Abdel Aziz verwundet
Mauretaniens Armee schiesst «versehentlich» auf Präsidenten
publiziert: Sonntag, 14. Okt 2012 / 12:22 Uhr
Abdel Aziz war durch einen Militärputsch an die Macht gekommen. (Archivbild)
Abdel Aziz war durch einen Militärputsch an die Macht gekommen. (Archivbild)

Nouakchott - Mauretaniens Präsident Mohamed Ould Abdel Aziz ist am Samstag bei Schüssen auf seinen Konvoi verletzt worden. Die Regierung sprach von einem «Versehen», ein Militärvertreter dagegen berichtete von einem «gezielten Angriff» auf den Staatschef.

6 Meldungen im Zusammenhang
Nach übereinstimmenden Angaben wurde Abdel Aziz nur leicht verwundet. Kommunikationsminister Hamdi Ould Mahjoub sagte in der Nacht zum Sonntag im staatlichen Fernsehen, eine Einheit der Armee habe bei einer Strassenkontrolle versehentlich auf den Konvoi des Präsidenten geschossen.

Sie habe nicht erkannt, dass es sich um das Auto des Staatschefs gehandelt habe. «Das mauretanische Volk kann sicher sein, dass es dem Präsidenten gut geht», versicherte der Minister.

Attentat?

Ein Sicherheitsvertreter hatte zuvor berichtet, ein unbekannter Angreifer habe von seinem Auto aus gezielt auf Abdel Aziz geschossen, als dieser aus seinem Wochenend-Domizil in die Hauptstadt Nouakchott zurückkehrte.

Der Präsident sass demnach selbst am Steuer seines Wagens. Abdel Aziz werde in einem Militärspital in der Hauptstadt Nouakchott behandelt, eine Kugel habe seinen Arm getroffen, sagte der Vertreter der Nachrichtenagentur AFP.

Putschist liess sich durch Wahlen legitimieren

Abdel Aziz war 2008 durch einen Militärputsch an die Macht gekommen, ein Jahr später wurde er in einer von Betrugsvorwürfen überschatteten Wahl offiziell zum Präsidenten des nordwestafrikanischen Landes gewählt. Er ist in seiner Heimat äusserst umstritten, Kritiker werfen ihm eine despotische Führung und Missmanagement vor.

Seit Abdel Aziz an der Macht ist, geht seine Armee verstärkt gegen die Terrorgruppe Al-Kaida im Maghreb (Aqmi) vor. Sie soll mehrere Anschläge des nordafrikanischen Al-Kaida-Ablegers vereitelt haben, darunter auf Abdel Aziz selbst sowie auf die französische Botschaft.

Im vergangenen Jahr beteiligte sich seine Armee an einer Offensive gegen Aqmi im benachbarten Mali. Dort haben mit dem Al-Kaida-Ableger verbündete radikale Islamisten inzwischen die Kontrolle über den Norden des Landes übernommen.

Mauretanien war 1960 von Frankreich unabhängig geworden. Seither hat das Land fast ein Dutzend Putsche und Putschversuche erlebt.

(bert/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
In der westafrikanischen Republik Mauretanien ist am Samstag ein neues Parlament gewählt worden. Schon vor Öffnung der ... mehr lesen
Insgesamt rund 1,2 Millionen Wahlberechtigte waren aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. (Symbolbild)
Präsident Aziz ist in seiner Heimat äusserst umstritten. (Archivbild)
Paris - Der mauretanische Präsident Mohamed Ould Abdel Aziz ist am Sonntag zur medizinischen Behandlung nach Frankreich gebracht worden. Er werde im Militärspital ... mehr lesen
Nouakchott - Nach wochenlangen Protesten geht jetzt auch die Regierung im westafrikanischen Mauretanien gewaltsam gegen ... mehr lesen
Die Proteste fanden vor allem in der Hauptstadt Nouakchott statt.
Junta-Chef Ould Abdel Aziz will in Mauretanien als Staatschef kandidieren.
Nouakchott - Zehn Monate nach dem Staatsstreich im nordwestafrikanischen Mauretanien will sich Junta-Chef Ould ... mehr lesen
Nouakchott - Einen Tag nach dem Staatsstreich in Mauretanien haben die Militärs schnelle Neuwahlen versprochen. Sie ... mehr lesen
UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Der mauretanische Präsident hat sich unter den Islamisten viele Feinde gemacht.
Nouakchott - Mit einem unblutigen Putsch haben Offiziere in Mauretanien die Macht an sich gerissen und den Präsidenten Maouia Ould Taya gestürzt. mehr lesen
Gewalt in Afghanistan - Tag für Tag.
Gewalt in Afghanistan - Tag für Tag.
Eine traurige Rekordzahl  Kabul - Kurz vor dem Ende des internationalen Kampfeinsatzes in Afghanistan hat die Gewalt gegen Zivilisten nie gekannte Ausmasse erreicht. Von Januar bis November seien 3188 Zivilisten getötet und 6429 weitere verletzt worden, teilte die UNO-Mission in Afghanistan (Unama) mit. 
Kritiker aufspüren  Toronto - Die Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) setzt möglicherweise auf Malware, um Kritiker in Syrien aufzuspüren.  
Im vergangenen Jahr wurden mehr Reporter entführt. (Symbolbild)
Immer brutalere Angriffe auf Medienschaffende Paris - Die Angriffe auf Medienschaffende haben gemäss dem Jahresbericht der Organisation Reporter ohne Grenzen an Brutalität ...
Titel Forum Teaser
  • jorian aus Dulliken 1534
    Warum Kassandra? Warum schreiben Sie so gerne Verschwörungstheoretiker? Warum wissen ... gestern 03:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1100
    So, Italien will? Ein paar Populisten sind noch lange nicht Italien! Welch ein ... gestern 00:52
  • Kassandra aus Frauenfeld 1100
    Lieber Heinrich Frei Glauben Sie wirklich, irgend jemand liest all diese Links und dazu noch ... Fr, 19.12.14 21:20
  • Kassandra aus Frauenfeld 1100
    Glatte Lüge, nun, von Heiligen ist's ja bekannt, dass sie nicht die Wahrheit lieben! ... Fr, 19.12.14 11:23
  • Kassandra aus Frauenfeld 1100
    Ich würde mich nicht dazu hergeben, an jedem Schweinehund zu lecken! Sorry! Das tun ... Fr, 19.12.14 11:20
  • PioXX aus Orbetello 161
    Das Lecken... ...das habe ich leider einem anderen Schweinehund versprochen! Fr, 19.12.14 09:44
  • jorian aus Dulliken 1534
    Reden Sie...... ..... doch mal mit dem Obama. Er soll keinen Menschen mehr mit ... Fr, 19.12.14 03:27
  • jorian aus Dulliken 1534
    Kassandra SIE? Sie nerven sich immer wenn Sie zu den Wahlverlierern gehören und ... Fr, 19.12.14 03:22
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
SO MO DI MI DO FR
Zürich -0°C 3°C leicht bewölkt sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
Basel 0°C 3°C leicht bewölkt leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
St.Gallen 2°C 4°C leicht bewölkt sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
Bern 3°C 6°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig nebelig nebelig nebelig nebelig nebelig
Luzern 3°C 6°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Genf 2°C 8°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Lugano 10°C 11°C sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
mehr Wetter von über 6000 Orten