Managed-Care-Befürworter warnen vor Illusion
Managed-Care-Befürworter fürchten ein Volks-Nein
publiziert: Montag, 21. Mai 2012 / 22:30 Uhr
Ärzte befürworten das neue Modell.
Ärzte befürworten das neue Modell.

Bern - Die Befürworter der Massnahmen zur Förderung von integrierten Gesundheitsnetzen befürchten, bei einem Volks-Nein mit leeren Händen dazustehen. Ihrer Ansicht nach ist es eine Illusion, einzelne Teile der Managed-Care-Vorlage herauszubrechen und separat zu beschliessen.

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Wer sage, dass nach einem Volks-Nein einfach die unbestrittenen Elemente in eine Light-Vorlage aufgenommen werden könnten, verkenne die Tatsachen, sagte Nationalrat Jean-François Steiert (SP/FR) am Montag anlässlich einer Medienkonferenz von Vertretern von Patienten- und Konsumentenorganisationen sowie Hausärzten und Apothekern, welche die Managed-Care-Vorlage befürworten.

In der Revision des Krankenversicherungsgesetzes, die am 17. Juni an die Urne gelangt, gibt es laut Steiert keinen einzigen unumstrittenen Punkt. Dies gelte insbesondere für den notwendigen Risikoausgleich, mit dem die Jagd der Versicherer nach guten Risiken eingedämmt werden soll.

Zehn Jahre warten

Es sei zwar möglich, dass ein Volks-Nein zu Managed Care der Einführung einer Einheitskasse Schub verleihe, sagte Steiert. Doch sei die Einführung einer solchen Lösung erst für die Jahre 2018-2020 denkbar.

Ohne Zustimmung zu der Vorlage würden damit erneut zehn Jahre ins Land gehen, ohne dass etwas zur Förderung der integrierten medizinischen Versorgungsnetzen unternommen werde, sagte Steiert, der in seiner Partei eine Minderheitsposition vertritt.

Der Vizepräsident der Schweizerischen Patientenstellen setzt sich nach eigenen Angaben für die Vorlage ein, weil sein Verband die Neuerungen als besser einstuft als die heutige Situation.

Neben dem besseren Risikoausgleich, den der Bundesrat allerdings erst noch im Detail beschliessen müsste, bringt die Gesetzesrevision laut Steiert vor allem eine Schwächung der Rolle der Krankenversicherer.

Krankenkassen schwächen

Die «Versichererlastigkeit» der integrierten Versorgung werde eingeschränkt, sagte er. Dies rühre unter anderem daher, dass Krankenversicherungen künftig keine eigenen Netzwerke mehr betreiben oder sich an solchen beteiligen dürften. Mit dem revidierten Gesetz erhalte der Bundesrat aber insbesondere die Kompetenz, Anforderungen an die Qualität der Gesundheitsnetze zu verordnen. Dies sei im Interesse der Patientinnen und Patienten.

Steiert räumte ein, dass die Vorlage gegenüber der heutigen Situation auch einige Nachteile bringe, etwa die Möglichkeit von Dreijahresverträgen oder der differenzierte Selbstbehalt, mit dem die Versicherten übers Portemonnaie zum Wechsel in ein Managed-Care-Versicherungsmodell bewegt werden sollen.

(fest/sda)

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Liebe Politiker
begreift endlich, dass die Mehrheit nicht daran interessiert ist, dass die KK-Prämien sinken. Sie nimmt jubeld zur Kenntnis, dass jedes Jahr die Prämien massiv steigen und mit Wonne schiebt sie extrem teuren Spezialärzten Miilionen überflüssiger Behandlungskosten in den Hintern.
Der Riese hat einen Zwerg geboren . . .
. . . und das heisst, noch mehr Selbstbehalt, noch höhere Preise und letztlich natürlich auch noch teurere Medikamente. Bestraft werden wieder die Kranken während man die Simulanten gleich massenweise importiert. Bei so viel Bortoluzzi wird sogar die SVP skeptisch. Der Vertrauensverlust in das durch Lobyisten verseuchte Gesundheitswesen ist enorm und das wird sich am Abstimmungstag hoffentlich zeigen.
Nur 10 Jahre?
Nur 10 Jahre wollen die Befürworter dieser obskuren "Aerzte-Vernetzung" warten, bis sie das Volk erneut damit nötigen?

Dass es eine Illusion sein soll, einzelne Teile aus MC "herauszubrechen", freut mich, zu hören. Kein Problem, da ist nichts wünschenswertes darin zu finden.

Die KK-Prämie hat sich - ähnlich wie das Billag - zu einer heiigen Kuh entwickelt, die zwar in Frage gestellt werden darf, aber Massnahmen zu fordern, die zur Senkung von Prämien führen, werden in Bern auf wundersame Weise in Massnahmen verwandelt, die die Prämien zementieren oder erhöhen, dafür die Leistungen reduzieren.

Warum nahmen die KK-Prämien schneller zu, als die Versicherungsleistungen?
Wie soll gespart werden, wenn der Leistungskatalog der obligatorischen Grundversicherung - der Zwangsgebühr - ständig aufgebläht statt verkleinert wird? Das liesse sich dann nur durch Rationierung der Leistungen erreichen.
Wenn jedes neue Medikament - ob wichtig oder nicht aus medizinischer Sicht und jede neue Lifestyle-Operation, jede lebensverlängernde Massnahme usw. automatisch in diesen Katalog aufgenommen wird, müssen die Prämien ja steigen.

Freiwilligkeit der KK auf Kontraktbasis, minimale Vorgaben des Gesetzgebers sind die einzige Möglichkeit, Varianten von Angeboten zu schaffen, die die Leute dazu animieren, ärztliche Leistungen bewusst in Anspruch zu nehmen.
Gesetzliche Regelungen nach sozialistischer Manier, zentral gesteuert und mit der Gerechtigkeit einer Giesskanne verteilt, führen zwangsläufig zu einem Apparat, der zur tumben Konsumation animiert.
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