Bürgermeisterwahlen in Frankreich
Machtwechsel: Sozialist Delanoë zieht ins Pariser Rathaus ein
publiziert: Sonntag, 25. Mrz 2001 / 18:29 Uhr

Paris - Historischer Machtwechsel in Paris. Der Sozialist Bertrand Delanoë ist am Sonntag zum neuen Bürgermeister der französischen Metropole gewählt worden. Der 50- Jährige ist der erste Linkspolitiker, der seit mehr als hundert Jahren in das Rathaus der konservativ regierten französischen Hauptstadt einzieht.

Delanoë konnte am Sonntag in dem vor einer Wochen neu gewählten 163-köpfigen Stadtrat alle 92 Stimmen seiner rot-grünen Liste auf sich vereinen. Als Gegenkandidat war lediglich der scheidende Bürgermeister Jean Tiberi angetreten, der nur zwölf Stimmen bekam.
Die französische Hauptstadt war bislang eine traditionelle Bastion der gaullistischen RPR-Partei; der heutige konservative Staatspräsident Jacques Chirac war von 1977 bis 1995 selbst Bürgermeister von Paris. Die Rechte war diesmal jedoch zerstritten in die Kommunalwahlen um das Pariser Rathaus gegangen.

Für transparente Amtsführung

Delanoë sicherte den Bürgern der in der Vergangenheit durch zahlreiche Polit- und Immobilienskandale erschütterten Hauptstadt eine transparente Amtsführung zu. Er versprach eine Wende in der Familien-, Verkehrs-, und Umweltpolitik in der Hauptstadt.
Delanoë kann sich im Stadtrat auf eine starke grüne Fraktion stützen, die über 23 der 92 Sitze der Rathausmehrheit verfügt. Die Grünen hatten sich besonders für eine Eindämmung des ausufernden Strassenverkehrs und für den Wiederaufbau der 1937 stillgelegten Strassenbahn eingesetzt.
Die Wahl Delanoës gilt als historischer Wechsel in der traditionell konservativen französischen Hauptstadt. Angesichts der Präsidentenwahlen im kommenden Jahr gilt der Verlust des Pariser Rathauses für den gaullistischen Staatschef Chirac als schwerer Rückschlag.
Delanoë, am 30. Mai 1950 in Tunis geboren, gilt als Anti-Star, dem die Arbeit an der Basis mehr liegt als grosse Reden zu halten. «Das wahre Charisma liegt in der Beziehung zwischen einem Politiker und seinen Wählern», sagte er einmal zu der Einschätzung, ihm fehle es an Ausstrahlung.
Seit Jahrzehnten ist der Fachmann für Kommunikation treuer Gefolgsmann von Premierminister Lionel Jospin. Mit 23 Jahren in die Sozialistische Partei eingetreten, erklomm er im Windschatten von Jospin rasch die ersten Karriere-Sprossen. Seit 1977 vertrat er als Stadtratsmitglied und später auch als Senator Pariser Interessen.

Zahlreiche Hochburgen verloren

Bei den Kommunalwahlen vor einer Woche musste jedoch auch Chiracs sozialistischer Rivale Jospin herbe Niederlagen hinnehmen. Die Linke verlor landesweit zahlreiche Hochburgen, so auch die elsässische Stadt Strassburg, in der am Sonntag die konservative Fabienne Keller zur neuen Bürgermeisterin gewählt wurde.

In Lyon, dem Zentrum des zweitgrössten französischen Ballungsraumes, fand am Sonntag jedoch wie in Paris ein Wechsel zur Linken statt. Dort wurde der Sozialist Gérard Collomb zum neuen Bürgermeister gewählt, er löst den liberalen Ex-Premierminister Raymond Barre ab, der nicht wieder antrat.

(ba/sda)

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