Maurer hält an FIS Heer fest
publiziert: Samstag, 18. Aug 2012 / 13:27 Uhr
Die Datenflut, die das FIS Heer produziert, kann im mobilen Einsatz nicht bewältigt werden. (Symbolbild)
Die Datenflut, die das FIS Heer produziert, kann im mobilen Einsatz nicht bewältigt werden. (Symbolbild)

Bern - Die Schweizer Armee betreibt das Führungsinformationssystem (FIS) Heer weiter, das trotz Ausgaben von 700 Millionen Franken bisher nicht funktioniert. Der Einsatzbereich der computerbasierten Kommandodatenbank wird aber stark eingeschränkt.

Mehr als nur ein Museum
4 Meldungen im Zusammenhang
Ende 2011 hatte Verteidigungsminister Ueli Maurer vor den Medien laut darüber nachgedacht, das Projekt FIS für die vernetzte Echtzeitführung auf Eis zu legen, bis die technischen Voraussetzungen gegeben seien.

Nun ist klar: Er will grundsätzlich daran festhalten. VBS-Sprecherin Silvia Steidle bestätigte einen entsprechenden Bericht von «Tages-Anzeiger» und «Bund» vom Samstag.

Jedoch soll der Einsatzbereich des Systems stark eingeschränkt werden. Das Militärdepartement habe sich für eine «temporäre Reduktion der Einsatztiefe» entschieden, heisst es in einem Bericht, der den beiden Zeitungen auszugsweise vorliegt.

Der Bericht werde am kommenden Dienstag offiziell publiziert, sagte Steidle. Gleichentags werde die Sicherheitspolitische Kommission des Nationalrates über den Bericht beraten.

«Markante Einbusse»

Es wird nicht wie ursprünglich geplant jede Gruppe, jedes Fahrzeug oder gar jeder einzelne Soldat ins System integriert. Ausgerüstet werden sollen nur grössere Einheiten, etwa Kompanien. Grund für die Beschränkung ist, dass die Datenflut, die das FIS Heer produziert, im mobilen Einsatz nicht bewältigt werden kann.

Mit der geringeren Einsatztiefe könnten die Telekommunikationssysteme genauso entlastet werden wie die Betriebs- und Instandhaltungsbudgets, hält das VBS im Bericht fest. Gleichzeitig entstehe allerdings eine «markante Einbusse» in der Führungsfähigkeit bei mobilen Einsätzen. Zudem werde das Lagebild weniger präzis.

Die ursprünglichen Leistungsanforderungen könnten erst mit einer «massiven Ausweitung der Kapazitäten für die mobile Telekommunikation erfüllt werden», schreibt das VBS weiter. Bei der Beschaffung des Systems sei dieser Aspekt völlig vernachlässigt worden.

Das FIS Heer stehe vor «grossen Herausforderungen und Unwägbarkeiten» und sei nur «eingeschränkt miliztauglich», steht im Bericht. Jedoch funktioniere es im stationären Bereich und sei bei grossen Übungen bereits erfolgreich eingesetzt worden.

20 Millionen Franken pro Jahr

Wie stark der Weiterbetrieb des FIS Heer das Armeebudget belasten wird, lässt sich offenbar nicht exakt eruieren. Eine vollständige Kostentransparenz sei nicht möglich, heisst es im Bericht. Es bestünden Abgrenzungsschwierigkeiten zwischen den Beschaffungs- und den Betriebskosten. Als Richtwert schätzt das VBS die jährlichen Kosten auf 20 Millionen Franken.

Die bloss «temporäre» Einschränkung bedeutet, dass ein grosser Teil des beschafften Materials eingelagert wird, bis Klarheit über Verfügbarkeit und Kauf von neuen Telekommunikationsgeräten besteht.

(bert/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Der Nutzen der Armee ist zwar schwierig zu beziffern, doch steht er in einem guten Verhältnis zu den Kosten. Zu ... mehr lesen
Der Erhalt der Armee «nicht nur mangels ziviler Alternativen zwingend, sondern auch ökonomisch legitim».
Bundesrat Ueli Maurer.
Bern - Über 700 Millionen Franken hat das Führungsinformationssystem (FIS) ... mehr lesen
Bern - Jens Alder soll die Computer der Schweizer Armee zum Laufen bringen. Verteidigungsminister Ueli Maurer ... mehr lesen 5
Entwirrung des Dschungels: Jens Alder.
Wohin geht die Schweizer Armee? Das Führungssystem FIS des Heeres war ein kompletter Reinfall, so Verteidigungsminister Ueli Maurer.
Bern - Der Armee fehlt das Geld an allen Ecken und Enden. Bei der Informatik hat sie in den letzten Jahren aber hunderte ... mehr lesen 1
Wir liefern alle Arten von Schoggi und Mints Swiss Army und Swiss Navy
Star Trade GmbH
Im Feld 16 / Postfach 184
8184 Bachenbülach
Mehr als nur ein Museum
«Das VBS ist das beste Departement, das es gibt», sagte Verteidigungsminister Ueli Maurer in einem Interview mit dem «SonntagsBlick».
«Das VBS ist das beste Departement, das es gibt», sagte ...
Kampfflugzeuge  Bern - Im Abstimmungskampf um die Gripen-Beschaffung hat Bundesrat Ueli Maurer jüngst mit dem Schweizer Fernsehen SRF gehadert. Das sei wohl ein «Vater-Reflex», die Armee sei für ihn wie ein Kind. Ein Nein zum Gripen wäre kein Grund für ihn, das Departement zu wechseln. 
VBS kennt keinen Plan B für Gripen-Beschaffung Bern - Das Verteidigungsdepartement (VBS) hat noch am Sonntag auf ... 1
Kauf von Kampfjet Gripen - eine Frage der Sicherheit Näfels GL - Die Delegierten der SVP haben sich in Näfels GL mit 393 ...
Blattmann über persönliche Vorsorge  Bern - Die Sicherheitslage für die Schweiz ist nach Ansicht des Armeechefs André ... 8
Die Risiken haben André Blattmann sensibilisiert.
Kauf von Kampfjet Gripen - eine Frage der Sicherheit Näfels GL - Die Delegierten der SVP haben sich in Näfels GL mit 393 Ja- und nur einer ...
Titel Forum Teaser
  • Kassandra aus Frauenfeld 808
    Linke rote Socken hat doch der vom Schäfchen so hochverehrte, ehemalige KGB Funktionär im ... gestern 18:47
  • jorian aus Gretzenbach 1446
    Hallo keinschaf! Haben Sie mich vergessen? Grüsse aus Gretzenbach! gestern 15:02
  • keinschaf aus Henau 2220
    Journalisten und dunkelrote Socken. Was ich eigentlich anfangs nicht für möglich gehalten hätte, aber ... gestern 12:34
  • Midas aus Dubai 3342
    Nicht so sicher Ich bin mir nicht so sicher, ob Frau Stämpfli Sie gerne als Fan hätte : ... Sa, 19.04.14 12:35
  • keinschaf aus Henau 2220
    künftiger Fan Schreiben Sie auf keinen Fall weitere Artikel in genau dieser Form und ... Sa, 19.04.14 09:44
  • keinschaf aus Henau 2220
    Eigentlich... ..ist der ganze Hype um diesen Beitrag völlig deplatziert. Es ... Fr, 18.04.14 16:13
  • keinschaf aus Henau 2220
    Solange... ...das SRF von Zwangsgebühren leben kann, wird sich in diesem Laden nie ... Fr, 18.04.14 15:09
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2093
    Titelbild Was die Asylgesuchsteller in der CH betrifft, kommt dieses Bild der ... Fr, 18.04.14 10:31
Companion for Life
Übrigens: Hier könnte auch Ihr Unternehmen gefunden werden.
Erfassen Sie zuerst Ihr kostenloses Firmenporträt! Mit dem Firmenporträt präsentieren Sie Ihr Unternehmen und Ihre wichtigsten Dienstleistungen schnell und einfach auf dem wichtigsten KMU-Marktplatz der Schweiz.
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
MO DI MI DO FR SA
Zürich 2°C 12°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
Basel 2°C 13°C leicht bewölkt bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
St.Gallen 3°C 12°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
Bern 1°C 17°C leicht bewölkt bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
Luzern 4°C 18°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
Genf 2°C 17°C leicht bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
Lugano 8°C 17°C bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen
mehr Wetter von über 6000 Orten