Luzerner «Todespfleger» - Freispruch für den Heimarzt
publiziert: Donnerstag, 3. Jul 2008 / 16:47 Uhr

Luzern - Auch eine frühere Meldung der aussergewöhnlichen Todesfälle im Altersheim Eichhof Luzern hätte das letzte Opfer des «Todespflegers» nicht zwingend gerettet. Das Obergericht Luzern spricht deshalb den Heimarzt vom Vowurf der fahrlässigen Tötung frei.

Das Obergericht Luzern spricht den Heimarzt vom Vowurf der fahrlässigen Tötung frei.
Das Obergericht Luzern spricht den Heimarzt vom Vowurf der fahrlässigen Tötung frei.
3 Meldungen im Zusammenhang
22 Personen hat der «Todespfleger» zwischen 1995 und 2001 getötet, 9 davon im Luzerner Eichhof. Er wurde 2006 zu lebenslangem Zuchthaus verurteilt. Die Justiz hatte inzwischen noch das Verhalten des heute 65-jährigen Heimarztes des Alters- und Pflegeheims Eichofs zu beurteilen.

Das Amtsgericht Luzern-Stadt kam im Juni 2007 zum Schluss, dass er die aussergewöhnlichen Todesfälle früher hätte melden müssen. Dann, so der hypothetische Schluss, wäre der «Todespfleger» möglicherweise früher verhaftet worden, und die letzte Tötung vom 27. Juni 2001 hätte «mit hoher Wahrscheinlichkeit» verhindert werden können.

Gegen dieses Urteil appellierte der Arzt beim Obergericht mit Erfolg. Bereits am 18. März 2008 wurde er von Schuld und Strafe freigesprochen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Bis Anfang September kann es angefochten werden.

Hypothetische Kausalität

Zwar kommt auch das Obergericht zum Schluss, dass bereits Mitte Mai 2001 eine Situation mit aussergewöhnlichen Todesfällen vorlag, die eine Meldung nahe gelegt hätte. Ein Arzt solle nicht erst Vorkehren treffen, wenn sichere Beweise vorliegen.

Dagegen verwirft das Obergericht die von der Vorinstanz angenommene entscheidende hypothetische Kausalität zwischen der unterlassenen Meldung der zwei Todesfälle vom Mai 2001 und dem Tod des letzten Opfers. Erst der letzte Fall habe den polizeilichen Ermittlungen eine dramatische Wende gegeben und den nachfolgenden Kausalverlauf erheblich verändert.

(smw/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Luzern - Hätte der Heimarzt im ... mehr lesen
Das Pflegeheim Eichhof in Luzern.
Der Luzerner «Todespfleger» hatte insgesamt 22 Menschen getötet.
Luzern - Der Heimarzt im Luzerner Eichhof hätte die aussergewöhlichen Todesfälle im Zusammenhang mit dem «Todespfleger» früher melden müssen. Weil er das nicht getan hat, wurde er ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Homeoffice in der Pandemie begünstigte die Verbreitung von Malware.
Homeoffice in der Pandemie begünstigte die ...
Das Hauptangriffsziel für Cyber-Kriminelle bleibt weiterhin das E-Mail-Postfach ahnungsloser Nutzer oder Unternehmen. Der IT-Security-Anbieter Trend Micro hat allein im ersten Halbjahr 2021 fast 41 Milliarden Bedrohungen seiner Kunden blockiert, darunter E-Mail Ransomware, schädliche Dateien und URLs. Das bedeutet eine Steigerung von 47% im Vergleich zum letzten Halbjahr. Das geht aus dem aktuellen Bedrohungsbericht des Unternehmens hervor. mehr lesen 
Fast vier Jahre nachdem der Darknet-Marktplatz AlphaBay abgeschaltet wurde, klagt das FBI auch jetzt noch Leute wegen krimineller ... mehr lesen  
Auch die Finanzkriminalität verlagert sich ins Dark Web.
In einem der grössten Datenlecks von LinkedIn wurden Daten von 700 Millionen LinkedIn-Nutzern in einem Hackerforum zum Verkauf angeboten. Das ... mehr lesen  
Nutzer von LinkedIn waren schon häufiger Opfer von Datendiebstahl.
Titel Forum Teaser
  • paparazzaphotography aus Muttenz 1
    Foto Sanatorio Liebes news.ch Team, es ist für mich eine Ehre dass sie mein Foto des ... Di, 03.01.17 22:12
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Motor hinten oder vorne war dem Tram in Basel völlig egal! Ob ein Auto über- oder untersteuert, ist nicht von der Lage des Motors ... Mi, 01.06.16 10:54
  • Mashiach aus Basel 57
    Wo bleibt das gute Beispiel? Anstatt sichere, ÜBERSTEUERNDE Heckmotorwagen zu fahren, fahren sie ... Mo, 30.05.16 11:56
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Zugang "Das sunnitische Saudi-Arabien, das auch im Jemen-Konflikt verstrickt ... So, 29.05.16 22:06
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Pink Phanter-Bande? Am 25. 7. 2013 hat eine Befreiung von Pink Panther-Mitglied Milan ... So, 29.05.16 15:38
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    ja, weshalb sollte man solches tun? Ist doch krank, Gott zu beschimpfen! Das hat etwas, ... So, 29.05.16 12:12
  • Gargamel aus Galmiz 10
    Warum sollte man überhaupt den Glauben an Gott beschimpfen oder verspotteten? Wie krank ... So, 29.05.16 10:11
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Wir sind ja alle so anders als diese "Flüchtlinge". Warum sind auch nicht alle so edel, wie ... Sa, 28.05.16 20:25
Unglücksfälle Zorn über Tötung von Gorilla in US-Zoo Cincinnati - Die Tötung eines Gorillas im Zoo der ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute So Mo
Zürich 2°C 14°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Basel 4°C 15°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
St. Gallen 4°C 12°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Bern 3°C 14°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Luzern 3°C 14°C Nebelfelderleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Genf 5°C 16°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
Lugano 7°C 18°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten