Mädchen nach Blasphemie-Vorwürfen aus Haft entlassen
publiziert: Sonntag, 9. Sep 2012 / 10:46 Uhr
Die Schändung der heiligen Schrift der Muslime kann in Pakistan mit lebenslanger Haft und sogar der Todesstrafe geahndet werden.
Die Schändung der heiligen Schrift der Muslime kann in Pakistan mit lebenslanger Haft und sogar der Todesstrafe geahndet werden.

Rawalpindi - Nach drei Wochen im Gefängnis ist ein der Gotteslästerung beschuldigtes Mädchen in Pakistan aus der Haft entlassen worden. Am Vortag hatte ein Richter entschieden, dass die Christin gegen Zahlung einer Kaution auf freien Fuss gesetzt werden kann.

Sie suchen Beratung, Sie brauchen Unterstützung. Sie setzen auf Erfolg und verlangen rasch messbare Resultate.
MENZI & PARTNER
Blaufahnenstrasse 14
8001 Zürich
2 Meldungen im Zusammenhang
Das Mädchen habe die Haftanstalt in der Garnisonsstadt Rawalpindi nahe Islamabad am Nachmittag verlassen, sagte ein Vertreter der Justizbehörden. Die 14-Jährige war am 16. August festgenommen worden, weil sie Seiten des Korans verbrannt haben soll.

Die Schändung der heiligen Schrift der Muslime kann in Pakistan mit lebenslanger Haft und sogar der Todesstrafe geahndet werden. Zweifel an der geistigen Reife und das Alter des Mädchens hatten aber selbst in der konservativen pakistanischen Öffentlichkeit Kritik an der Festnahme ausgelöst

Ermittlungen gegen Geistlichen

In der vergangenen Woche nahm der Fall zudem eine überraschende Wendung: Weil er dem Mädchen manipulierte Beweismittel untergeschoben haben soll, wurde ein muslimischer Geistlicher festgenommen. Dem Mann wird vorgeworfen, verbrannte Seiten des Korans in der Tasche des Mädchens deponiert zu haben.

Hintergrund könnte der Versuch sein, Christen aus der Nachbarschaft zu vertreiben. Nun wird gegen den Geistlichen selbst wegen Blasphemie ermittelt.

Die Festnahme des Mannes habe ernsthafte Zweifel an der Vorwürfen der Staatsanwaltschaft gegen das Mädchen geweckt, schrieb der zuständige Richter in seiner Begründung der Kautionsgewährung. Ausserdem sei sie minderjährig, geistig zurückgeblieben und er glaube nicht, dass sie die Koranseiten absichtlich verbrannt habe.

An sicheren Ort gebracht

Ein Reporter der Nachrichtenagentur AP beobachtete am Samstag in Rawalpindi, wie das Kind von dem Gefängnis zu einem gepanzerten Fahrzeug und anschliessend zu einem bereitstehenden Helikopter gebracht wurde. Um ihre Identität zu schützen, wurde sie dabei mit einem Laken verhüllt.

«Ihre Eltern waren bei ihr, als sie aus dem Gefängnis entlassen wurde, und sie ist an einen sicheren Ort gebracht worden», sagte Anwalt Tahir Naveed Chaudhry.

(asu/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Islamabad - Die der Gotteslästerung angeklagte junge pakistanische Christin Rimsha kommt auf Kaution aus dem Gefängnis frei. Dies entschied ein Gericht in der Hauptstadt Islamabad am Freitag. mehr lesen 
Islamabad - Das Mädchen ist erst elf Jahre alt, und es leidet am Down-Syndrom. Dennoch hat die Polizei das Kind nach den umstrittenen Blasphemiegesetzen Pakistans festgenommen. Zeugen wollen beobachtet haben, wie es den Koran schändete. mehr lesen  1
Alles was Recht ist! Gesellschaftsgründungen, Rechtsberatung, Prozessführung etc.
Sie suchen Beratung, Sie brauchen Unterstützung. Sie setzen auf Erfolg und verlangen rasch messbare Resultate.
MENZI & PARTNER
Blaufahnenstrasse 14
8001 Zürich
Gewalt ohne Ende.
Gewalt ohne Ende.
Massenhinrichtungen  Genf - Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) begeht nach Einschätzung der UNO Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Die gezielte Verfolgung religiöser und ethnischer Minderheiten durch IS-Kämpfer müsse strafrechtlich verfolgt werden. 1
In Sumar konnten Kurdische Peschmerga-Kämpfer Erfolge gegen die Terrormiliz verbuchen. (Archivbild)
Kurden melden neue Erfolge gegen Terrormiliz Islamischer Staat Washington - Im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im Nordirak melden die Kurden neue ...
IS: Millionen für amerikanische Geisel Damaskus/Washington - Die Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) verlangt für eine als ... 2
Klage  Aarau - Die Ecopop-Initianten dürfen ungestraft als ...  
Der Souverän entscheidet am 30. November über die eidgenössische Volksinitiative «Stopp der Überbevölkerung - zur Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen».
Ecopop-Geschäftsführer will keine Fremdenfeindlichkeit Bern - Ecopop-Geschäftsführer Andreas Thommen wehrt sich gegen jüngst verbreitete ... 2
Initiative will Zuwanderung aus ökologischen Gründen beschränken
Titel Forum Teaser
Klaus Janosch ist Doktorand in Pflanzenernährung an der ETH Zürich.
ETH-Zukunftsblog Bedrohter Boden Fruchtbarer Boden ist ein wertvolles Gut, dessen Verlust sowohl für uns als ...
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
MO DI MI DO FR SA
Zürich 8°C 12°C leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Basel 8°C 13°C leicht bewölkt leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
St.Gallen 10°C 15°C bewölkt, Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Bern 11°C 17°C leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Luzern 12°C 17°C bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Genf 12°C 20°C leicht bewölkt leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Lugano 19°C 26°C sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
mehr Wetter von über 6000 Orten