Manager entdecken das Theater: Stuttgarter Schauspielhaus bietet Seminare an
publiziert: Dienstag, 29. Jul 2003 / 09:13 Uhr

Stuttgart - Der Degen zischt durch die Luft, das Bein stampft dumpf nach vorne auf den hölzernen Bühnenboden. Was eher an kurzen Prozess erinnert, ist Teil einer nicht ganz alltäglichen Weiterbildung für Geschäftsleute.

Als erstes deutsches Theater bietet das Alte Schauspielhaus in Stuttgart Firmenseminare an, in denen sich Führungskräfte mit den Mitteln der Mimen auf ihre Rolle im Unternehmen vorbereiten können.

Intriganten und Konkurrenten, Machtspiele und Hierarchien, das Drama und die Komödie gibt es schliesslich nicht nur in Drehbuch und Spielplan.

"Management-by-Shakespeare"

Die Manager sollen das Theater entdecken, durchaus aktiv und nicht aus der Loge:

"Management-by-Shakespeare" nennen die Stuttgarter ihr Projekt, das den Krawattenträgern das Gruppendenken ebenso beibringen soll wie die Machtstrategien Friedrich Schillers.

Das Projekt, das mit der neuen Intendanz Einzug ins Haus genommen hat, kommt bei der Zielgruppe offenbar gut an.

"Besonders die totale Präsenz des Trainerteams wird in den Feedbacks herausgestellt", berichtet Cordula Beelitz-Frank, die für das Theater die Koordination zwischen Theater und Wirtschaft übernommen hat.

Ziel sei es, beiden Partnern neue Perspektiven zu öffnen. In den Seminaren wird vor allem erlebbar gemacht, wo die Parallelen zwischen den Welten des Managements und des Theaters liegen.

Rhetorik und Körpersprache seien wichtig in beiden Branchen, betonen die Veranstalter im Alten Schauspielhaus.

Nicht zu vergessen: Ohne Teambildungsprozesse, Motivation und Projektmanagement funktioniert ebenfalls bei beiden nichts.

"Emotionales Erleben statt kognitiver Lernspiele, lautet das Zauberwort für die Nachhaltigkeit eines solchen Seminartages", meint Beelitz-Frank. Allein schon der aussergewöhnliche Seminarort schenkt den gewissen unvergesslichen Moment.

Kaderleute als "Räuber"

Die Grundidee für das Manager-Theaterseminar im Alten Schauspielhaus stammt aus den USA und aus der Wiege des tragischen britischen Theaters, der Royal Shakespeare Company.

Konflikterkennung und Krisenmanagement konnten bereits die britischen Abteilungsleiter bei "Romeo und Julia" lernen, und in Schillers "Räuber" dient die Hassliebe stets auch als Metapher für den Wettbewerb.

Die Themen der Seminare bestimmt grundsätzlich der Kunde, das Unternehmen. Beelitz-Frank und die Schauspielmannschaft machen sich zum jeweiligen Wunschzettel der Firmen ihre Gedanken und sprechen den Tagesablauf mit den Unternehmen ab.

"Zwei Tage sollte so ein Seminar dauern, immer ist ein abendlicher Theaterbesuch dabei, auf alle Fälle aber werden alle erarbeiteten Projekte gemeinsam und abschliessend auf der Bühne präsentiert", erklärt sie.

Info unter: seminare@schauspielhaus-komoedie.de

(Martin Oversohl/dpa)

 
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