Mann statt Kindskopf
publiziert: Dienstag, 20. Jan 2009 / 11:10 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 20. Jan 2009 / 11:59 Uhr

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Wenn Barack Obama heute seine Antrittsrede halten und das höchste Amt der USA übernehmen wird, dürfte ein kollektives Aufatmen um den Globus gehen. Auch wenn er von seinem Vorgänger fast unlösbare wirtschaftliche Probleme, zwei Kriege, ein rekordhohes Defizit, Staatsschulden von fast surrealem Ausmass und eine marode Infrastruktur erbt, so herrscht doch die Hoffnung, dass er es irgendwie schaffen könnte, die Dinge zum Besseren zu wenden.

Obama kann eigentlich nur scheitern. Darauf angesprochen, meinte er: «failure is not an option!» - Versagen komme nicht in Frage. Doch dies sagte er nicht in dem aufgekratzten, albernen Ton, den man so sehr von Bush kennt (und verabscheut), sondern mit einer Ernsthaftigkeit, die zeigt, dass er sich der Schwere dieser Aufgabe absolut bewusst ist: Da sprach ein Mann, der weiss, dass er eine harte Zeit vor sich hat.

Dies dürfte wohl der Unterschied sein, der vielen Leuten trotz all der gigantischen Hindernisse Hoffnung auf Besserung gibt. Denn wann tönten die Worte aus dem Mund eines US-Präsidenten das letzte Mal wie die Worte eines Erwachsenen und nicht wie die eines Teenagers, der vorzeitig ergraut ist?

Schon vor Bush war ja ein Lausbub in den USA am Ruder. Bill Clinton war, egal wie man seine Präsidentschaft nun bewerten will, einer der ersten Berufsjugendlichen an einer Schaltstelle der globalen Macht. Ihm folgten Tony Blair und Gerd Schröder dicht auf dem Fuss. Berlusconi – obwohl schon einiges älter – gehört auch zu dieser Peter-Pan-Bande und zuletzt ergänzte noch Nicolas Sarkozy den Reigen der Politiker, die versuchen, den Anschein zu erwecken, in jeder Hinsicht ewig jung zu sein.

Anfangs ist man versucht, auch Obama in diese Gruppe einzuordnen. Er ist – für einen Präsidenten – sehr jung, er betreibt Sport und sein Waschbrettbauch kann es durchaus mit jenem von Vladimir Putin aufnehmen (auch wenn Obama eher die Statur eines Ausdauersportlers besitzt – womöglich sein kenianisches Erbe). Zudem liebt er seinen Blackberry. Doch sobald er sich an die Menschen wendet und spricht, strahlt er eine Erwachsenheit aus, die Vertrauen schafft.

Natürlich – dies mag nur eine Inszenierung sein. Doch es gibt noch andere Hinweise darauf, dass Obama ein anderes Kaliber ist als der abtretende Dubya. So gestaltete sich der Dialog an Pressekonferenzen zwischen jenem und den anwesenden Journalisten meist so, dass er die Fragesteller mit irgendwelchen albernen Spitznamen ansprach. Obama hingegen benutzt Vorname, Name und sogar die Agentur der Journalisten, bringt ihnen professionellen Respekt entgegen.

Oder wenn es um Ideen des politischen Gegners geht. Bush machte sich meist über diese lächerlich und – wenn sie doch was für ihn taugten (also noch schlechter als die eigenen waren) - klaute diese dann klammheimlich um sie als die Eigenen auszugeben. Obama betont bereits jetzt schon, dass alle Ideen geprüft würden und die Einbindung aller politischen Lager wichtig sei, was sich denn auch in seinem Kabinett zeigt, wo auch Unabhängige und Republikaner Mitglied sein werden.

Was sich die US-Bürger und wohl auch die Welt von Obama versprechen, ist, dass er sich so benimmt, wie man es sich von einem Präsidenten wünschen kann: Verantwortungsbewusst, mutig und integer. Und sicher nicht so, wie der Kindskopf, der nun abtritt...

(von Patrik Etschmayer/news.ch)

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tief beeindruckt
die Vereidigung gestern von Obama war wirklich sehr bewegend.. und seine Rede (in der er klar betont, dass es nicht einfach sein wird, sprich die Schw.. die Bush hinterlassen aufzuräumen..) war eine Rede der klaren Worte..
Ich denke mir dass die Amerikaner nun begriffen haben, dass es dazu auch deren Einsatz braucht denn nur dann kann sich langfristig was ändern und sich somit die weltpolitische Lage wieder stabilisieren

Natürlich wird es so sein, dass die Erwartungen an Obama sicher hoch sind (verständlicherweise) aber der grösste Teil der Amis sehen das Ganze sicher realisitisch .. denn was Bush da fabriziert hat war zu deutsch gesagt unter aller Sa...
so isses!
Es kann wirklich vieles nur besser werden, was vor allem in den letzten acht Jahren versäumt oder eben angerichtet wurde.

Ich gehe noch einen Schritt weiter und behaupte, dass sich die Sichtweise - nicht nur der Amerikanischen Politik - ändern MUSS, damit sich vieles zum Besseren entwickeln kann.

Dennoch dürfen die Erwartungen - vor allem an Obama - nicht zu hoch sein, sonst sind seine guten Absichten von vorne herein zum Scheitern verurteilt.
sichtweise ändern
es ist vielleicht schwierig zu glauben, aber sollten wir in dieser hinsicht nicht einfach froh sein um diese acht jahre lange fehlbesetzung im weissen haus. schliesslich können wir nur deswegen aufatmen und vielen menschen wurde die hoffnung auf friede und freiheit direkt vor augen geführt. viele dinge auf der welt müssen erst schlimmer werden, damit sie überhaupt wieder besser werden können. ist es nicht wunderbar nach acht jahren krebsgeschwühr wieder eine genesung in aussicht zu haben? vielleicht musste die menschheit diese diffikulte (um nicht zu sagen skurile) prüfung bestehen um den nächsten schritt richtung zukunft zu gehen. man muss nur den mut haben, die sichtweise zu ändern, denn dies wirkt manchmal wunder.
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