Scharfe Kritik von Gauck
Mangelnde Solidarität in Flüchtlingskrise
publiziert: Mittwoch, 20. Jan 2016 / 13:02 Uhr
Joachim Gauck kritisiert Länder, die keine Solidarität gegenüber Flüchtlingen zeigen.
Joachim Gauck kritisiert Länder, die keine Solidarität gegenüber Flüchtlingen zeigen.

Davos GR - Der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck hat am Weltwirtschaftsforum in Davos GR scharfe Kritik an der mangelnden europäischen Solidarität in der Flüchtlingskrise geübt.

6 Meldungen im Zusammenhang
Vor der WEF-Vollversammlung sagte Gauck am Mittwoch, es sei verständlich, dass in den Ländern Mittel- und Osteuropas die Angst vor Veränderung und die Sorge um die nationale Identität besonders gross seien. «Ich kann aber nur schwer verstehen, wenn ausgerechnet Länder Verfolgten ihre Solidarität entziehen, deren Bürger als politisch Verfolgte einst selbst Solidarität erfahren haben», fügte er hinzu.

«Wollen wir wirklich, dass das grosse historische Werk, das Europa Frieden und Wohlstand gebracht hat, an der Flüchtlingsfrage zerbricht? Niemand, wirklich niemand, kann das wollen», warnte Gauck.

Gegen Grenzkontrollen

Der deutsche Staatschef sprach sich auch gegen die Einführung von Grenzkontrollen innerhalb Europas aus. Der Verlust der Freizügigkeit wäre keine gute Lösung. «Sollte uns wirklich nichts Besseres gelingen?», fragte er.

Für die Aufnahmefähigkeit von Gesellschaften gebe es keine mathematische Formel, sagte Gauck weiter. Dies unterliege einem permanenten Aushandlungsprozess.

Es könne dabei aber nötig sein, Begrenzungen durchzusetzen. «Wenn nicht Demokraten über Begrenzungen reden wollen, wird Populisten und Fremdenfeinden das Feld überlassen», sagte er.

(bg/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
1
Forum
Machen Sie auch mit! Diese news.ch - Meldung wurde von einer Leserin oder einem Leser kommentiert.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Davos GR - In seiner Eröffnungsrede am WEF in Davos hat Bundespräsident Johann Schneider-Ammann dazu aufgerufen, ... mehr lesen
Johann Schneider-Ammann betont: Entschlossenheit sei gefragt.
Die ankommenden Flüchtlingen werden künftig in den Hotspots registriert.
Berlin - Die in Griechenland und Italien geplanten Zentren zur Registrierung von ... mehr lesen 1
Berlin - Der griechische Präsident Prokopis Pavlopoulos hat der Türkei in der Flüchtlingskrise scharf kritisiert. Er bemängelt fehlende ... mehr lesen
Der griechische Präsident Prokopis Pavlopoulos.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Papst Franziskus ist besorgt.
Vatikanstadt - Papst Franziskus hat Europa aufgefordert, weiterhin Flüchtlinge ... mehr lesen 1
Wer...
hier meint, Europa und speziell D hat mehr Flüchtlinge in einem Jahr aufgenommen als insgesamt in 10, 20 oder 30 Jahren, der irrt. Anfang der 90er hat alleine D bis zu 600.000 Flüchtlinge pro Jahr aufgenommen. Das hat der Bürger dazumal aber bewusst übersehen, weil so gut wie alle in Ghettos kamen wie Neukölln, Marxloh etc. Heute kommen Flüchtlinge/Migranten überall unter, aber erst jetzt kommt der Bürger aus seiner Wohnung/Haus und beschwert sich. So nicht! Über 10 Mio. Migranten leben bereits in D und plötzlich hat man etwas dagegen. Offenbar hat man die letzten 30 Jahre verschlafen. Aber so kennt man es doch; erst den Mund aufmachen wenn es einem selbst betrifft.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 20
Die Fluchtroute auf der Seestrecke zwischen Nordafrika ...
Erschreckende Zahlven von der UNO  Berlin - Bei Bootsunglücken im zentralen Mittelmeer sind in der zurückliegenden Woche nach UNO-Angaben wahrscheinlich mindestens 880 Flüchtlinge umgekommen - und damit weit mehr als ohnehin schon befürchtet. mehr lesen 
Amnesty International berichtet  Kabul - Die Zahl der Binnenflüchtlinge hat sich wegen des Kriegs in Afghanistan in nur drei Jahren mehr als verdoppelt - auf heute 1,2 Millionen Menschen. 2013 hatten die Vereinten Nationen noch 500'000 durch den Konflikt entwurzelte Menschen verzeichnet. mehr lesen  
353 Millionen Franken für den Asylbereich  Bern - Der Nationalrat hat am Dienstag die Staatsrechnung 2015 sowie die Nachtragskredite zum laufenden Budget deutlich ... mehr lesen 1
Mit 124 zu 64 Stimmen genehmigte die grosse Kammer den Bundesbeschluss über den Nachtrag I zum Voranschlag 2016.
Bei der Erstellung des Zugänglichkeitsplans in Wil werden auch Betroffene miteinbezogen.
Bereits 100 Objekte erfasst  Wil SG - Digitale Stadtpläne sollen künftig Menschen mit einer Behinderung die Orientierung erleichtern. Die Stadt Wil wurde von Pro Infirmis ... mehr lesen  
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Sa So
Zürich 10°C 24°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig Wolkenfelder, kaum Regen
Basel 12°C 25°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig bewölkt, etwas Regen
St. Gallen 12°C 22°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig Wolkenfelder, kaum Regen
Bern 9°C 23°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig bewölkt, etwas Regen
Luzern 10°C 23°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig Wolkenfelder, kaum Regen
Genf 10°C 24°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig stark bewölkt, Regen
Lugano 16°C 23°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen bedeckt, wenig Regen
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten