Kritik von Amnesty
Mangelnde Aufnahme von Syrien-Flüchtlingen
publiziert: Freitag, 5. Dez 2014 / 09:38 Uhr
Syrische Kinder finden in Lebanon Unterschlupf - die Aufnahmeplätze sind jedoch rar.
Syrische Kinder finden in Lebanon Unterschlupf - die Aufnahmeplätze sind jedoch rar.

Beirut - Amnesty International hat eine geringe Bereitschaft reicher Länder zur Aufnahme syrischer Flüchtlinge kritisiert. Nur 1,7 Prozent der 3,8 Millionen Flüchtlinge aus dem Land seien ausserhalb der Region aufgenommen worden, erklärte die Menschenrechtsorganisation in Genf.

5 Meldungen im Zusammenhang
Die Hauptlast trügen die Nachbarländer Türkei, Libanon, Jordanien, Irak und Ägypten. Die internationale Gemeinschaft habe nur eine «klägliche Anzahl an Aufnahmeplätzen» angeboten, schrieb Amnesty am Freitag in einer Mitteilung vor der Geberkonferenz zu Syrien am Dienstag in Rhonestadt.

Besonders «beschämend» sei, dass die Golfstaaten trotz gemeinsamer Sprache und Religion gar keine Syrien-Flüchtlinge aufnähmen. Aber auch Russland oder China hätten bisher nicht angeboten, syrische Bürgerkriegsflüchtlinge aufzunehmen.

Die europäischen Staaten ohne Deutschland, das relativ viele Syrer aufnahm, beherbergten gerade einmal 0,17 Prozent der Flüchtlinge, kritisierte Amnesty. Die Weigerung reicher Länder, mehr Flüchtlingen Schutz zu gewähren, wälze die gesamte Last auf die Nachbarländer ab, die der Belastung nicht gewachsen seien.

Umsiedlungen gefordert

Amnesty sprach sich dafür aus, fünf Prozent der syrischen Flüchtlinge bis Ende 2015 umzusiedeln und weitere fünf Prozent im folgenden Jahr. Damit könnten alle 380'000 Flüchtlinge umgesiedelt werden, die von den Vereinten Nationen wegen besonderer Schutzbedürftigkeit als Kandidaten identifiziert worden seien.

Darunter sind vor allem Kinder und Folteropfer. «Länder können ihr Gewissen nicht durch Bargeldzahlung entlasten», erklärte der Amnesty-Vertreter für Flüchtlingsrechte, Sherif Elsayed-Ali.

Nach Angaben des UNO-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) hat der Krieg in Syrien bislang rund 10 Millionen Menschen in die Flucht getrieben. Davon fanden über drei Millionen in den Nachbarländern Türkei, Libanon, Jordanien und Irak Zuflucht.

(bg/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Die Schweiz soll 100'000 ... mehr lesen 3
Flüchtlinge aus Syrien sollen in der Schweiz Zuflucht finden.
Libanon will den Zustrom von syrischen Flüchtlingen stoppen.
Beirut - Mit einer neuen allgemeinen ... mehr lesen 1
New York - Wegen des seit mehr als ... mehr lesen
Die anhaltende Gewalt habe beinahe die Hälfte der Syrer aus ihren Häusern vertrieben.
Flüchtlinge aus dem syrischen Kriegsgebiet sollen an der türkischen Grenze oft abgewiesen werden.
Istanbul - Amnesty International beklagt zunehmende Probleme im Umgang der Türkei mit Flüchtlingen aus dem benachbarten Bürgerkriegsland Syrien. Die ... mehr lesen
Bern - Der Bund soll mehr humanitäre ... mehr lesen
Unter den syrischen Flüchtlingen sind viele Kinder.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Die Fluchtroute auf der Seestrecke zwischen Nordafrika ...
Erschreckende Zahlven von der UNO  Berlin - Bei Bootsunglücken im zentralen Mittelmeer sind in der zurückliegenden Woche nach UNO-Angaben wahrscheinlich mindestens 880 Flüchtlinge umgekommen - und damit weit mehr als ohnehin schon befürchtet. mehr lesen 
Amnesty International berichtet  Kabul - Die Zahl der Binnenflüchtlinge hat sich wegen des Kriegs in Afghanistan in nur drei Jahren mehr als verdoppelt - auf heute 1,2 Millionen Menschen. 2013 hatten die Vereinten Nationen noch 500'000 durch den Konflikt entwurzelte Menschen verzeichnet. mehr lesen  
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Di Mi
Zürich 10°C 20°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig trüb und nass bewölkt, etwas Regen
Basel 10°C 21°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bewölkt, etwas Regen Wolkenfelder, kaum Regen
St. Gallen 10°C 16°C Wolkenfelder, kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig trüb und nass stark bewölkt, Regen
Bern 10°C 19°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig trüb und nass Wolkenfelder, kaum Regen
Luzern 13°C 19°C Wolkenfelder, kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig trüb und nass stark bewölkt, Regen
Genf 12°C 20°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig stark bewölkt, Regen Wolkenfelder, kaum Regen
Lugano 14°C 17°C Wolkenfelder, kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft recht sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten