Martin Kaymer - Europas Antwort auf Tiger Woods?
publiziert: Dienstag, 14. Jul 2009 / 20:15 Uhr

Tiger Woods bekommt für das am Donnerstag beginnende 138. British Open an der schottischen Atlantikküste in Turnberry seriöse Konkurrenz aus Deutschland: Martin Kaymer hat zuletzt das Open de France und das Scottish Open gewonnen. Er ist Europas Shooting Star.

Martin Kaymer ist Europas Shooting Star.
Martin Kaymer ist Europas Shooting Star.
Einen wie Martin Kaymer sehnt das Schweizer Golf seit langem herbei. Einen, der innerhalb weniger Monate von der drittklassigen Satellite-Tour über die Challenge Tour in die höchste europäische Liga, die PGA European Tour, aufsteigt und sich dort einen Namen macht.

Martin Kaymer verfügt über eine exzellente Technik und ein nahezu komplettes Schlagrepertoire. Ebenfalls unabdingbare Eigenschaften wie Wille, Fleiss, mentale Stärke und taktisches Gespür zeichnen den gebürtigen Düsseldorfer aus. Vor drei Wochen verpasste er am Heimturnier in München den Cut für die beiden Finalrunden und war über sich selbst masslos verärgert.

Er reagierte jedoch nicht mit weiteren schwachen Resultaten, sondern brachte in den beiden folgenden Wochen in Paris und Glasgow die Europa-Tour-Siege 3 und 4 in sein Palmarès. Auf der Schlussrunde am Loch Lomond bei Glasgow bügelte er etliche schlechte Schläge mit Kampfgeist und hervorragendem Putting aus. In der Weltrangliste hat er sich an die 11. Position verbessert.

Windiger Küstenplatz

Der Platz in Turnberry hat keine Ähnlichkeit mit dem von Glasgow. Es mag sein, dass Martin Kaymer im für den Golfsport geringen Alter von 24 1/2 Jahren noch nicht die Erfahrung mitbringt, um sich mit den speziellen Eigenheiten des windigen Küstenplatzes zurechtzufinden.

Ansonsten aber dürfte der Nachfolger des deutschen Vorzeigegolfers Bernhard Langer nichts mehr im Weg stehen. Der 51 Jahre alte Langer, der US-Masters-Champion von 1985 und 1993, tritt nur noch selten auf den grossen Tours auf, er reiht jedoch auf der ebenfalls lukrativen amerikanischen Senioren-Tour einen Sieg an den andern.

Kaymer könnte nicht nur in Deutschland, sondern schon bald in ganz Europa die Leaderrolle übernehmen. Der Spanier Sergio Garcia galt bereits als «Europas Antwort auf Tiger Woods», als er 1999 als 19-Jähriger zu den Professionals wechselte und Woods auf Anhieb an der US PGA Championship, einem der vier Grand-Slam-Turniere, einen erbitterten Zweikampf lieferte. Mittlerweile sind zehn Jahre verstrichen, und Garcia wartet noch immer auf seinen ersten grossen Titel. Kaymer hat alles, um es besser zu machen.

Favorit Tiger Woods

Als Favorit für diese Woche müsste eigentlich Padraig Harrington gelten. Der Ire gewann das älteste Golfturnier der Welt 2007 und (in Abwesenheit von Woods) 2008. Derzeit ist er jedoch weit von seiner besten Form entfernt. Und so ist Tiger Woods (Sieger 2000, 2005, 2006) einmal mehr der erste Titelanwärter. Auf der US PGA Tour gewann er heuer drei Turniere bei nur gerade neun Starts.

Nachdem er am US Masters (Sieger Angel Cabrera) und am US Open (Lucas Glover) gescheitert ist, will Woods nun am dritten Majorturnier des Jahres seinen insgesamt 15. grossen Sieg einfahren, womit er sich der Rekordmarke von Jack Nicklaus bis auf drei Siege nähern würde. 2004 war das bislang letzte Jahr, in dem Woods nicht mindestens einen Grand-Slam-Titel errang.

Das British Open kommt erst zum vierten Mal auf dem Ailsa Championship Course in Turnberry vorbei. Die ersten drei Austragungen brachten grossartige Sieger hervor. 1975 liess sich der US-Golfer Tom Watson nach dem legendären «Duell in der Sonne» gegen Jack Nicklaus zum ersten von insgesamt fünf Malen die silberne Weinkanne, die traditionelle Siegertrophäe, überreichen.

1986 gewann auch der «Weisse Hai» Greg Norman sein erstes (von zwei) British Open. 1994 schliesslich siegte der Simbabwer Nick Price, der mit drei Major-Triumphen seinerseits zu den erfolgreichsten Golfern der Neuzeit zählt.

(Peter Lerch/Si)

 
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