Erste SRG-Trendumfrage zur eidgenössischen Abstimmung
Managed Care stösst auf Widerstand
publiziert: Freitag, 11. Mai 2012 / 17:25 Uhr / aktualisiert: Freitag, 11. Mai 2012 / 17:41 Uhr
Die Managed-Care-Vorlage will nicht nur die freie Arztwahl, sondern auch die Wahl des Spitals einschränken.
Die Managed-Care-Vorlage will nicht nur die freie Arztwahl, sondern auch die Wahl des Spitals einschränken.

Bern - Managed Care im Gegenwind, Patt bei der Initiative «Staatsverträge vors Volk» und eine relative Mehrheit für die Initiative «Eigene vier Wände dank Bausparen»: Das zeigt die am Freitag publizierte erste Trendumfrage der SRG zur eidg. Abstimmung vom 17. Juni.

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Das Forschungsinstitut gfs.bern befragte zwischen dem 30. April und dem 5. Mai im Auftrag der SRG 1205 stimmberechtigte Personen in allen Landesteilen.

Die Revision der Krankenversicherung stösst auf Widerstand. Wäre letzte Woche über die Managed-Care-Vorlage befunden worden, wäre sie von 44 Prozent der Stimmenden abgelehnt worden, 33 Prozent hätten sie gutgeheissen. Ein hoher Anteil von 23 Prozent war zu diesem Zeitpunkt unentschlossen.

Die im Parlament noch mit komfortablem Mehr verabschiedete Vorlage findet derzeit bei keiner Parteibasis eine zustimmende Mehrheit, und in allen Sprachregionen überwiegt die Skepsis.

Meinungen noch nicht gemacht

Laut gfs.bern ist die Meinungsbildung bei Managed Care aber noch nicht weit fortgeschritten. Offenbar spielten Parteibindungen eine untergeordnete Rolle: Vielmehr scheinen persönliche Erfahrungen und das eigene Umfeld die Position zu beeinflussen.

Erschwerend für die Vorlage komme jedoch hinzu, dass zwei Regierungsparteien, SVP und BDP, die im Parlament die Vorlage noch unterstützt hatten, jetzt die Nein-Parole beschlossen haben. Die Abstimmungskampagne werde zeigen, ob die Befürworter «das Ruder noch herumreissen könnten».

Ja der Parteiungebundenen

Gleich gross sind die Ja- und Nein-Lager bei der Volksinitiative «Staatsverträge vors Volk» der Aktion für eine unabhängige und neutrale Schweiz (AUNS). Je 44 Prozent sprachen sich dafür oder dagegen aus, 12 Prozent wollten oder konnten sich noch nicht festlegen.

Die von der AUNS lancierte Initiative findet derzeit nur an der Basis der SVP eine zustimmende Mehrheit. Bei allen anderen Wählerschaften stösst das Begehren teils klar auf Ablehnung.

gfs.bern geht angesichts der mässigen Unterstützung der Initiative ausserhalb der SVP davon aus, dass die Gegnerschaft im Abstimmungskampf zulegt. Eine Ablehnung der Initiative sei wahrscheinlicher als eine Annahme.

Trendumkehr wahrscheinlich

Die Bausparinitiative kann mit 47 Prozent Ja und 38 Prozent Nein derzeit eine relative Mehrheit verzeichnen. 15 Prozent waren vor einer Woche noch unentschlossen.

Wie schon die Bausparinitiative, die am 11. März zur Abstimmung gelangt war, verzeichnet auch die Initiative der Hauseigentümer zu Beginn der Kampagne überwiegend Zustimmung.

gfs.bern weist indessen darauf hin, dass die Initiative vom März in der ersten SRG-Befragung mit 54 Prozent Ja zu 22 Prozent Nein sogar noch höhere Sympathiewerte hatte, bei der Abstimmung aber dennoch klar durchfiel. Auch bei der zweiten Bausparinitiative sei eine Trendumkehr wahrscheinlich.

(asu/sda)

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