Massnahmen gegen hohe Krankenkassenprämien
publiziert: Dienstag, 16. Jun 2009 / 15:25 Uhr

Bern - Wer direkt zum Spezialarzt geht, soll einen höheren Selbstbehalt bezahlen. Das ist einer der Vorschläge, mit denen eidgenössische Parlamentarier und Parlamentarierinnen aller Fraktionen die Explosion der Krankenkassenprämien dämpfen wollen.

Patienten sollen nicht mehr sofort zum Spezialisten laufen, ansonsten wird es teurer.
Patienten sollen nicht mehr sofort zum Spezialisten laufen, ansonsten wird es teurer.
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Das «Sofortpaket 09», das eine überparteiliche Gruppe auf Initiative von Nationalrat Otto Ineichen (FDP/LU) geschnürt hat, soll die Grundversicherung um 1,5 Milliarden Franken entlasten. Es nimmt auch Vorschläge des Bundesrates für die Herbstsession auf. Nicht dazu gehört die umstrittene Praxisgebühr von 30 Franken.

Stattdessen schlägt die Gruppe vor, den direkten Zugang zum Spezialisten (inklusive ambulante Spitalbehandlungen ohne Einweisung oder zwingenden Grund) auf 20 Prozent zu verdoppeln. Sie schätzt das Sparpotenzial auf anfänglich 250 und später über 500 Millionen Franken im Jahr.

Weiterhin 10 Prozent Selbstbehalt

Bei der Behandlung durch Grundversorger soll der Selbstbehalt unverändert 10 Prozent betragen. Als Grundversorger gälten Hausärzte und Internisten mit Praxen oder Notfallstationen, aber auch Kinder- und Frauenärzte sowie mehrheitlich der Grundversorgung dienende Gruppenpraxen mit Budgetverantwortung.

Eine Grundversicherung mit Prämienrabatten soll künftig - wie dies auch der Bundesrat vorschlägt - für mindestens zwei Jahre gelten und nicht vor einer teuren Behandlung kurzfristig aufgegeben werden können. Zusammen mit einer leichten Reduktion der Maximalfranchise bringt dies eine Einsparung von 50 Millionen.

Billige Medikamente mit gleichem Wirkstoff bevorzugen

Wer sich eine Zusatzversicherung leisten kann, soll nicht länger von einer verbilligten Grundversicherung profitieren können. So liessen sich bei der Prämienverbilligung fünf Prozent oder 200 Millionen einsparen. Erwachsene sollen sich mit 15 Franken pro Tag an den Spitalkosten beteiligen, weil Verpflegungskosten zuhause entfallen.

Eine Einsparung um 11 Prozent oder 600 Millionen Franken strebt das Paket bei den Medikamenten an. Zum einen sollen die Krankenkassen bei austauschbaren und gleichwertigen Wirkstoffen nur noch den Preis des günstigeren Medikaments bezahlen, was Einsparungen von 320 Millionen ermöglicht.

(fest/sda)

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