Mancuso gewinnt «Riesen-Gold»
publiziert: Freitag, 24. Feb 2006 / 13:50 Uhr / aktualisiert: Freitag, 24. Feb 2006 / 14:11 Uhr

Das letzte Alpin-Rennen von «Torino 2006» hat ein unerwartetes Siegertrio gebracht.

Nadia Styger verpasste eine bessere Platzierung durch einen groben Fahrfehler. (Archivbild)
Nadia Styger verpasste eine bessere Platzierung durch einen groben Fahrfehler. (Archivbild)
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Die Amerikanerin Julia Mancuso holte Gold vor Tanja Poutiainen (Fi) und Anna Ottosson (Sd). Nadia Styger konnte die gute Ausgangslage nach dem ersten Lauf nicht nutzen.

Die Erwartungen aus Schweizer Sicht hatten sich in engen Grenzen gehalten - verständlich mit nur zwei Fahrerinnen mit bescheidenem Leistungsausweis am Start.

Für Nadia Styger war der 16. Platz in Cortina im Weltcup das höchste der Gefühle, Fränzi Aufdenblatten weist den 22. Rang in Ofterschwang als Saisonbestergebnis aus.

Dazu gehörte das Duo zu jenen Fahrerinnen, die Anfang Woche im Super-G ganz bittere Pillen zu schlucken hatten. Die falsche Skiwahl hatte sie auf die Plätze 35 respektive 17 abrutschen lassen.

Hoffnungen nicht erfüllt

Derweil sich Fränzi Aufdenblatten nach einem verpatzten Auftritt im ersten Lauf im Finale wenigstens um 12 Plätze noch in den 16. Rang verbesserte, ging Nadia Styger den umgekehrten Weg.

Nach halbem Pensum hatte sie mit Rang 8 überrascht und aller negativer Vorzeichen zum Trotz Hoffnung auf ein Topresultat aufkommen lassen. Ihr eigener Hinweis, die besseren Fahrten vielfach in den zweiten Durchgängen gezeigt zu haben, liess sogar eine weitere Steigerung erwarten.

Die Realität sah diesmal aber anders aus. Die Schwyzerin kam mit dem vom kroatischen Chefcoach Ante Kostelic ausgeflaggten, im Vergleich zum ersten Lauf deutlich mehr drehenden Kurs überhaupt nicht zurecht und wurde ins «Niemandsland» der Rangliste auf Position 24 durchgereicht.

Form stimmt

Ein Weltcup-Rennen hat Julia Mancuso noch nie gewonnen. Dass zur Zeit ihre Form aber stimmt, hatte die bald 22-Jährige im letzten Rennen vor der Anreise nach Italien gezeigt. In Ofterschwang hatte sie als Dritte in dieser Disziplin erstmals einen Podestplatz erreicht.

Und nun schaffte sie, die an den Weltmeisterschaften 2005 schon Dritte im «Riesen» und im Super-G war, den ganz grossen Coup und wurde als dritte Amerikanerin nach Andrea Mead-Lawrence (Oslo 1952) und Debbie Armstrong (Sarajevo 1984) Olympiasiegerin im Riesenslalom.

Julia Mancuso, wie ihre Landsleute Bode Miller und Daron Rahlves während des Weltcup-Winters in Europa neuerdings mit einem Wohnmobil unterwegs, rettete mit ihrem Sieg auch das mit hohen Erwartungen angetretene amerikanische Frauen-Team vor dem «Nuller» in der Medaillenbilanz. Zu feiern gabs bisher für die alpine Vertretung der USA einzig die Goldmedaille von Ted Ligety in der Kombination.

«Teil-Schweizerin» Poutiainen

Die Schweiz darf sich dank Tanja Poutiainen wenigstens teilweise über eine Medaille freuen. Die Finnin wird seit drei Jahren vom Bündner Michael Bont gecoacht und hat zudem einen Zweitwohnsitz in St. Gallen.

Im vergangenen Winter hatte Tanja Poutiainen zwar die Gesamtwertungen im Slalom- und im Riesenslalom-Weltcup für sich entschieden, dazu vier Rennen gewonnen und an der WM in Bormio in den beiden Disziplinen jeweils Silber geholt.

Der neuerliche 2. Platz kommt gleichwohl überraschend, zumal sie im laufenden Winter überhaupt nicht auf Touren und über 6. Ränge nicht hinaus gekommen war. In Sestriere holte sie nun die erste Olympia-Medaille für Finnland im Alpin-Bereich.

Überraschende Ottosson

Ebenso unerwartet kam der Bronze-Gewinn von Anna Ottosson, die bei Grossanlässen bisher immer leer ausgegangen war. Die Schwedin, die Mitte Mai bereits 30 Jahre alt wird und normalerweise im Schatten von Anja Pärson steht, war zwar in diesem Winter im Riesenslalom regelmässig in die ersten zehn gefahren, den Platz auf dem Podest hatte aber auch sie immer verpasst.

Anja Pärson ihrerseits wurde «nur» Sechste, nachdem sie im ersten Lauf als Zweite hinter Julia Mancuso noch von ihrem zweiten Olympiasieg innert zwei Tagen hatte träumen dürfen. Die ganz grosse Geschlagene war indes Maria José Rienda Contreras.

Vor den Augen von Prinz Felipe und dessen Gattin Letizia musste sich die vom Tessiner Mauro Pini betreute Spanierin mit Rang 13 bescheiden. Die dreifache Saisonsiegerin war mit 1,39 Sekunden Rückstand auf Julia Mancuso schon nach dem ersten Lauf aus dem Kampf um die Medaillen eliminiert.

Nicht am Start war Janica Kostelic. Der Kroatin, die 2002 neben der Kombination und dem Slalom auch den Riesenslalom gewonnen hatte, macht nach wie vor eine fiebrige Erkältung zu schaffen. Die vierfache Olympiasiegerin hatte Mitte letzter Woche wegen zu hohem Puls schon auf die Abfahrt verzichten müssen.

Das Schlussklassement:
1. Julia Mancuso (USA) 2:09,19. 2. Tanja Poutiainen (Fi) 0,67 zurück. 3. Anna Ottosson (Sd) 1,14. 4. Nicole Hosp (Ö) 1,47. 5. Geneviève Simard (Ka) 1,54. 6. Anja Pärson (Sd) 1,77. 7. Kathrin Zettel (Ö) 2,16. 8. Nadia Fanchini (It) 2,27. 9. Ana Drev (Sln) 2,48. 10. Maria Pietilä-Holmner (Sd) 2,50. 11. Brigitte Acton (Ka) 2,52. 12. Tina Maze (Sln) 2,64. 13. Maria Rienda Contreras (Sp) 2,94. 14. Karen Putzer (It) 3,28. 15. Martina Ertl (De) 3,35. 16. Fränzi Aufdenblatten (Sz) 3,43. 17. Marlies Schild (Ö) 4,08. Ferner: 24. Nadia Styger (Sz) 5,26.

(rr/Si)

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