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Martyrium einer 15-Jährigen in Afghanistan sorgt für Betroffenheit
publiziert: Sonntag, 1. Jan 2012 / 20:40 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 1. Jan 2012 / 23:55 Uhr

London - Ein besonders schwerer Fall von brutaler Gewalt gegen ein 15 Jahre altes zwangsverheiratetes Mädchen hat in Afghanistan für grosse Betroffenheit gesorgt. Der jungen Frau wurden vom eigenen Ehemann Haare und Fingernägel ausgerissen, mit einer Zange schnitt er tiefe Wunden in ihren Körper.

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Jetzt hat ein Video des britischen Senders BBC das Martyrium einer 15-Jährigen in Afghanistan öffentlich gemacht. Die seit Montag mit schwersten Verletzungen in einem Spital der Hauptstadt Kabul liegende Sahar Gul äusserte sich am Wochenende erstmals über ihr monatelanges Martyrium, das sie bei der Familie ihres Ehemanns durchlitt.

Diese wollte sie nach Angaben des Mädchens zur Prostitution zwingen, sperrte sie wegen ihrer vehementen Gegenwehr ein halbes Jahr lang in der Toilette ein und folterte sie auf grausame Weise.

Gefoltert und geschlagen

Vor allem von ihrer Schwiegermutter sei sie geschlagen und immer wieder mit Zigaretten gebrannt worden, sagte Gul am Samstag. Zudem habe die Frau ihr die Fingernägel ausgerissen.

«Ich habe kein Essen und kein Wasser bekommen, wurde gefoltert und geschlagen», sagte Gul mit brüchiger Stimme bei einem von der afghanischen Gesundheitsministerin Suraja Dalil in der Klinik anberaumten Medientermin.

Der Fall kam ans Licht, als die Eltern der jungen Frau die Polizei kontaktierten, weil sie ihre Tochter seit Monaten nicht gesehen hatten. Als sie entdeckt wurde, war ihr Mann bereits geflohen. Die Polizei nahm aber andere Familienmitglieder fest.

Das Mädchen war vor etwa sieben Monaten für 5000 Dollar von ihrem Bruder an ihren späteren Ehemann verkauft worden. Zusammen mit ihm und seinen Eltern lebte sie seither in der nordöstlichen Provinz Baghlan.

Wachsende Gewalt gegen Frauen

Gesundheitsministerin Dalil sagte, der Fall sei ein weiteres Beispiel für die zunehmende Gewalt gegen Frauen in Afghanistan. Das Mädchen «aus einem entlegenen Teil des Landes» sei noch ein Kind und habe nach dem Gesetz noch gar nicht heiraten dürfen.

«Das ist eine tragische und herzzereissende Geschichte für Afghanistan», sagte Dalil. Die junge Frau verliere weiterhin viel Blut und sei zudem schwer traumatisiert.

Nach Ansicht von Menschenrechtlern wird die wachsende Gewalt gegen Frauen vor allem in ländlichen Gegenden Afghanistans zu wenig beachtet. Zahlen der Afghanischen Menschenrechtskommission zufolge wurden allein im zweiten Quartal des Jahres mehr als 1000 Fälle von Misshandlungen von Frauen bekannt.

(fest/sda)

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