Mahmud Abbas als Präsidenten vereidigt
publiziert: Samstag, 15. Jan 2005 / 12:37 Uhr

Ramallah - Mahmud Abbas ist zum neuen palästinensischen Präsidenten vereidigt worden. Die Zeremonie fand während einer Parlamentssitzung im früheren Hauptquartier seines vor zwei Monaten verstorbenen Amtsvorgängers Jassir Arafat in Ramallah statt.

In den neuen palästinensischen Präsidenten Abbas werden grosse Hoffnung gesetzt. Bild: Archiv.
In den neuen palästinensischen Präsidenten Abbas werden grosse Hoffnung gesetzt. Bild: Archiv.
Mit der Hand auf dem Koran legte Abbas vor den palästinensischen Abgeordneten den Amtseid ab. In einer Rede würdigte Abbas seinen vor zwei Monaten verstorbenen Vorgänger: Im Namen des ganzen Volkes weihe ich meinen Sieg der Seele und dem Gedenken an unseren ewigen Chef, sagte Abbas.

Der neue Präsident der palästinensischen Autonomiebehörde steht vor der schwierigen Aufgabe, radikale Palästinenser zum Gewaltverzicht zu bewegen. Ferner sollte er die Korruption in der Autonomiebehörde beenden und die Friedensverhandlungen mit Israel mit dem Ziel der Gründung eines Palästinenserstaates wieder in Gang bringen.

Mit 62 Prozent gewählt

Abbas war am vergangenen Sonntag von den Palästinensern mit 62,3 Prozent Stimmen gewählt worden. Arafat war am 11. November in einem Spital bei Paris gestorben.

Die Amtseinführung des 69-Jährigen Abbas wurde von der Ankündigung Israels überschattet, die Kontakte zur palästinensischen Führung zu unterbrechen. Grund dafür war ein Selbstmordanschlag im Gazastreifen, bei dem am Donnerstagabend sechs Israelis getötet wurden.

Ein hochrangiger israelischer Regierungsvertreter warf Abbas vor, die Attentäter des Anschlags zu kennen. Abbas wisse, wer für den blutigen Anschlag verantwortlich sei, weil die Attentäter den von ihm abhängigen Sicherheitsdiensten bekannt seien, sagte der Regierungsbeamte.

(mo/sda)

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