Lynndie England erneut vor Gericht
publiziert: Mittwoch, 21. Sep 2005 / 20:41 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 22. Sep 2005 / 16:24 Uhr

Washington - Knapp zwei Jahre nach den Gefangenenmisshandlungen im US-Militärgefängnis von Abu Ghraib bei Bagdad steht die US-Soldatin Lynndie England erneut vor Gericht.

England ist zur Symbolfigur des Misshandlungsskandals von Abu Ghraib geworden.
England ist zur Symbolfigur des Misshandlungsskandals von Abu Ghraib geworden.
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Ein erster Militärprozess war im Mai geplatzt. Danach wurde sie in sieben Punkten wegen Konspiration und Gefangenenmisshandlung neu angeklagt. Im Falle einer Verurteilung in allen Anklagepunkten drohen ihr bis zu elf Jahre Haft.

Der Prozess gegen die 22-Jährige habe mit der Auswahl der Militärjury begonnen, teilte Militärsprecher James Wittmeyer in Fort Hood (Texas) mit. Danach sollten Staatsanwaltschaft und Verteidigung ihre Eröffnungsplädoyers halten.

Symbolfigur

England ist zur Symbolfigur des Misshandlungsskandals von Abu Ghraib geworden. Die Ende 2003 aufgenommenen Fotos der US-Soldatin mit misshandelten und gedemütigten Irakern lösten weltweit Empörung aus. In einem Fall führte sie einen kriechenden Gefangenen an einer Hundeleine.

England ist die letzte aus einer Gruppe von sieben US-Militärpolizisten, die sich in der Folge des Abu-Ghraib-Skandals vor dem Militärgericht verantworten mussten.

Vereinbarung abgelehnt

Im ersten Verfahren hatte die junge Frau eine Vereinbarung mit der Staatsanwaltschaft getroffen, die im Gegenzug zu einem Schuldbekenntnis eine weitaus geringere Strafe vorsah, als ihr nun droht.

Der zuständige Richter hatte die Absprache aber nicht akzeptiert: Er argumentierte, dass das Schuldbekenntnis nicht aufrichtig sei. Daraufhin wurde die Vereinbarung für nichtig erklärt und erneut Anklage erhoben.

Psychische Probleme

Im jetztigen Prozess will die Verteidigung unter anderem argumentieren, dass Englands Verhalten zum Teil auf psychische Probleme seit ihrer Kindheit zurückzuführen ist und sie unter dem Einfluss ihres Kameraden Charles Graner stand.

Mit Garner hatte England eine Affäre. Graner war im Januar im Zusammenhang mit den Misshandlungen zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt worden.

(bert/sda)

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