Marion Jones als Überraschungsgast beim grossen Zahltag?
publiziert: Donnerstag, 7. Sep 2006 / 23:33 Uhr

Die vom Doping-Verdacht entlastete Starsprinterin Marion Jones könnte der Überraschungsgast beim Weltfinale der Leichtathleten am Wochenende in Stuttgart sein. Dreispringer Alexander Martinez qualifizierte sich als einziger Schweizer.

Marion Jones ist über die IAAF-Punkterangliste qualifiziert.
Marion Jones ist über die IAAF-Punkterangliste qualifiziert.
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«Wenn Marion Jones bei der IAAF den Wunsch äussert, teilnehmen zu wollen, kann sie nach unseren Regeln antreten», sagte Helmut Digel, der Vizepräsident des Internationalen Leichtathletik-Verbandes (IAAF).

Die dreimalige Olympiasiegerin von Sydney ist über die IAAF-Punkterangliste nach der World Athletics Tour als Dritte über 100 m qualifiziert und könnte sich nach der negativ ausgefallenen B-Probe noch auf die Reise nach Deutschland machen.

Für die weltbesten Leichtathleten gehts beim grossen Zahltag im Stuttgarter Daimlerstadion, wo die Schweizer Fussball-Nationalmannschaft im Juni mit einem 0:0 gegen den späteren Finalisten Frankreich ihren ersten WM-Auftritt hatte, um insgesamt 2 976 500 US-Dollar (rund 3,7 Mio Franken). Dies eine Woche, nachdem in Berlin der 1-Mio-Dollar-Jackpot der Golden League geleert worden ist.

Zum World Athletics Final tritt am Samstag und Sonntag nachmittag die nahezu komplette Weltelite an. In insgesamt 36 Disziplinen qualifizierten sich mit ihren Leistungen in Golden-League- und Grand-Prix-Meetings jeweils die besten 7 Athletinnen und Athleten; dazu vergibt die IAAF jeweils eine Wild Card. Auf den Distanzen ab 1500 m sind jeweils 12 Athleten zugelassen.

Erstmals nicht in Monte Carlo

Erstmals wird das Weltfinale nicht in Monte Carlo, sondern in Süddeutschland abgewickelt. Die Sieger in den jeweils 18 Disziplinen an beiden Tagen erhalten 30 000 Dollar, die Achten noch 2000 Dollar. Für einen Weltrekord hat die IAAF 100 000 Dollar ausgesetzt.

Geld, das auch Marion Jones gut gebrauchen könnte: Durch die Verdächtigungen im amerikanischen Balco-Skandal, in dessen Zusammenhang ihr früherer Ehemann Tim Montgomery gesperrt worden ist, und wegen der neuerlichen Dopingprobleme beschäftigte sie mehrere Anwälte.

Während Marion Jones´ Landsmann Justin Gatlin, der Olympiasieger über 100 und Weltmeister über 100 und 200 m, mittlerweile wegen Dopings gesperrt ist, will Asafa Powell noch einmal glänzen: Der Jamaikaner hat in diesem Jahr bereits zwei Mal seinen Weltrekord von 2005 (9,77 Sekunden) eingestellt, zuletzt am 18. August in Zürich.

Als weitere Superstars stehen 400-m-Olympiasieger Jeremy Wariner (USA), Stabhochsprung-Weltrekordlerin Jelena Isinbajewa (Russ) und Äthiopiens Wunderläufer Kenenisa Bekele auf den Startlisten. Das Trio Powell, Wariner und Sanya Richards (USA/400 m) hatte in allen sechs Golden-League-Meetings triumphiert und am letzten Sonntag jeweils 250 000 Dollar kassiert.

Drei Jahre nach André Bucher

Der Ex-Kubaner Alexander Martinez ist seit drei Jahren der erste Schweizer, der sich für das Weltfinale qualifizieren konnte. 2003 belegte André Bucher über 800 m den hervorragenden 3. Rang, damals noch in Monte Carlo.

Martinez, der wegen Verletzungen diese Saison nie zur Topform fand und von seinem 9. Rang bei den Europameisterschaften in Göteborg enttäuscht war, hat nun die Möglichkeit, etwas gut zu machen. «Ich freue mich, dass ich in Stuttgart dabei sein kann», sagte er. «Zu verlieren habe ich nichts mehr; ich möchte die Saison mit einem guten Resultat abschliessen.»

Martinez´ Schweizer Rekord von diesem Jahr steht auf 17,13 m, seine persönliche Bestleistung aus dem Vorjahr auf 17,51. Nicht dabei im Dreisprung ist der erneut verletzte neue Europameister Christian Olsson (Sd).

Während Martinez als Achtem der Jahresrangliste der Sprung nach Stuttgart gelang, blieb dies Speerweerfer Stefan Müller als 11. ebenso versagt wie dem EM-Vierten über 10 000 m, Christian Belz. Der Berner nimmt in der Jahresrangliste über 5000 m nur den 52. Platz ein -- und dies als bester Europäer!

Kampf Fussball gegen Leichtathletik

Für die Veranstalter in Stuttgart geht es vor allem darum, die Ränge rund um die neue grüne Laufbahn zu füllen. 13 Jahre nach der glorreichen WM in Stuttgart müssen der Württembergische Leichtathletik-Verband und die Stadt beweisen, dass immer noch ein Interesse für die olympische Kernsportart besteht.

Dass sich die Leichtathletik-Fraktion das bisher in Monte Carlo (vor stets beinahe leeren Rängen) stattfindende Weltfinale und damit den Erhalt der Laufbahn für drei Jahre gesichert hat, ist den Fussball-Fans und -Funktionären sauer aufgestossen.

Der VfB Stuttgart drängt nämlich auf den Ausbau der Arena zu einem reinen Fussball-Stadion. Für die Leichtathleten kommt es daher zu «einer Abstimmung mit den Füssen». Mindestens 25 000 Zuschauer pro Tag werden erwartet.

(bert/Si)

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