische Vielseitigkeit aus. Mit seiner Interpretation des Dramas führt er uns in eine unvergängliche und allgemeingültige Welt, in der Schwarz-Weiss-Denken keinen Platz findet. Der Fokus liegt auf der deutlichen Charakterisierung der beiden Hauptfiguren: Romeo, zu Beginn ein verträumter Poet, findet im Laufe der Geschichte seine Bestimmung. Julia, zunächst naiv und unschuldig, entwickelt sich zu einer mutigen und selbstbewussten jungen Frau.

(pgr/art-tv)

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