Mangelnder Alpenschutz in der Schweiz
publiziert: Donnerstag, 9. Nov 2006 / 19:05 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 9. Nov 2006 / 20:07 Uhr

Alpbach - Die Schweiz hat an der 9. Konferenz der Alpenstaaten Kritik einstecken müssen.

Die Schweiz tut sich schwer mit den neun Protokollen zur Alpenkonvention von 1999.
Die Schweiz tut sich schwer mit den neun Protokollen zur Alpenkonvention von 1999.
2 Meldungen im Zusammenhang
Sie habe viele Protokolle der Alpenkonvention noch nicht umgesetzt, kritisierten sowohl Frankreich als auch die Alpenschutzkommission CIPRA.

Umweltschützer der CIPRA, die der Konferenz im österreicheischen Alpbach als offizielle Beobachter beiwohnten, warfen der Schweiz fehlendes Engagement vor.

Italien und die Schweiz hätten zwar die Rahmenkonvention ratifiziert, bis heute aber noch kein einziges Durchführungsprotokoll.

Sachliche Diskussion

Frankreich als neues Vorsitzland der seit 1995 bestehenden Alpenkonvention kritisierte die Schweiz ebenfalls. Sie setze nun auf Gespräche, Zusammenarbeit und Diplomatie, sagte die französische Umweltministerin Nelly Olin.

Dass die Schweiz bei der Umsetzung der Protokolle im Hintertreffen liege, sei in Alpbach «sachlich diskutiert worden», sagte Pierre-Alain Rumley, Direktor des Bundesamts für Raumentwicklung, auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA.

Verzögerung durch politisches System

Bundespräsident Moritz Leuenberger, der an der Konferenz teilnahm, habe zum wiederholten Male auf den direktdemokratischen Ablauf in der Schweiz hingewiesen und daran erinnert, dass das Geschäft zur Zeit im Parlament behandelt werde.

Die Schweiz tut sich schwer mit den neun Protokollen zur Alpenkonvention von 1999. Der Ständerat genehmigte im Juni 2004 nur die Protokolle Raumplanung, Bodenschutz und Verkehr. Die zuständige Nationalratskommission wartet zu, da sie der Übernahme fremder Rechtssprechung skeptisch gegenüber steht.

Neuer Generaltsekretär

An der Konferenz wählten die Umweltministerinnen und Umweltminister den Italiener Marco Onida zum neuen Generaltsekretär der Alpenkonvention für die nächsten vier Jahre. Der 40-jährige Jurist und Ökonom war bisher bei der Generaldirektion Umwelt der Europäischen Union beschäftigt.

Die 37-jährige Schweizer Forstingenieurin Regula Imhof wurde zur Vize-Generalsekretärin ernannt. Imhof hatte zuvor im Auftrag der Schweizer Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) in Zentralasien ein Projekt für nachhaltige Entwicklung von Berggebieten geleitet.

(bert/sda)

Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Der Nationalrat lehnt die Umsetzung der Alpenkonvention ab. Neun ... mehr lesen
Der Alpenschutz werde zu einseitig in den Vordergrund gerückt, sagte Kommissionssprecher Toni Brunner (SVP/SG). (Symbolbild)
Moritz Leuenberger: «Die Niederlage würden wir alle bezahlen.»
Bern - Bundespräsident Moritz ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Reaktionäre Kräfte schliessen sich für das Referendum zusammen, mit dabei auch EDU-Präsident Hans Moser.
Reaktionäre Kräfte schliessen sich für das Referendum zusammen, mit ...
Reaktionär  Bern - Gegen die geplante Stiefkindadoption für Homosexuelle regt sich Widerstand. Sollte das Parlament das neue Adoptionsrecht in der vorliegenden Form verabschieden, will ein überparteiliches Komitee aus den Reihen der SVP, CVP und EDU das Referendum ergreifen. mehr lesen 3
Ständerat schwenkt auf Linie des Nationalrats  Bern - Grosswasserkraftwerke sollen Subventionen erhalten, wenn sie den Strom zu tiefen Preisen verkaufen müssen. Darauf haben sich die eidgenössischen Räte geeinigt. Der ... mehr lesen
Finanzhilfen für bestehende Grosswasserkraftwerke waren im ersten Massnahmenpaket zur Energiestrategie ursprünglich nicht vorgesehen.
Unternehmenssteuerreform  Bern - Bei der Unternehmenssteuerreform III will der Ständerat der Wirtschaft ... mehr lesen  
Der Ständerats lehnte Steuervergünstigungen für Unternehmen ab.
Titel Forum Teaser
  • melabela aus littau 1
    es geht nicht nur um homosexuelle ich bin eine frau und verheiratet mit einem mann. leider betrifft es ... So, 14.08.16 13:18
  • Pacino aus Brittnau 731
    Kirchliche Kreise . . . . . . hatten schon immer ein "spezielles" Verhältnis zu ... Do, 09.06.16 08:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • Pacino aus Brittnau 731
    Demokratie quo vadis? Wenn die Demokratie den Stacheldraht in Osteuropa-, einen Wahlsieg von ... Mo, 06.06.16 07:55
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Es... muss darum gehen, die Kompetenz der Kleinbauern zu stärken. Das sorgt ... Do, 02.06.16 13:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Kindeswohl egal! Es geht doch vor allem um die eigenen Kinder der Betroffenen. Die ... Do, 02.06.16 08:10
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Verlust der Solidarität: Verlust der Demokratie! Vollständig und widerspruchsfrei beantworten lässt sich das wohl nicht. ... Mi, 01.06.16 00:18
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Unterstützung "Deshalb sind für die Sozialhilfe 267 Millionen Franken mehr und für ... Di, 31.05.16 10:38
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute So Mo
Zürich -2°C 5°C Nebelfelderleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wolkig, aber kaum Regen
Basel 0°C 7°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt wolkig, aber kaum Regen
St. Gallen 0°C 5°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wolkig, aber kaum Regen
Bern 0°C 4°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wechselnd bewölkt
Luzern -1°C 2°C Nebelfelderleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig wechselnd bewölkt
Genf 0°C 6°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
Lugano 2°C 7°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten