ManU vor dem Out?
publiziert: Dienstag, 22. Nov 2005 / 08:04 Uhr

Am vorletzten Spieltag der Gruppenphase in der Champions League können sich Juventus Turin, Bayern München und Barcelona diese Woche die Qualifikation für die Achtelfinals sichern. Manchester United dagegen droht das Aus.

Alex Ferguson steht mit seinen Red Devils unter Druck - und Hitzfeld steht schon bereit.
Alex Ferguson steht mit seinen Red Devils unter Druck - und Hitzfeld steht schon bereit.
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Bei einer Heimniederlage der «Red Devils» heute gegen den spanischen Vertreter Villareal und einem gleichzeitigen Sieg von Lille gegen Benfica Lissabon würde es für das Team von Sir Alex Ferguson erstmals seit 1994/1995 nur noch um das Weitermachen im UEFA-Cup gehen.

Wesentlich rosiger sieht es für die Teams der Stunde in Europa aus: Juventus Turin, das nach dem 4:1 über die AS Roma die Serie A wieder mit fünf Punkten Vorsprung auf Milan anführt, steht bereits mit einem Unentschieden gegen Brügge vorzeitig in der nächsten Runde. Und für den bereits qualifizierten FC Barcelona wird das Rückspiel gegen Werder Bremen in der Gruppe C nach dem 3:0 bei Real Madrid zu einem Schaulaufen.

Rummenigge fordert Gruppensieg

Auch Bayern München kann gegen Punktelieferant Rapid Wien vorzeitig das Achtelfinal-Ticket buchen, doch Karl-Heinz Rummenigge genügt das nicht. Der Bayern-Boss fordert vom Star-Ensemble des Bundesliga-Spitzenreiters als Zugabe ein Torfestival gegen den österreichischen Meister, um Juventus Turin im Kampf um den Gruppensieg auszustechen.

«Es wäre schön, wenn wir Tabellenerster würden», sagte Rummenigge vor dem letzten Vorrunden-Heimspiel. Denn der Gruppenerste hat im Achtelfinal im entscheidenden Rückspiel Heimrecht. «Das ist ein taktischer Vorteil. Denn mit unseren Fans im Rücken können wir fast jedes Ergebnis aufholen», betonte Rummenigge.

Acht Pflichtspiele, acht Siege, 19:3 Tore -- so lautet die beeindruckende Bilanz der Bayern in ihrem neuen Stadion, in der auch die Gruppenspiele gegen Brügge (1:0) und Juventus Turin (2:1) gewonnen wurden.

«Gegen Rapid wollen wir natürlich den dritten Sieg einfahren», sagte Trainer Felix Magath. Der vermutlich erneute Ausfall von Spielmacher Michael Ballack und dessen vorgesehenem Ersatz Mehmet Scholl (Oberschenkelverhärtung) ändert daran nichts. Rapid kann sich in den letzten beiden Runden nicht einmal mehr für den UEFA-Cup qualifizieren.

Spass-Fussballer gegen Zauber-Kicker

Mit dem Selbstvertrauen vom jüngsten Schützenfest, aber ohne Torjäger Ivan Klasnic ist Werder Bremen nach Barcelona geflogen. «Das gibt natürlich weiteren Schub», sagte Trainer Thomas Schaaf über die vollauf gelungene 6:1-Generalprobe gegen Wolfsburg.

Der Bremer Auftritt beim Weltklasse-Ensemble aus der Primera Division verspricht ein Spektakel, denn beim Duell der deutschen Spass-Fussballer mit den Zauber-Kickern von der iberischen Halbinsel treffen die treffsichersten Teams ihrer Ligen aufeinander. «Da können viele Tore fallen», glaubt Miroslav Klose.

Trotz des namhaften Gegners, der im Liga-Alltag zuletzt Real Madrid mit einem 3:0-Sieg beeindruckend vorgeführt hat, strotzen die Bremer Akteure vor Selbstsicherheit. «In dieser Form können wir jeden schlagen», meinte Abwehrspieler Naldo. Die Tor-Gala gegen Wolfsburg «hat uns weiteren Auftrieb gegeben».

Der brasilianische Abwehrmann hat keine Angst, dass Werder von seinem Landsmann Ronaldinho so vorgeführt wird wie Real. Beim Fussball-Fest in Madrid hatte der zur Zeit beste Spieler der Welt am Samstag zwei traumhafte Tore erzielt.

In Barcelona wollen die erfolglos in die Königsklasse gestarteten Bremer ihre Ausgangsposition vor dem vermutlichen Finalspiel gegen Panathinaikos Athen am 7. Dezember im Weserstadion weiter verbessern. Noch liegen Werder, Udinese und Athen mit jeweils vier Punkten gleichauf hinter den deutlich führenden Spaniern (10).

Hitzfeld dementiert Kontakte

Der schlechteste Champions-League-Start seit elf Jahren und ein angebliches Angebot an Ottmar Hitzfeld haben bei Manchester United für Unruhe gesorgt und den Druck auf Alex Ferguson erhöht. Alles andere als ein Heimsieg gegen Überraschungs-Spitzenreiter Villarreal würde den Königsklassen-Champion von 1999 und seinen seit 19 Jahren für den Verein tätigen Coach noch stärker in die Bredouille bringen.

Doch der Aussenseiter aus der Primera Division, der die Tabelle der Gruppe D unerwartet mit sechs Punkten vor ManU, Lille (beide 5) und Benfica Lissabon (4) anführt, hat den Respekt vor dem Favoriten offenbar verloren.

«ManU ist gut, aber das Team ist weit von dem Team entfernt, das so viele Titel gewann. Egal, wen Ferguson aufstellt, wir haben nichts zu fürchten», behauptet Juan Ramon Riquelme vor der Partie im Old-Trafford-Stadion.

Klubchef Fernando Roig ist da schon vorsichtiger, zumal sein argentinischer Mittelfeldstar Riquelme (Zerrung) ausfällt. «Natürlich träumen wir davon, in Manchester zu gewinnen und unsere Qualifikation für die nächste Runde vorzeitig zu sichern. Das wäre das Grösste», sagte er.

Manchester braucht dringend die Punkte, um nicht wie 1994, als man nach vier Gruppenspielen auch nur einen Sieg auf dem Konto hatte, den frühen Champions-League-K.o. zu erleiden. Immerhin gibt es auch positive Meldungen: Die Generalprobe verlief mit dem 3:1 bei Charlton Athletic erfolgreich.

Doch das Ende der Ära Roy Keane, der den Machtkampf mit Ferguson verloren hat, den Verein verlassen kann und gestern schon mit Juventus Turin in Verbindung gebracht wurde, sowie der Wirbel um Hitzfeld sorgen für Unruhe im Verein. Hitzfeld hat inzwischen jedoch gegenüber dem «Kicker» jegliche Kontakt nach Manchester dementiert.

(fest/Si)

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