Epidemie stieg wieder dramatisch an
Maul- und Klauenseuche: Wieder starke Ausbreitung in Grossbritannien
publiziert: Sonntag, 11. Mrz 2001 / 15:48 Uhr

London - Die Maul- und Klauenseuche (MKS) in Grossbritannien hat sich am Wochenende erneut stark ausgebreitet. Die Zahl der Orte, an denen die Epidemie festgestellt wurde, stieg von Freitag bis Sonntag von 127 auf 151.

Hoffnungen auf ein langsames Abklingen hätten sich nicht bestätigt, sagte Chefveterinär Jim Scudamore. Die Seuche breite sich sehr schnell über das ganze Land aus, wodurch sich die Hoffnungen auf einen Rückgang der MKS vorerst zerschlagen haben, sagte er weiter.

Landwirtschaftsminister Nick Brown versicherte jedoch erneut, die Regierung habe die Seuche «unter Kontrolle». Brown sagte am Sonntag im britischen Fernsehen, er sei «absolut sicher», dass der Seuchenausbruch unter Kontrolle sei.

Strikte Beschränkungen für Tiertransporte und die Vernichtung Tausender infizierter Tiere dämmten die Ausbreitung der Seuche ein, sagte Brown. Nach wie vor seien nur Fälle bestätigt worden, die miteinander in Verbindung stünden. Ein neuer, unabhängiger Seuchenherd sei zum Glück nicht gefunden worden.

Schlachtung

Insgesamt 90 000 Tiere waren bis Sonntag notgeschlachtet worden, weitere 37 000 waren zur Schlachtung freigegeben. Brown bestritt, dass die Behörden mit der Vernichtung der Kadaver hoffnungslos überfordert seien.

Tierschützer kritisierten die Bedingungen, unter denen die Tiere getötet würden. In Schottland wurde eine Untersuchung eingeleitet, nachdem Berichten zufolge ein Schaf entdeckt wurde, das Stunden nach einem Kopfschuss noch lebte.

Fremdenverkehr

Die Seuche belastet zunehmend den Fremdenverkehr. Nach einem Bericht des «Observer» ist die Zahl der Touristen in den ländlichen Gegenden Englands um 75 Prozent zurückgegangen. Dies bedeute jede Woche Verluste von umgerechnet über 250 Millionen Franken.

Das traditionelle Reitturnier von Badminton Anfang Mai wurde abgesagt. Fluggesellschaften appellierten an Passagiere aus Grossbritannien, kein Fleisch und keine Milch mitzunehmen. Jeden Tag müssten auf den Flughäfen zahlreiche Taschen mit Lebensmitteln beschlagnahmt werden.

Weihwasser

Ein katholischer Bischof in Irland riet besorgten Farmern unterdessen, ihre Felder mit Weihwasser zu besprengen. Das werde sie vor der Maul- und Klauenseuche schützen, erläuterte Bischof Brendan Comiskey in einem Hirtenbrief.

Seit Samstag gilt das von der EU verhängte Transportverbot für Klauentiere, das zunächst bis 27. März befristet ist. Nur Transporte unmittelbar von Hof zu Hof oder vom Hof direkt zum Schlachtbetrieb sind nach vorheriger Genehmigung von dem Verbot ausgenommen.

Die hoch ansteckende Tierseuche war vor rund zwei Wochen erstmals seit rund zwei Jahrzehnten wieder in Grossbritannien festgestellt worden. Weltweit macht sich seither Besorgnis vor einem Übergreifen der Seuche breit.

(kil/sda)

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