Mandelson will EU-Wirtschaft öffnen
publiziert: Samstag, 3. Jun 2006 / 08:26 Uhr

Moskau - EU-Handelskommissar Peter Mandelson will die EU-Wirtschaft stärker für Russland öffnen.

Peter Mandelson will Anreize für Russland schaffen.
Peter Mandelson will Anreize für Russland schaffen.
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Die EU könne nicht einerseits Russland belehren und eine Öffnung des russischen Marktes fordern und sich andererseits hinter einem «nationalen Protektionismus» verschanzen.

Die wachsenden Märkte könnten ein Anreiz für einen Wandel in Russland sein, sagte Mandelson am Freitag vor Unternehmern in Warschau.

Russland sei nicht immer ein leichter Partner. Mandelson wies in diesem Zusammenhang vor allem auf den Energiesektor hin.

Gleichberechtigung gefordert

Der russische Präsident Wladimir Putin forderte im Gespräch mit den Leitern der grössten Nachrichtenagenturen aus den G8-Ländern in seiner Residenz in Nowo Ogarewo bei Moskau am Freitag eine Gleichbehandlung beider Seiten.

Die EU wolle «ins Herz der russischen Wirtschaft vordringen». Dann müsse sie aber auch umgekehrt Russland in das Herz der EU-Wirtschaft vorstossen lassen.

Die russischen Energiesysteme arbeiteten mit russischen Mitteln und Geldern. Sie gehörten dem russischen Volk. Das Thema Energie steht im Mittelpunkt des Gipfels der sieben wichtigsten Industriestaaten und Russlands (G8) im Juli in St. Petersburg.

Mehr Privatisierung

Der russische Vize-Regierungschef Dmitri Medwedjew sprach sich derweil für eine weitere Privatisierung der Wirtschaft seines Landes aus.

Der Staat sollte nur noch in den Bereichen präsent sein, in denen seine Sicherheit in Gefahr sei, sagte der als Anwärter für die Nachfolge Putins geltende Politiker in Moskau.

Der russische Staat werde weiterhin seine Kontrolle über den Energieriesen Gasprom aufrecht erhalten, ohne den das Land «erfrieren» würde, fügte Medwedjew hinzu, der zugleich Aufsichtsratsvorsitzender von Gasprom ist.

Weitere staatliche Domänen blieben die Verteidigung und die Atomenergie.

(rr/sda)

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