Massive Kritik an der Regierung
MERS: Saudi-Arabien beklagt steigende Todesrate
publiziert: Freitag, 6. Jun 2014 / 09:46 Uhr / aktualisiert: Freitag, 6. Jun 2014 / 14:31 Uhr
Das MERS Virus versetzt viele Menschen in Saudi Arabien in Angst und Schrecken.
Das MERS Virus versetzt viele Menschen in Saudi Arabien in Angst und Schrecken.

Riad - Laut einer offiziellen Bekanntgabe Saudi-Arabiens sind bis jetzt 282 Menschen an den Folgen einer MERS-Infektion gestorben. Diese Zahl ist um fast 100 höher als bisher angenommen.

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Der Anstieg ist auf eine landesweite Untersuchung der Krankenhausdaten seit dem ersten Auftauchen des Virus im Jahr 2012 zurückzuführen.

Gesundheitsminister entlassen

Der stellvertretende Gesundheitsminister des Landes, Ziad Memish, der für den Umgang mit der Krise kritisiert worden war, wurde am Montag ohne Begründung entlassen. MERS-Erkrankungen wurden einem BBC-Bericht zufolge in fast einem Dutzend anderer Ländern ebenfalls bestätigt.

Im Königreich Saudi-Arabien ist es bisher zu 688 bestätigten MERS-Infektionen gekommen. Vor der Überprüfung der Daten wurde von 575 Fällen ausgegangen.

Laut Tariq Madani, Sprecher des Gesundheitsministeriums, werden trotz der revidierten Zahlen heute weniger Menschen infiziert. Von den Infizierten werden dem Ministerium zufolge 53 Personen weiter behandelt. Saudi-Arabien hat die höchste Anzahl an MERS-Infektionen zu verzeichnen. Das Virus stammt aus der gleichen Virenfamilie wie der Schnupfen. Es kann jedoch zu Nierenversagen und Lungenentzündung führen.

Massive Kritik an der Regierung

Erkrankungen wurden auch in Jordanien, Qatar, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Frankreich, Deutschland, Italien, Tunesien, Ägypten, Grossbritannien und zuletzt in den Vereinigten Staaten bestätigt. Experten nehmen an, dass die meisten Infektionen von Kamelen auf den Menschen übertragen werden.

In Saudi-Arabien werden die Bürger seit einiger Zeit aufgefordert, beim Umgang mit den Tieren Schutzmasken zu tragen. Die Regierung wurde für ihren Umgang mit dem Ausbruch des Virus kritisiert.

Beanstandet wurde unter anderem das Ablehnen von wissenschaftlicher Unterstützung aus dem Ausland, die zu einer Eindämmung der Ausbreitung hätte beitragen können.

(awe/pte)

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