Smartphones
Mal- und Spyware greifen Android-User an
publiziert: Donnerstag, 20. Jun 2013 / 16:02 Uhr
An Android-User: Im Zweifelsfall App nicht installieren.
An Android-User: Im Zweifelsfall App nicht installieren.

Wien - Die Anzahl von im Umlauf befindlicher maliziöser Software für mobile Betriebssysteme erlebt einen starken Zuwachs. Davon betroffen sind in erster Linie Android-Anwender.

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Im März dieses Jahres hat sich die Zahl von bösartigen Android-Schädlingen auf 509 Mio. belaufen. Udo Schneider, Senior Manager PR Communications bei "Trend Micro", rechnet damit, dass es im Laufe der kommenden Monate zu einem weiteren rasanten Anstieg kommen wird.

Hackerziel wegen grosser Verbreitung

«Android ist an sich ein sicheres Betriebssystem. Das Problem liegt allerdings in der Zustimmung der Nutzer zu Applikationen, hinter denen sich Schädlinge befinden», sagt Schneider gegenüber pressetext. Er rät Android-Usern dazu, sich die abgefragten Zugriffsrechte genau anzuschauen und im Zweifelsfall die App nicht zu installieren.

Der Grund für die grosse Anzahl von für speziell auf Android zugeschnittene Mal- und Spyware liegt in der enormen Marktdurchdringung des Google-Betriebssystems, die bei weltweit knapp unter 70 Prozent liegt. Gleichzeitig dazu ist das mobile Windows-Betriebssystem zu wenig verbreitet. Apple schafft es unterdessen sein Ökosystem relativ sauber zu halten, so Schneider.

Neben den Schädlingen auf mobilen Endgeräten erfahren auch Spams eine immer grössere Bedeutung. Mehr als jedes dritte dafür verwendete Botnetz bzw. Command-and Control-Server hat sein Zuhause in den USA. Der Grossteil deren Betreiber sitzt jedoch in Russland und den ehemaligen Ostblock-Ländern. Russische Rechner selbst sind dabei nur in äusserst seltenen Fällen von einer Infizierung betroffen.

Erfolgreiche Wirtschaftsspionage leicht gemacht

Brancheninsider gehen davon aus, dass der Schutz russischer Devices und PCs Grundbedingung dafür ist, dass die Verbreitung von Spyware vonseiten Moskaus politisch toleriert wird. Viren aus Russland würden - bevor sie sich tief in die Software reinhacken - sichergehen, dass der ins Auge gefasste Rechner nicht etwa eine russische Windows-Version oder eine kyrillische Tastatur benutze.

Interessantes Detail aus österreichischer Sicht: Im vergangenen März sind rund 118.000 PCs in der Alpenrepublik durch Spam infiziert worden, in Deutschland hingegen nur 11.500. Das kleine Österreich ist in jenem Monat mit einem weltweiten Anteil von 2,5 Prozent in den Top 10 gelegen. Schneider führt das auf einen gezielten temporären Angriff zurück. Den jährlichen Schaden, der durch Wirtschafts- und Industriespionage in Österreich entsteht, schätzt Tanja Menne-Leander, Strategic Partner Business Manager Austria bei Trend Micro, auf 880 Mio. Euro.

Den Fokus legt dabei Martin Ninnemann, Director Channel Sales DACH, im Rahmen eines Pressegesprächs vor allem auf erfolgreiche Unternehmen im mittelständischen Bereich, die mitunter Weltmarktführer in ihrem Segment sind. Deren wertvolle Daten und Patente sowie deren Know-how müssten vor professioneller Wirtschaftsspionage bestmöglich geschützt werden.

(dap/pte)

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