Maurer vergleicht Armee mit einer Versicherung
publiziert: Donnerstag, 30. Aug 2012 / 14:32 Uhr
Der Erhalt der Armee «nicht nur mangels ziviler Alternativen zwingend, sondern auch ökonomisch legitim».
Der Erhalt der Armee «nicht nur mangels ziviler Alternativen zwingend, sondern auch ökonomisch legitim».

Bern - Der Nutzen der Armee ist zwar schwierig zu beziffern, doch steht er in einem guten Verhältnis zu den Kosten. Zu diesem Schluss kommt eine Studie, die Verteidigungsminister Ueli Maurer erstellen liess.

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Die Studie gebe erstmals eine Gesamtübersicht über Kosten und Nutzen der Armee, teilte das Verteidigungsdepartement (VBS) am Donnerstag mit. Erarbeitet hat sie eine Milizkommission in Zusammenarbeit mit Vertretern des Verteidigungs- und des Aussendepartements, Schweizer Unternehmen und einem Expertenbeirat.

Das Fazit der Autoren: Der Erhalt der Armee sei «nicht nur mangels ziviler Alternativen zwingend, sondern auch ökonomisch legitim». Die Armee gleiche einer Versicherung, für die eine Prämie zu zahlen sei, heisst es in der Studie. Einer klar bezifferbaren Jahresprämie stehe dabei ein nicht klar bezifferbarer Nutzen gegenüber.

«Je nach Gefahr oder Bedrohung kann der Nutzen die Kosten aber um ein Vielfaches übersteigen», halten die Autoren fest. Ein einziger «Schadensfall» amortisiere die «Versicherungsprämie» von vielen Jahren.

Leistungen im Wert von einer Milliarde

Quantifizierbar ist der Nutzen in Friedenszeiten: Die Armee generiert gemäss der Studie einen jährlichen Gegenwert von 1 bis 1,2 Milliarden Franken. So viel würden gewisse von der Armee erbrachte Leistungen kosten, wenn sie durch andere erbracht würden. Rund die Hälfte des Betrags geht auf subsidiäre Einsätze der Armee zugunsten der Kantone und des Bundes zurück, zum Beispiel am World Economic Forum (WEF) in Davos.

Hinzu kommen Einsätze zugunsten Dritter in der Friedensförderung oder der Katastrophenhilfe. Auch Fachausbildungen der Armee mit zivilem Nutzen - beispielsweise die Ausbildung zum Chauffeur - berücksichtigt die Studie. Schliesslich wird der Betrag angerechnet, den die Armee an Steuererträgen erzeugt.

Volkswirtschaftlicher Nutzen

Die Studie beziffert ferner die positiven volkswirtschaftlichen Effekte. Darunter fällt etwa ein Auftragsvolumen im Rahmen von 2,5 Milliarden Franken. Angerechnet werden auch die Lohnzahlungen der Armee, die zurück in die Volkswirtschaft fliessen. Zum nicht oder nur schwer quantifizierbaren Nutzen gehören der Schutz der Bevölkerung, des Territoriums und der nationalen Souveränität.

Doch nicht nur der Staat, sondern auch die Gesellschaft hat gemäss der Studie einen Nutzen: Sie profitiere von der «sicherheits- und vertrauensstiftenden Wirkung der Armee», schreiben die Autoren. Für einen grossen Teil der Bevölkerung wirke die Armee zudem «integrativ und sozialisierend». Die Wirtschaft wiederum profitiere von der militärischen Führungsausbildung.

Kosten von mehr als 7 Milliarden

Dem Nutzen stehen Gesamtausgaben von jährlich 6,2 bis 6,4 Milliarden Franken gegenüber. Bei 4,3 Milliarden handelt es sich um die budgetären Ausgaben für die militärische Landesverteidigung. Den Rest machen staatliche Zusatzausgaben wie Mieten und Ausgaben der Privatwirtschaft aus.

Hinzu kommen volkswirtschaftliche Kosten. Durch Abwesenheiten am Arbeitsplatz entstehen Kosten in der Höhe von rund 1 Milliarde Franken. Im internationalen Vergleich lägen die Kosten gemessen am Bruttoinlandprodukt aber im unteren Bereich, heisst es in der Studie.

(bg/sda)

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