Madoff-Skandal: Elie-Wiesel-Stiftung verliert Vermögen
publiziert: Donnerstag, 25. Dez 2008 / 13:49 Uhr / aktualisiert: Freitag, 26. Dez 2008 / 16:56 Uhr

New York/Paris - Die renommierte Elie-Wiesel-Stiftung hat durch den Madoff-Betrugsskandal fast ihr gesamtes Vermögen verloren. Die Stiftung liess insgesamt 15,2 Mio. Dollar durch den Wall-Street-Broker Bernard Madoff verwalten.

Bernard Madoff richtete nach eigenen Angaben einen Schaden von rund 50 Mrd. Dollar an.
Bernard Madoff richtete nach eigenen Angaben einen Schaden von rund 50 Mrd. Dollar an.
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Das teilte die Stiftung des Friedensnobelpreisträgers und Holocaustüberlebenden Elie Wiesel am Donnerstag auf ihrer Internetseite mit. Das sei im wesentlichen das gesamte Kapital gewesen.

Die Stiftung betonte, sie werde sich auch weiterhin für das Lebenswerk ihres Gründers einsetzen und gegen Intoleranz und Ungerechtigkeit in der Welt kämpfen.

Französischer Finanzmanager nimmt sich das Leben

Ein französischer Finanzmanager hat sich unterdessen nach einem Milliardenverlust im Zusammenhang mit dem Madoff-Betrugsskandal das Leben genommen. Der 65 Jahre alte Thierry Magon de La Villehuchet wurde am Dienstag tot in seinem New Yorker Büro entdeckt.

Er habe seit einer Woche Tag und Nacht nach einer Möglichkeit gesucht, seinen Anlegern das Geld wiederzubeschaffen, zitierte die französische Tageszeitung «La Tribune» einen Vertrauten des Managers. Die Tat sei der Abschied eines Mannes gewesen, der sich nichts vorzuwerfen hatte.

La Villehuchet arbeitete als Partner für die 2003 von Patrick Littaye gegründete Fondsgesellschaft Access International Advisors. Das Unternehmen mit vielen Kunden in Europa hatte Berichten zufolge 1,4 Mrd. Dollar beim Wall-Street-Broker Bernard Madoff investiert.

Madoff richtete im wohl grössten Betrugsfall der Finanzgeschichte mit einem «Schneeball-System» nach eigenen Angaben einen Schaden von rund 50 Mrd. Dollar an.

Suche nach Madoffs Helfern

Die Behörden suchen weiter nach möglichen Helfern. Zuletzt nahmen Ermittler laut US-Medien einen engen Mitarbeiter und einen Wirtschaftsprüfer des Wall-Street-Managers ins Visier.

Access International Advisors hatte nach französischen Medienberichten vor allem gut situierte Privatleute als Kundschaft. Unter anderem die Grimaldis hätten La Villehuchet das Vertrauen geschenkt, schreibt die Zeitung «Le Figaro».

Mit Philippe Junot, dem ersten Mann von Caroline von Monaco, habe er sogar in London zusammengearbeitet. La Villehuchet war Anfang der 1980er-Jahre nach New York gegangen.

Nach französischen Medienberichten soll auch die milliardenschwere L'Oréal-Erbin Liliane Bettencourt zu den Betrugsopfern gehören. Laut «Forbes»-Magazin ist sie die reichste Frau der Welt. Ihr Vermögen wurde zuletzt auf rund 23 Mrd. Dollar geschätzt.

(fest/sda)

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