Kritik an Verurteilung von Ex-Präsident
Massenproteste auf den Malediven
publiziert: Samstag, 2. Mai 2015 / 14:53 Uhr

Malé - Bei Massenprotesten auf den Malediven gegen die Verurteilung des früheren Präsidenten Mohamed Nasheed sind fast 200 Demonstranten festgenommen worden. Die Einsatzkräfte gingen mit Tränengas und Schlagstöcken gegen die Menge vor, wie Augenzeugen am Samstag berichteten.

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Die Polizei sprach von 193 Festnahmen. Nasheeds Partei MDP warf den Einsatzkräften vor, die friedlichen Proteste am Freitagabend brutal niedergeschlagen zu haben. «Alle Anführer der Opposition wurden in Gewahrsam genommen», sagte Parteisprecherin Shauna Aminath.

Die Behörden verteidigten das Vorgehen der Sicherheitskräfte. In einer Erklärung der Regierung hiess es, die Organisatoren der Demonstration hätten dazu aufgerufen, «die Regierung zu stürzen und die Polizei zu attackieren».

An den grössten Protesten seit der Verurteilung Nasheeds zu 13 Jahren Gefängnis im März beteiligten sich nach Angaben der MDP 25'000 Menschen.

UNO: Verurteilung «willkürlich und unangemessen»

Ein Gericht hatte den früheren Staatschef für schuldig befunden, in seiner Amtszeit im Januar 2012 die Verhaftung des Vorsitzenden des Strafgerichtshofs der Malediven wegen Korruption veranlasst zu haben. Das UNO-Menschenrechtskommissariat kritisierte das Verfahren gegen Nasheed am Freitag als «unfair». Die Verurteilung sei «willkürlich und unangemessen» gewesen.

Der ehemalige politische Häftling Nasheed war im Jahr 2008 als erster demokratisch gewählter Präsident an die Spitze des bei wohlhabenden Touristen aus aller Welt beliebten Inselstaats gelangt. Vier Jahre später trat er nach einer Meuterei der Polizei und Protesten gegen die Festnahme des Vorsitzenden des Strafgerichtshofs zurück.

Bei der Präsidentschaftswahl im Jahr 2013 galt Nasheed als aussichtsreichster Bewerber, wurde aber im zweiten Durchgang von Abdulla Yameen geschlagen. Dieser ist der Halbbruder von Maumoon Abdul Gayoom, der drei Jahrzehnte lang über den Archipel im Indischen Ozean mit seinen 400'000 Einwohnern herrschte.

(bert/sda)

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