Magazin mit Masoni-Karikatur beschlagnahmt
publiziert: Dienstag, 18. Apr 2006 / 20:05 Uhr

Bern - Die Luganeser Polizei hat die letzte Ausgabe der Satire-Zeitschrift «Il Diavolo» aus den Auslagen der Kioske von Lugano entfernen lassen.

Die Tessiner Regierungsrätin Marina Masoni.
Die Tessiner Regierungsrätin Marina Masoni.
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Sie handelte dabei eigenmächtig. Grund ist eine gewagte Karikatur der Tessiner Regierungsrätin Marina Masoni. Die Polizei war von einer empörten Leserin auf die Karikatur aufmerksam gemacht worden. Am Karfreitag reagierte sie. Die Polizei habe die Kioske aufgefordert, «Il Diavolo» aus den Schaufenstern zu entfernen, so dass Passanten die Zeichnung nicht sehen könnten, sagte ein Polizeisprecher gegenüber der Nachrichtenagentur SDA.

Der Sprecher bestätigte Berichte der Tessiner Medien, wonach die Polizei eigenmächtig handelte. Den Entscheid habe Roberto Torrente, der Kommandant der Luganeser Polizei, sieben Tage nach Erscheinen der Zeitschrift getroffen. Es habe sich um eine «persönliche Initiative» gehandelt, sagte er. Torrente selbst weilt derzeit in den Ferien.

Die Verantwortlichen der Satire-Zeitschrift, Sergio Savoia und Corrado Mardasini, zeigen sich von der Massnahme irritiert. Sie entbehre einer gesetzlichen Grundlage, sagte Corrado Mordasini, Urheber der umstrittenen Karikatur.

Schriftliche Erklärung gefordert

Sergio Savoia, Journalist und Vertreter der SP im Tessiner Grossrat, verlangt eine schriftliche Erklärung von der Stadt Lugano. Er wolle wissen, warum die Polizei ohne entsprechenden Befehl gehandelt habe, sagte er.

Dass eine Karikatur zensuriert werde, sei lächerlich, insbesondere angesichts des Angebots an pornographischen Zeitschriften.

Die Luganeser Regierung werde sich voraussichtlich nach den Osterferien in der kommenden Woche mit der Affäre beschäftigen, hiess es bei der Gemeindekanzlei.

Die Karikatur zeigt FDP-Regierungsrätin Marina Masoni in eindeutiger Pose auf allen Vieren und mit nacktem Hinterteil. Dazu die Bildlegende «Steh auf und geh!». Die Zeichnung illustriert einen Artikel über die gesundheitlichen und politischen Probleme der Regierungsrätin.

(ht/sda)

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