Massa: 'Erfahrung ist so unglaublich wichtig'
publiziert: Mittwoch, 6. Apr 2005 / 10:51 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 6. Apr 2005 / 12:07 Uhr

Im Interview erklärt Sauber-Pilot Felipe Massa nach dem Gewinn der ersten zwei WM-Punkte sein Rennen in Bahrain und den Umgang mit dem neuen Reglement.

Felipe Massa und Teamchef Peter Sauber freuen sich über die ersten WM-Punkte.
Felipe Massa und Teamchef Peter Sauber freuen sich über die ersten WM-Punkte.
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Frage: Sie haben bei Saubers 200. Grand Prix zwei WM-Punkte gewonnen - war das ein spezielles Gefuhl?

Felipe Massa: Auf jeden Fall, es war ein grossartiges Gefühl, dem Team in diesem speziellen Moment zwei WM-Punkte zu schenken, und ich bin stolz darauf. Auch deshalb, weil diese zwei Zähler in einem guten Moment kamen, nachdem uns der Saisonstart misslungen ist. Wir müssen jetzt diesen Schwung in die nächsten Rennen mitnehmen.

F: Sie hatten sich für die härtere der zwei Michelin-Reifenmischungen entschieden - war das rückblickend die richtige Wahl?

FM: Ja, ich denke es war die richtige Wahl. Als ich mich am Freitag entschied, waren zwei Dinge ausschlaggebend: die hohe Konstanz über mehrere Runden sowie die Wettervorhersage, die für den Rest des Wochenendes Temperaturen jenseits der 40 Grad ankündigten. Ich wusste natürlich, dass mich diese Reifenwahl rund drei bis fünf Zehntel im Qualifying kosten würden, aber ich konzentrierte mich ganz auf die Rennperformance.

F: Wie ist das Rennen für Sie gelaufen?

FM: Das ganze Rennen lief sehr gut, vom Start bis ins Ziel. In den ersten Runden war ich zwar deutlich langsamer als die Piloten mit weichen Reifen, doch nach zehn, zwölf Runden wurde meine Performance spürbar besser und ich konnte mich laufend steigern. Meine schnellste Rennrunde spiegelt die eigentliche Performance nicht wider, weil ich gegen Ende meiner Stints mit wenig Benzin an Bord jeweils hinter anderen Piloten fest hing. Zudem habe ich während des gesamten Rennens nicht den kleinsten Fehler gemacht, was in Bahrain durchaus keine Selbstverständlichkeit ist, weil die Strecke abseits der Ideallinie kaum Grip besitzt. Deshalb hatten zahlreiche Piloten heikle Situationen zu bewältigen.

F: In Bahrain war es noch heisser als in Sepang - wie gross waren die physischen Anforderungen im Cockpit über die Dauer des gesamten Rennens?

FM: Das mag überraschend klingen, aber Bahrain war physisch ein leichtes Rennen. Ich fühlte mich nach dem Uberqueren der Ziellinie uberhaupt nicht müde, und ich hatte auch nicht allzu stark geschwitzt. Obwohl die Temperaturen höher waren als in Malaysia, war das Rennen in Sepang deutlich härter, einerseits wegen der viel höheren Luftfeuchtigkeit andererseits wegen dem Streckenlayout, das physisch mehr abverlangt. Bahrain war wirklich ein leichtes Rennen!

F: Wie hat das neue Reifenreglement Ihre Arbeit als Fahrer verändert? Sie dürfen ja jetzt im Normalfall ab Samstagmittag die Reifen nicht mehr wechseln.

FM: Das ist eine echte Herausforderung, aber mir gefällt das. Erstens ist es noch wichtiger, am Freitag die richtige Reifenwahl zu treffen, und zweitens muss man die richtige Balance bei der Fahrweise finden: einerseits aggressiv, um schnell zu sein, andererseits sanft im Umgang mit den Reifen. Es ist wichtig, dass man es nicht übertreibt und die Reifen überfordert. Eine wirkliche Herausforderung für den Fahrer, die mir gefällt.

F: Wo sehen Sie das grösste Verbesserungspotenzial für den SAUBER PETRONAS C24?

FM: Das liegt sicherlich im Bereich der Aerodynamik. Wir haben in Bahrain einen Schritt vorwärts gemacht und werden weitere neue Teile fur Imola haben. Aerodynamik ist definitiv der Bereich, in dem wir besondere Anstrengungen unternehmen müssen, um uns weiter zu steigern. Bereits sehr gut sind wir bezüglich Zuverlässigkeit: Der SAUBER PETRONAS C24 lief vom ersten Rennen absolut problemlos.

F: Sie fahren seit 2002 in der Formel 1. Wie haben Sie sich in dieser Zeit verändert?

FM: Erfahrung ist so unglaublich wichtig in der Formel 1! Ich habe heute ein viel besseres Verständnis fürs Auto, seine Abstimmung und die ganzen technischen Aspekte. Ich kann den Ingenieuren heute ein viel detaillierteres Feedback geben und habe auch das Selbstvertrauen, das Team zu fordern und anzutreiben. Aber Erfahrung hilft auch, sich fahrerisch zu verbessern, indem man genau weiss, wann es Sinn macht, voll anzugreifen, und wann es sich lohnt, zurückhaltend zu sein. Und ich habe mich ganz sicher auch im Bereich der Konstanz über die gesamte Dauer eines Rennens gesteigert.

F: Was erwarten Sie von den nächsten Rennen?

FM: Mein Ziel ist es, regelmässig um WM-Punkte zu kämpfen. Wir testen jetzt neue Teile in Barcelona, und ich gehe davon aus, dass wir die Konkurrenzfahigkeit des SAUBER PETRONAS C24 weiter verbessern konnen.

(Sauber-Petronas)

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