Marokko holt hunderte Flüchtlinge zurück
publiziert: Mittwoch, 12. Okt 2005 / 18:05 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 12. Okt 2005 / 18:33 Uhr

Rabat - Marokko hat Hunderte von afrikanischen Flüchtlingen aus dem Wüstengebiet der Westsahara zurückgeholt. Die Afrikaner wurden mit Bussen und Lastwagen in die marokkanische Stadt Goulimine an der Nordgrenze der spanischen Ex-Kolonie gebracht.

Hunderte von Flüchtlingen wurden einfach in der Wüste ausgesetzt.
Hunderte von Flüchtlingen wurden einfach in der Wüste ausgesetzt.
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Etwa 1500 Immigranten waren in jüngster Zeit in die von Marokko annektierte Westsahara gebracht worden. Hilfsorganisationen vermuteten, dass Marokko diese Flüchtlinge über die Grenze nach Mauretanien abschieben wollte.

Dieses Vorhaben scheiterte nach Angaben der Madrider Zeitung «El País», weil Mauretanien die Afrikaner nicht einreisen liess. Nun wurden die Flüchtlinge wieder zurückgeholt. Dies teilte die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) mit.

Die marokkanischen Sicherheitskräfte hatten in den vergangenen Tagen mehr als 2500 illegale Immigranten festgenommen, die versucht hatten, in die spanischen Exklaven Ceuta und Melilla zu gelangen.

Bereitschaft zur Aufnahme

Der marokkanische Innenminister Mustafa Sahel teilte mit, nach Senegal und Mali hätten nun auch andere Staaten Bereitschaft gezeigt, ihre Staatsbürger wieder aufzunehmen.

Marokko unternehme riesige Anstrengungen, um den Strom illegaler Zuwanderer nach Europa zu stoppen, betonte der Innenminister nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur MAP.

Zur Überwachung der Grenzen und im Kampf gegen Menschenschieber seien 11 000 Soldaten und Polizisten im Einsatz. Allein in diesem Jahr seien in Marokko 400 Schleuserbanden zerschlagen worden.

Keine Hilfe

26 000 «Illegale» seien daran gehindert worden, nach Europa zu gelangen. Marokko habe dafür von den europäischen Staaten keinerlei Hilfe erhalten.

Im Zusammenhang mit dem Flüchtlingsdrama um die spanischen Exklaven will die Europäische Union ihre Kooperation mit den afrikanischen Ländern verstärken und die Ursachen des Flüchtlingsstroms angehen.

(bert/sda)

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